Marzahner Brücken entsprechen nicht mehr den Anforderungen

Noch kein Termin für Sanierung

06.10.2015, Linna Schererz

Fotos: Birgitt & Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Marzahn. Im vergangenen Jahr hatte Staatssekretär Christian Gaebler auf eine Anfrage der aus Marzahn-Hellersdorf stammenden Abgeordneten Manuela Schmidt (Die Linke) noch das Jahr 2017 genannt: Ab da sei der Neubau der Marzahner Brücken in der Investitionsplanung des Landes Berlin enthalten, hieß es damals. Denn die Brückenbauwerke entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen – angesichts des seinerzeit eingesetzten Spannstahls und dem hohen Konfliktpotenzial für Radfahrer und Fußgänger, LiMa+ berichtete. Kürzlich fragte Schmidt noch einmal nach zum Verkehrsknoten Marzahn – verschiedene Brückenkonstruktionen im Bereich Landsberger/Märkische Allee. Daraufhin äußerte sich Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, allerdings etwas vager. Sie nannte keinen Baubeginn. Nach ihren Worten könnten erste „Annahmen über die Dauer der Bauzeit und verkehrliche Maßnahmen erst nach dem Vorliegen einer Vorentwurfsplanung getroffen werden“. Mit Ergebnissen aus dieser Planungsphase sei nicht vor Sommer 2016 zu rechnen.

Auschreibung von Planungsleistungen läuft
Laut Lüscher findet derzeit die Ausschreibung der Planungsleistungen in einem europaweiten Verfahren statt, mit einer Vergabe sei zum Jahreswechsel zu rechnen. Die Planungszeit bis zur Ausschreibung der Gesamtmaßnahme und der nachfolgende Baubeginn „sind davon abhängig, ob ein vorlaufendes planungsrechtliches Verfahren erforderlich wird“, so Lüscher. Auf gut Deutsch: Es könnte also alles etwas länger dauern. Die geschätzten Kosten für den Neubau des Verkehrsknotens mit drei Straßenbrücken, zugehörigen Verbindungsfahrbahnen und die Instandsetzung eines Fußgängertunnels bezifferte sie auf 43 Millionen Euro.

Schon 2013 „nicht ausreichender Zustand“
Nach Prüfungen durch Experten bekamen die verschiedenen Marzahner Brücken in den Jahren 2012 bis 2014 Noten zwischen 2,2 und 3,0. Nach Mitteilung der grünen Bundestagsfraktion, die kürzlich eine Anfrage an die Bundesregierung zum Zustand der Brücken in Deutschland stellte, erhalten Brücken von den Behörden Zustandsnoten ähnlich dem Notensystem aus Schule oder Universität (http://www.gruene-bundestag.de/themen/verkehr/brueckenzustand-in-deutschland-vielerorts-untragbar_ID_4396443.html) . Für Brücken in Top-Zustand gibt es ein „sehr gut“ (1,0 bis 1,4), die schlechtesten bekommen ein „ungenügend“ (3,5-4,0) und müssten eigentlich sofort erneuert werden. Die Marzahner Brücken haben danach größtenteils noch einen befriedigenden (2,0 bis 2,4) bzw. ausreichenden Zustand (2,5-2,9), bei zweien lautete allerdings bereits 2013 die Einschätzung „nicht ausreichender Zustand“ (3,0-3,4).

 

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