Weltrekordlerin Betty Heidler nahm am Werfertag teil

Neue Sportanlage bei Fortuna

24.05.2014, Klaus Tessmann

Foto: Klaus Tessmann

Marzahn. Der 1. VfL FORTUNA Marzahn e.V. hat es geschafft. Rechtzeitig zur Einweihung am 21. Mai wurde die moderne, wettkampftaugliche Sportanlage für Hammer- und Diskuswerfer auf dem Vereins-Sportplatz, Allee der Kosmonauten 131, fertig. Betty Heidler, Weltrekordlerin im Hammerwerfen, Welt- und Europameisterin sowie Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von London, eröffnete gemeinsam mit Bürgermeister und Sportstadtrat Stefan Komoß (SPD) die neue Wurfanlage, indem sie das symbolische Absperrband durchschnitten. Stefan Komoß berichtete, wie die Idee zum Bau der Anlage entstanden ist. „Vor zwei Jahren traf ich Betty Heidler bei einer Veranstaltung im Haus des Sports in der Eisenacher Straße und die Weltrekordlerin sagte mir, sie bedaure es sehr, dass es in Marzahn-Hellersdorf keine Wurfanlage gibt.“ Der Bürgermeister hatte damals geantwortet: „Wir bauen die Anlage, aber dann erwarten wir Sie zur Einweihung.“ Mit dieser Verabredung gingen die Sportlerin und der Bezirkspolitiker auseinander. Beide hielten Wort.

Stadionrekord 72,21 Meter
Was ihr Fanclub im Bezirk gehofft hatte, wurde an diesem heißen Maitag Wirklichkeit: Die Athletin nahm auch selbst am 1. Werfertag des 1.VfL Fortuna Marzahn teil. Mit einem Wurf über 72,21 Meter wurde Heidler ihrer Favoritenrolle gerecht und stellt den ersten Stadionrekord auf. Schnell hatte sich im Bezirk ihre Teilnahme herumgesprochen. So war es kein Wunder, dass sie die Hammerwerfer der Umgebung wie ein Magnet anzog. „Es war ein wahres Fest des Hammerwerfens“, resümierte Heinz Nabrowsky, Leiter Abteilung Leichtathletik, des 1.VfL Fortuna, begeistert. „Noch vor fünf Tagen“, so berichtete er, „lief bei Betty während der 40. Werfertage in Halle nicht viel zusammen und ihre Teamgefährtin, Carolin Paesler, schnappte ihr sogar den Endkampfplatz weg.“ Beide kommen vom LG Eintracht Frankfurt. Bei ihrem „Heimspiel“ rückte die Top-Sportlerin die Rangfolge wieder zurecht. Fünf Würfe gingen über 70 Meter. Ein klarer Sieg. Dennoch war sie nicht ganz mit sich zufrieden. „Im Training fliegt der Hammer weiter“, so Heidler. Zum Glück sei bis zu den Europameisterschaften in Zürich noch mehr als zehn Wochen Zeit. Nach dem Wettkampf überreichte ihr der Vorsitzende des 1.VfL Fortuna Marzahn, Winfried Kuhnert, eine Ehrenurkunde und Blumen. Von Fans umringt gab die Athletin Interviews und Autogramme.

Karriere begann in Marzahn
„Wir sind stolz auf die Leistungen der Weltrekordlerin“, sagte Nabrowsky. „Schließlich begann ihre sportliche Laufbahn als Leichtathletin auf eben diesem Sportplatz in der Allee der Kosmonauten bei Fortuna Marzahn.“ Trainer Hans-Jürgen Stephan habe damals ihre Qualitäten als Werferin erkannt. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr wohnte die damalige Schülerin am Helene-Weigel-Platz. 1999 verließ sie Marzahn und trainiert heute in Frankfurt Main, „weil das die Hochburg der Werfer ist“, so der Leichtathletik-Leiter. Er hofft nun auf viele interessante Wettkämpfe. „Unser Ziel ist es, ein Mal im Jahr große Wettkämpfe mit bekannten internationalen Sportlern nach Marzahn zu holen“, so Nabrowsky. Das Bezirksamt habe seine Unterstützung bei der Suche nach Sponsoren zugesagt. In Berlin gebe es keine vergleichbare Wurfanlage. Auch anwesende Bundes- und Landestrainer waren des Lobes voll. Sie wurde vom Bezirk finanziert und gebaut und kann sowohl zum Diskus- als auch zum Hammerwerfen genutzt werden. Den 25 Hammerwerfern des Fortuna- Sportvereins bietet sie sehr gute Trainingsmöglichkeiten.

Übrigens gab es, fast unbemerkt, noch einen weiteren Rekord an diesem Tag, der nicht unerwähnt bleiben soll. Die 14-jährige Rebecca Tomann vom OSC Berlin warf mit 45,31 Meter einen Berliner Rekord in ihrer Altersklasse. Vielleicht eine neue, künftige Weltrekordlerin?

 

 

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