Forderung: Ostbahn schnellstmöglich ausbauen

Zugverkehr soll attraktiver werden

09.01.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Zum Start des neuen Jahres hat Marzahn-Hellersdorfs Stadträtin Nadja Zivkovic (CDU), die auch für Verkehr zuständig ist, einen raschen Infrastrukturausbau auf der Ostbahn gefordert. Diese verkehrt ab Ostkreuz bis ins polnische Kostrzyn (Küstrin)/Gorzow, mit Halt u.a. in Mahlsdorf, Strausberg, Müncheberg und Seelow. Zwischen Berlin und dem Brandenburger Umland pendeln täglich mehr als 35.000 Menschen – ein deutlicher Zuwachs wird laut einer Untersuchung der IHK Ostbrandenburg in den nächsten Jahren erwartet. Die Zwischenergebnisse der Studie wurden Anfang Dezember 2018 vorgestellt, der Abschlussbericht dazu soll im Frühjahr vorliegen.

Von großer Bedeutung für Marzahn-Hellersdorf

Die Ostbahn, die von der Niederbarnimer Eisenbahn betriebene Strecke RB 26, trägt bereits heute dazu bei, dass Individualverkehr reduziert und auf die Schiene verlagert wird. Aufgrund des Bevölkerungswachstums der Region sind die Kapazitätsgrenzen allerdings erreicht. Die Potenziale der Schienenverbindung können nur gehoben werden, wenn eine ausreichende Qualität der Infrastruktur und ein attraktives Verkehrsangebot realisiert werden, so Zivkovic. Daher sei der Ausbau der Ostbahn von elementarer Bedeutung für den Bezirk Marzahn-Hellersdorf und die zukünftige Gestaltung der Region. Der Landkreis Märkisch-Oderland und der Bezirk hätten hierauf bereits zu Beginn des vergangenen Jahres durch Schreiben an die Landesregierungen hingewiesen, zuletzt auch im Rahmen der Stellungnahme zum vorliegenden Entwurf des Nahverkehrsplans 2019-22, betont die Stadträtin.

Nutzerzahlen werden weiter ansteigen

Im Rahmen des Regionalmanagements der Metropolregion Ost habe sich das Bezirksamt laut Zivkovic daher  an der Erstellung einer Leistungsfähigkeits- und Kapazitätsuntersuchung für diese Verbindung durch die IHK Ostbrandenburg beteiligt. Die ersten Zwischenergebnisse: Bis 2030 sind weitere deutliche Zuwächse der Nutzerzahlen der Ostbahn zu erwarten. Für eine Taktverdichtung ist mindestens ein Begegnungsabschnitt im Bereich Mahlsdorf – Hoppegarten erforderlich, ebenso eine zweite Bahnsteigkante in Müncheberg. Eine Angebotsausweitung mit einem Halbstundentakt zwischen Berlin-Ostkreuz – Müncheberg (bisher stündlich) in der Hauptverkehrszeit ist nur mit einem (moderaten) Infrastrukturausbau möglich. Durch einen vollständigen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der gesamten Strecke der RB 26 bis Gorzów und Flughafen BER bzw. Berlin-Hauptbahnhof können weitere Potenziale im Personenverkehr erschlossen werden. Die Kosten für den kurzfristigen notwendigen Infrastrukturausbau werden auf 14,2 Millionen Euro (ohne Güterverkehr) bzw. 47,6 Mio. Euro (mit Güterverkehr) geschätzt.

Bezirk von Durchgangsverkehr entlasten

Zivkovic: „Die Zwischenergebnisse bestätigen unsere Vermutungen: Die Ostbahn hat enormes Potenzial, durch ein attraktives Angebot Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.“ Damit könne auch der Bezirk von täglichem Durchgangs- und Parkverkehr entlastet werden. Der Aufwand für die ersten Ausbauschritte sei gemessen an dem Potenzial überschaubar und müsse schnellstmöglich auf den Weg gebracht werden. „Hier besteht die Chance nicht durch Sanktion, sondern durch ein besseres Angebot zum Umsteigen zu bewegen und unter Beweis zu stellen, ob Berlin ernsthaft an der Mobilitätswende arbeitet.“

 

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