Neue Ausstellung im Stadthaus

20.03.2014, Birgitt Eltzel

Quelle Hardenberg: Wikimedia, Quelle Scharnweber: Gunnar Möller

Lichtenberg. Nach “Große Geschichten kleiner Dörfer”, wie die erst vor kurzem zu Ende gegangene Ausstellung zum 725. Jubiläums Lichtenbergs hieß, wartet das Bezirksmuseum bereits wieder mit einer sehenswerten Schau auf. Im alten Stadthaus in der Türrschmidtstraße 24 wird am Freitag, 21. März, eine Ausstellung über preußische Reformer in Lichtenberg eröffnet.

Hardenberg und Scharnweber
“Es sind vor allem zwei Namen damit verknüpft”, sagt Museumsleiter Thomas Thiele: “Carl August von Hardenberg und Christian Friedrich Scharnweber.” Die Verbindung der Geschichte Lichtenbergs mit dem preußischen Staatskanzler Carl August von Hardenberg und seinem Berater Christian Friedrich Scharnweber sei in der Gegenwart weitgehend unbekannt, sagt Kulturstadträtin Kerstin Beurich (SPD). “Beide bewirtschafteten jedoch seit 1805 gemeinsam das Gut Lichtenberg. Nach dem Ende der Herrschaft Napoleons über Europa rückte Lichtenberg für einen historischen Moment in den Focus der Geschichte, denn die im Frühsommer 1810 geheim geführten ‘Lichtenberger Conferenzen’ im Gut Lichtenberg waren die geistige Keimzelle der nachfolgenden grundlegenden politischen, wirtschaftlichen und militärischen Reformen Preußens.”

Nur wenige Tage später, am 4. Juni 1810, wurde Hardenberg preußischer Staatskanzler, ein Amt, das extra für ihn geschaffen worden war. Er schrieb unter anderem die Gewerbefreiheit, die Bauernbefreiung und die Emanzipation der Juden fest. Scharnweber, seit 1817 Gutsherr auf Hohenschönhausen – es steht noch das alte Gutshaus in der Hauptstraße 44, auch Schloss Hohenschönhausen genannt, das schrittweise zum Bürgerschloss umgebaut wird – blieb bis zum Tod beider Politiker im Jahr 1822 Hardenbergs engster Berater.

In Vergessenheit geraten
Doch anders als Hardenberg geriet er und seine Leistung weitgehend in Vergessenheit. Zwar gibt es insgesamt zehn Scharnweberstraßen in Berlin und angrenzenden Teilen Brandenburgs. “Diese sind jedoch nach seinem Sohn Georg benannt”, erzählt Museumschef Thiele. Georg Scharnweber machte sich vor allem als Landrat des damaligen Kreises Niederbarnim einen Namen. Auch das Gut Lichtenberg und das Gutshaus, die sich in der Gegend um den heutigen Loeperplatz befanden, sind seit vielen Jahrzehnten aus dem Stadtbild verschwunden und in Vergessenheit geraten – wie andere Personen und Orte, die von den bestimmenden Geschichtsschreibern unerwähnt blieben. Auch daran will die Exposition erinnern.

In die von Gunnar Möller gestaltete Ausstellung, die am Freitagabend um 19 Uhr eröffnet wird, führt  der Kurator, Dr. Knut Käpernik vom Förderverein Schloss Hohenschönhausen, ein. Anschließend gibt es einen Vortrag von Prof. Dr. Barbara Vogel von der Universität Hamburg, eine der renommiertesten Historikerinnen auf dem Gebiet der preußischen Reformen.

Die Exposition wird vom 23. März bis zum 6. Juni gezeigt. Öffnungszeiten: Di – Fr sowie So 11 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

 

 

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