Künstlerin Carola Rümper: Zeigt her Eure Wohnzimmer!

My home is my castle

14.08.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Hellersdorf. Wie sah Ihr Wohnzimmer früher aus, wie jetzt? Carola Rümper will es genau wissen. Die Konzeptkünstlerin, die ihr Atelier am Hellersdorfer Boulevard Kastanienallee hat, hat dazu aufgerufen, ihr Bilder von damals und heute zu schicken. Die ersten sind bereits eingegangen und laufen in einer kleinen Ausstellung in Endlosschleife bis zum 25. August in ihrem MP 43, dem „Projektraum für das Periphere“, der einmal ein Sonnenstudio war. „Es können aber auch lange darüberhinaus noch Bilder geschickt werden“, sagt sie. Diese werden ohne Namen des Bereitstellers zu einem Kunstprojekt verarbeitet und sollen künftig auch in einem Buch verewigt werden. Das hat die aus Niedersachsen stammende Kreative, die in Lichtenberg lebt und seit 2010 in Marzahn-Hellersdorf tätig ist, schon parat. Doch noch ist die künftige Chronik mit dem goldenen Einband leer: „Ich bin noch am Sammeln“, sagt die zierliche Frau mit der runden Brille. Anhand der Fotografien soll Bezirksgeschichte plastisch gemacht werden – in einer sehr privaten Form, wie es das bisher noch nicht gibt.

Seit 2010 im Bezirk

In den Bezirk kam Carola Rümper vor acht Jahren, weil es dort ein beispielhaftes Galerieprogramm gibt. Das hatte Karin Scheel, die frühere Leiterin der „Galerie M“ in Marzahn und heutige Chefin der kommunalen Galerie Schloss Biesdorf ins Leben gerufen. In ehemaligen, leerstehenden Ladengeschäften siedelten sich Künstler an, die nur die Betriebskosten für die Räume zahlen müssen. Carola Rümper war zunächst auf der Marzahner Promenade ansässig. Nachdem ihr das Studio dort gekündigt wurde, ging sie vor drei Jahren an den Boulevard Kastanienallee. Sie lobt das Atelierprogramm und die Zusammenarbeit mit Karin Scheel: „Es geht dabei nicht nur um die Räume, sondern auch um den gemeinsamen Austausch mit anderen Künstlern.“ Das sei einer der Vorzüge in Marzahn-Hellersdorf. Der andere: „Es ist ein Riesen-Bezirk, der viele Freiräume bietet.“

Auf den Spuren der fabelhaften Rümperiens

Ein Vorteil, den sie nutzt. Beispielsweise für das Sichten und Züchten einer fabelhaften, unbekannten Spezies, den Rümperiens. Den Namen der Fabelwesen spricht man übrigens nasal französisch aus. Diese ziemlich unbekannte Spezies – schwarz und scheu, fünf bis 20 Zentimeter groß und ein wenig an Salamander erinnernd, wurde in den 1950er-Jahren in Rümpers Heimat am Wattenmeer gesichtet. Sie baut sie überlebensgroß und manchmal auch ganz klein nach und nimmt Interessierte mit zu Entdeckertouren durch den Bezirk. Rümperiens konnte man auch schon auf dem ehemaligen IGA-Gelände und dem Wuhletal begegnen. Und natürlich auch auf dem Boulevard Kastanienallee…

Mehr über die Künstlerin hier…

Fotos können per E-Mail geschickt werden oder im MP 43 (Stollberger Straße 73) abgegeben werden.

 

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