Beweidungsprojekt rund um den Kienberg wird vorgestellt

Pferde, Kühe und auch Schafe

19.03.2019, Klaus Tessmann

Fotos: Birgitt Eltzel (1-5), Volkmar Eltzel (6-7)

Marzahn-Hellersdorf. Seit vielen Jahren gibt es Planungen im Bezirk, große Wiesenflächen von Weidetieren pflegen zu lassen. Im Eiche-Park an der Kemberger Straße wurde das bereits realisiert. Dort weiden Schottische Hochlandrinder. An anderen Stellen werden die Weidezäune immer wieder durch Vandalismus zerstört. Doch sowohl die Grün Berlin GmbH als auch das Bezirksamt halten an der Idee fest, am Kienberg und an der Hönower Weiherkette Pferde, Kühe oder Schafe als Landschaftspfleger einzusetzen.

Noch in diesem Jahr zwei Weideflächen

Auf Anfrage von LiMa+ teilte die Pressestelle von Grün Berlin mit, dass noch in diesem Jahr zwei Flächen im Süden des Wuhleteiches eingezäunt werden sollen. Damit könne dann der Weideauftrieb beginnen. Zur Zeit laufen die Vorbereitungen dafür. Zu den immer wieder vorkommenden Beschädigungen im Kienbergpark betont die Grün Berlin: „Der oder die Täter gehen offensichtlich sehr gezielt vor und begehen regelmäßig Straftaten. Für deren Aufklärung ist die Polizei zuständig, die wir bei ihrer Ermittlungsarbeit unterstützen.“ Bisher wurde allerdings noch kein Täter ermittelt.

Infoveranstaltung im BIZ

Bei einer Veranstaltung am morgigen Mittwoch, 20. März, im Bezirklichen Informationszentrum (BIZ) an der Hellersdorfer Straße 159 soll das Weideprojekt konkret vorgestellt werden. Dazu wurden verschiedene Partner eingeladen, die mit den Einwohnern über ihre guten oder auch schlechten Erfahrungen diskutieren wollen. Auch über aktuelle Führungen, die ökologische Entwicklung der Wuhle und den weiteren Ausbau des Arche-Parks wird informiert. Mit dem Kienbergpark ist im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Berlin 2017 (IGA) ein neuer Volkspark entstanden. Seit 2018 ergänzt der 60 Hektar große, öffentliche Park die angrenzenden, kostenpflichtigen „Gärten der Welt“. Auf dem Infomarkt im BIZ vertreten sind: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Parkmanagement Kienbergpark, Arche-Park im Kienbergpark, Umweltbildungszentrum im Kienbergpark, Gärten der Welt und der Sportverein Fortuna Marzahn.

Auch an Hönower Weiherkette

Die Weiden am Kienberg sind allerdings nur eines der geplanten Projekte im Bezirk. Denn die großen Flächen müssen dringend gepflegt werden. Aber das Grünflächenamt schafft es nicht. Die Folgen unzureichender Pflege kann man an der Hönower Weiherkette sehen. In den vergangenen zehn Jahren sind die Wiesen zugewachsen, in den Weihern stehen inzwischen große Bäume. Wasser ist dort kaum noch vorhanden.

Seit mehr als fünf Jahren wird über die Pflege des Grüns dort durch eine Rinderherde diskutiert. An dem Projekt will das Bezirksamt auch festhalten. Das bestätigt die zuständige Stadträtin Nadja Zivkovic (CDU) auf Anfrage von LiMa+:„Für die Hönower Weiherkette ist ein BENE-Projekt beantragt. Darin wird auch die Beweidung der Flächen weiter verfolgt.“ Die Abkürzung BENE steht für das Berliner Programm für nachhaltige Entwicklung, in dessen Rahmen Fördermittel für innovative ökologische Maßnahmen bereitgestellt werden. Die Stadträtin verweist darauf, dass der Aufbau der Weidewirtschaft sowohl in der Weiherkette als auch am Kienberg/Wuhletal auch im Zusammenhang mit Ausgleichsmaßnahmen für versiegelte Flächen an anderen Stellen im Bezirk wie zum Beispiel im CleanTech Business Park  stehen.

Bereits gute Erfahrungen an anderen Orten

Während am Kienberg und in der Weiherkette in den vergangenen Jahren immer wieder die Vorbereitungen für solche Weideprojekte mutwillig zerstört wurden, gibt es im Eiche-Park von Marzahn und in den benachbarten Regionen von Lichtenberg und Hohenschönhausen keine Vandalismusschäden. Im Park am Krankenhaus Herzberge beispielsweise weiden Schafe, die von der Agrarbörse Deutschland Ost e.V. betreut werden. Die Naturschutzstation in Malchow kann ebenfalls auf gute Erfahrungen mit ihren Rinderherden verweisen. Beate Kitzmann, Leiterin der Station: „In der Hönower Weiherkette gibt es immer wieder Menschen, die auf ihre ‚Gewohnheitsrechte’ pochen.“ Sie sei dennoch optimistisch. „Wenn erst Tiere auf der Koppel stehen, werden das die Menschen auch respektieren.“ Beate Kitzmann erinnert sich daran, dass es auch in Malchow und Falkenberg anfangs nicht einfach war. Sie sagt, dass nicht viel Zeit verstreichen darf zwischen dem Aufbau der Weidezäune und der Nutzung durch die Tiere. „Man muss das zeitlich sehr streng koordinieren.“ Die  Verantwortlichen müssten zudem auf Schäden achten und diese sofort beseitigen. Die Naturschützer aus Malchow könnten bereits auf mehr als 20 Jahre guter Erfahrungen mit der Weidewirtschaft am Rande der Großstadt verweisen, sagt Kitzmann: „Warum sollte das, was in Malchow und Falkenberg möglich ist, nicht auch in Marzahn und Hellersdorf realisiert werden können?“

Die Grün Berlin GmbH lädt am morgigen Mittwoch, 20. März, ab 18 Uhr zu einem Infomarkt in das Bezirkliche Informationszentrum (BIZ) in der Hellersdorfer Straße 159 ein. Bereits um 16 Uhr können Besucher im Wolkenhain auf dem Kienberg einen Blick in die Dauerausstellung „Von Gletschereis und Gummistiefeln“ werfen. Die Ausstellung informiert multimedial über die Entstehung des Berges und des Wuhletals während der letzten Eiszeit vor 10 000 Jahren.

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