Gut besuchte Premiere im Tierpark Berlin

Mit dem Nachtwächter unterwegs

20.04.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Volkmar Eltzel

Friedrichsfelde. Es war eine Premiere, die Führung am Abend durch den Tierpark Berlin. Am Sonnabend, 19. April, konnten Neugierige erstmals in der Geschichte der Anlage überhaupt erleben, was dort passiert, wenn die Eingangstore für die Tagesbesucher geschlossen sind und abendliche Ruhe einzieht. Den Streifzug durch das Gelände von Europas größtem Landschaftstiergarten, der am stimmungsvollen Osterfeuer am Schloss Friedrichsfelde endete, hatte der Förderverein Freunde der Hauptstadtzoos organisiert. Mehr als 500 Gäste kamen.

In 15 Gruppen durchs Gelände
“Wir hatten ursprünglich mit 50 bis 100 Interessenten gerechnet”, sagt Thomas Ziolko, der Vorsitzende des Fördervereins. Weil sich weitaus mehr Leute für die Tour angemeldet hatten, bekam der “Nachtwächter”, der eigentlich allein die Gäste führen sollte, Helfer: Weitere ehrenamtliche Tierpark-Scouts, alle Vereinsmitglieder, begaben sich mit den Besuchern in 15 Gruppen auf den Weg durch den Park. “Wir hatten schon lange solche Veranstaltungen vor, doch von der früheren  Leitung des Tierparks wurde das nicht genehmigt”, erzählte Thomas Ziolko. Der neue Chef von Zoo und Tierpark, Andreas Knieriem, der am 1.April seinem Dienst angetreten hat, sei jedoch gleich einverstanden gewesen, eine solche neue Attraktion zu schaffen, so Ziolko. Zu Pfingsten wolle der Verein eine weitere Abend-Führung anbieten. “Danach soll es einmal im Monat mit dem Nachtwächter auf Tour gehen.”

Geschichten über den Park und seine Tiere
Der Nachtwächter, in eine historische preußische Uniform gekleidet und mit Laterne und Mikrofon unterwegs, heißt Detlef Schwuchow (59) und kommt aus Lichtenberg. Der frühere Möbelspediteur führt bereits seit 2007 Besucher ehrenamtlich durch das 160 Hektar große Gelände rund um das Schloss Friedrichsfelde. Erst als sogenannter Tierparkbegleiter, dann, nach intensiver Weiterbildung im Förderverein, als Tierpark-Scout. Der Urberliner, am Sonnabend an der Spitze der Besuchergruppe 5, jener mit den meisten Kindern, weiß nicht nur viel über die verschiedenen Tiere, sondern kann den Gästen auch sehr humorvoll über die Eigenarten spezieller Rassen berichten. Und er kennt viele Tierpark-Geschichten. Wie beispielsweise jene vom Bock der Schneeziegen, der immer mal wieder ausbüxt, zuletzt vor 14 Tagen und sogar schon eine Stippvisite in die Alfred-Kowalke-Straße – etwa 300 Meter vom Tierpark entfernt – unternommen hat. “Wie er das macht, hat man noch nicht rausgekriegt”, sagt Schwuchow. Aber der Bock komme immer wieder zurück. Schließlich habe er im Tierpark ja seine Weibchen – und kriege dort sein schmackhaftes Futter.

Ehrenamtliche Scouts
Der mittlerweile mehr als 2.200 Mitglieder zählende Förderverein für die Hauptstadtzoos betreibt nicht nur das zum Tierpark gehörende historische Schloss Friedrichsfelde als Veranstaltungsort, wo Konzerte, Lesungen und auch Hochzeiten stattfinden, sondern engagiert sich auch für mehr Service in Tierpark und Zoo. So führen derzeit über 30 ehrenamtliche Scouts des Vereins durch die Anlagen in Friedrichsfelde, auch thematische Spaziergänge gibt es an jedem Sonntagmorgen um 10 Uhr. “Wir suchen noch weitere Scouts” , sagt Fördervereinschef Thomas Ziolko. Wer Lust habe, dabei mitzumachen, könne sich beim Verein unter Telefon 51 53 14 07 melden.

Weitere Oster-Führungen
Auch an den kommenden Ostertagen kann man noch an Führungen durch den Tierpark teilnehmen. So gibt es eine am Ostersonntag um 10 Uhr. Am Ostermontag erfährt man ebenfalls um 10 Uhr, wie Tiere zu ihren Namen kommen (Treffpunkt jeweils am Bärenschaufenster). Und um 11.30 Uhr startet am Ostermontag am Springbrunnen vor dem Schloss Friedrichsfelde der traditionelle Osterspaziergang mit Schauspielern und Musikern, die die Besucher begleiten und an verschiedenen Stationen frühlingshefte Texte mit Musik darbieten.

Weitere Informationen: http://www.freunde-hauptstadtzoos.de

 

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