Brandschäden am Blockhaus sollen beseitigt werden

Optimismus statt Protest

03.03.2020, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn-Nord. Eigentlich sollte die Versammlung am vergangenen Freitag, 28. Februar, im Blockhaus „Sunshine“ am Clara-Zetkin-Park eine Protestveranstaltung werden. Doch es kam ganz anders. Von Anfang an machte sich Optimismus breit. „Das Treffen war gut und macht uns Mut!“, schätzte einer der Teilnehmer im Anschluss ein.

Blockhaus wurde angezündet

Am Neujahrstag hatte ein offenbar vorsätzlich gelegtes Feuer den beliebten Familientreff an der Wörlitzer Straße in Mitleidenschaft gezogen. Doch wie sich jetzt herausstellt, sind die Brandschäden nicht so gravierend wie zunächst befürchtet. Die Zerstörungen sind nur äußerlich. Das 1994 errichtete kleine Haus an sich ist tatsächlich stabil. Dafür sorgt schon die verkeilte Bauweise des Blockhauses. Problematisch hingegen sind die verbrannten Dämmplatten im Dach des Hauses. Zur Versammlung im Blockhaus war auch der Zimmermann Lothar Luft gekommen. Er ist sowohl Meister der Zunft als auch Holzsachverständiger. Der Fachmann meinte, dass die Brandschäden nur wenige Millimeter in das Holz eingedrungen sind. Das Holz könne man abhobeln und durch eine neue Außenverkleidung ersetzen.

Unterschiedliche Gutachten

Wie oft im Bezirk, gab es Irritationen durch fehlende Informationen an die ehrenamtlichen Helfer und Nutzer vor Ort. Marina Bikádi vom Kulturhochhaus Marzahn berichtete darüber, dass sich der zuständige Stadtrat für Jugend und Familie, Gordon Lemm (SPD), bereits einen Tag nach dem Brand vor Ort ein Bild gemacht habe. Die Versicherung sei sofort benachrichtigt worden. Sie habe den Schadensfall anerkannt. Es gebe auch Unternehmen, die das Haus zeitnah reparieren könnten, ohne den Betrieb wesentlich zu beeinflussen.

Mehrere Sachverständige hätten sich die Brandfolgen am Blockhaus bereits angesehen. Es gebe unterschiedliche Gutachten dazu. Ein Gutachten fordere den Abriss des Blockhauses und einen Neubau, ein anderes Gutachten gehe davon aus, dass der Brandschaden mit weitaus geringerem Aufwand beseitigt werden könne.

Winterpause am 1. April zu Ende

„Der Bezirk hat großes Interesse daran“, so erklärte Marina Bikádi, „dass die Arbeit im Treffpunkt so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden kann.“ Das Blockhaus gehört dem Jugendamt Marzahn-Hellersdorf und wird von einer Bewohnerinitiative selbst verwaltet. Dabei werden die Bewohner vom Kulturhochhaus betreut. Jugendamt und Familienförderung wollen die Aktivitäten der Bewohner unterstützen.

Noch ist „Sunshine“ geschlossen, planmäßig, denn es ist Winterpause. Die reguläre Öffnung war zum 1. April vorgesehen. Dieser Termin soll nun trotz allem auch unbedingt eingehalten werden. Das wollen jedenfalls die Nachbarn in Marzahn-Nord erreichen.

Spielplatzinitiative hilft

Matthias Bielor von der Spielplatzinitiative Marzahn bot ebenfalls Hilfe an. Falls es länger dauere, das Blockhaus wieder herzurichten, könne man auch mit einem Bauwagen als Provisorium einspringen, erklärte er. Ein Treffpunkt mit Kaffee und Kuchen wäre damit ab April schon mal gewährleistet. Damit sich spielende Kinder nicht an herausstehenden Nägeln verletzen, haben die Mitstreiter der Initiative gleich nach der Versammlung die verkohlten Bretter aufgeladen und abtransportiert.

Schnelles Handeln erforderlich

Die Entscheidung über die weitere Vorgehensweise liegt nun sowohl bei der Versicherung als auch beim Jugendamt Marzahn-Hellersdorf. Eine Instandsetzung sollte schnell beginnen, denn weitere Verzögerungen könnten zu Regenwassereinbrüchen führen und dabei auch Schadstoffe aus der angekohlten Dämmerung freisetzen.

Inzwischen hat sich auch die Bezirksverordnetenversammlung mit dem Thema beschäftigt. Die Fraktion der SPD brachte auf der Februar-Sitzung den Antrag „Wiederaufbau Kinder- und Familientreff Blockhaus“ ein. Dem Antrag schlossen sich die Fraktionen der CDU, der Linken und der Bündnisgrünen an. Die wichtige Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien soll möglichst schon in einem Monat wieder halbwegs nutzbar sein. Bei den Einwohnern der Wörlitzer Straße steigt damit die Hoffnung, dass praktikable Lösungen gefunden werden.

Am Donnerstag, 5. März, 17 Uhr, lädt Jugendstadtrat Gordon Lemm zu einer öffentlichen Sprechstunde ins Blockhaus ein. Mit einiger Sicherheit kann davon ausgegangen werden, dass er nicht mit leeren Händen kommt, sondern neue Informationen und Termine mitbringt. „Bald ist Frühlingsanfang und bis dahin brauchen die Menschen im Kiez eine schnelle und unkomplizierte Lösung“, schreibt Lemm in seiner Einladung.


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