Woher kommen unsere Namen?

Mit Prof. Udolph im Gespräch

06.01.2014, Volkmar Eltzel

Lichtenberg. Woher kommen unsere Familiennamen? Wohl niemand kann das besser erklären als Professor Jürgen Udolph. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008 besetzte er den bundesweit einzigen Lehrstuhl für Onomastik (Namenskunde) an der Universität Leipzig. Am 14. Januar, 19 Uhr, ist der bekannte Namensforscher in der Anton-Saefkow-Bibliothek (Anton-Saefkow-Platz 14) zu Gast.

Bekannt aus vielen Radiosendungen des RBB, gibt Udolph an diesem Abend einen Einblick in seine Forschungen zur Geschichte der Familiennamen: „Namen verraten etwas über die geografische Herkunft, die Berufe oder Eigenschaften unserer Vorfahren und sind unsere ganz aktuelle ‘Visitenkarte’. Sie dienen dazu, Menschen zu unterscheiden. Der Ursprung ihres Namens, der sie ein Leben lang begleitet, ist für viele Menschen ein ungelöstes Rätsel“, so der Wissenschaftler.

Zur Erforschung von Familiennamen kam Udolph durch einen Zeitungsbericht. Eine Agentur behauptete, dass Professor Udolph anhand von Ortsnamen eine in der deutschen Kultur tief verwurzelte Sage aufgeklärt habe: die Sage vom Rattenfänger von Hameln. Er konnte durch seine Forschung Parallelen zwischen Ortsnamen im Weserbergland und dem heutigen Brandenburg feststellen. Hinter dieser Sage steckt offenbar die zehntausendfache Auswanderung von deutschen Siedlern nach Osten. Dieser Bericht weckte das Interesse der Medien und führte dazu, dass Udolph bald zum beliebten Experten einer Radiosendung über Familiennamen avancierte. Seit vielen Jahren stellt er nun sein Wissen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Allein die  Radiosendungen wurden mehr als 1.500 Mal ausgestrahlt. Das im Jahr 2005 veröffentlichtes Buch „Professor Udolphs Buch der Namen“ wurde ein Bestseller. Es folgten viele Medienauftritte. In den letzten zehn Jahren hat Professor Udolph mehr als 10.000 Namen erforscht und somit für zahlreiche Menschen ein Rätsel gelöst. Eintritt vier, ermäßigt drei Euro.

 

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