Verein findet Domizil in Lichtenberg – der Bezirk wird bunter

Lesben Leben Familie – Les Le Fam

25.07.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1), Anne Wolf-Diederich (2), Les Le Fam (3-5), Friderike Körner (6).

Lichtenberg/ Friedrichsfelde. Es sind noch einige Wochen hin bis am Freitag, 27. September, um 15 Uhr der neue Treffpunkt Les Le Fam im Hochhaus an der Dolgenseestraße 21 feierlich eröffnet wird. „Aber die Zeit vergeht wie im Fluge und es gibt noch so viel zu tun“, sagt Constanze Körner. Sie ist Gründungsmitglied und Vorständin des seit Februar 2018 eingetragenen Vereins Lesben Leben Familie – Les Le Fam. Heute gehören ihm bereits über 70 Mitglieder an.

Die Menschen stark machen und vernetzen

„Wir wollen die Interessen von lesbischen Frauen und Regenbogenfamilien in Politik und Gesellschaft vertreten“, erklärt Constanze Körner. Zum Beispiel gebe es nach wie vor Benachteiligungen lesbischer Ehepaare bei der Anerkennung der Mutterschaft. Es sei immer noch so, dass lesbische Frauen nach ihrem Coming-out von Familien verstoßen werden. Einstige Freunde wendeten sich ab, der Arbeitsplatz sei gefährdet und es drohe Isolation. „Ich kenne viele homosexuelle Frauen, die gerade im Alter verarmt und einsam leben.“ Sie möchte die Menschen vernetzen und stark machen, ihre Akzeptanz und Sichtbarkeit in der Gesellschaft erhöhen.

Die Anregung kam vom Bezirk

„Noch nie wurde ich von öffentlichen Stellen mit so viel Freundlichkeit und Wohlwollen empfangen wie in Lichtenberg“, sagt die Initiatorin. In Schöneberg hatte sie schon 2013 Deutschlands erstes Regenbogenfamilienzentrum gegründet. Im Mai 2019 wurde sie für ihr Engagement mit dem von der Berliner SPD ausgelobten Magnus-Hirschfeld-Preis ausgezeichnet. Die Lichtenberger Gleichstellungsbeauftragte Majel Kundel kam mit der Idee auf sie zu, im Bezirk etwas Ähnliches aufzubauen. Körner sagte zu.

Seitdem wird Les Le Fam e.V. durch den Bezirk Lichtenberg gefördert. Der Verein kann mit finanziellen Mitteln des Stadtentwicklungssenats für „Freiwilliges Engagement In Nachbarschaften (FEIN)“ Angebote entwickeln, die für Lesben, Regenbogenfamilien und die queere Community offen sind. Zum Beispiel haben die Mitglieder im Jugend -und Familienzentrum JuFaz in der Eitelstraße eine Baby-Krabbel- und Spielgruppe für Regenbogenfamilien organisiert. Während die Kleinen spielen, können die Eltern Bekanntschaften knüpfen und sich zu Alltagsthemen austauschen. Weitere Infos und Anmeldung per E-Mail: info@leslefam.de.

Kooperation mit Café Maggie

An jedem 3. Dienstag im Monat findet von 17 bis 21.30 Uhr im Café Maggie, Frankfurter Allee 205, der neue „Lesben*Treff Ost“ statt. Man kocht zusammen, diskutiert und es werden weitere Pläne geschmiedet. „Wir wollen uns nicht einigeln“, sagt die Vereinsgründerin. Deshalb arbeite man gerne zum Beispiel mit Stadtteil- und Familienzentren zusammen. Außerdem könnten lesbische Frauen hervorragend feiern. Die Teilnahme von Les Le Fam beim Rummelsburger Wasserfest am Sonnabend, 24. August, sei schon fest zugesagt. „Auch beim Drachenbootrennen wetteifert ein Boot voller Lesben um den sportlichen Sieg.“

Geplant ist weiterhin, bei dem Familienrenntag auf der Karlshorster Trabrennbahn am Sonntag, 29. September, mit einem Stand vertreten zu sein. Im September, Oktober und November werden für pädagogische Fachkräfte Fortbildungen organisiert. Und natürlich darf eine Weihnachtsfeier für Regenbogenfamilien am Sonnabend, 14. Dezember, nicht fehlen.

Howoge stellt Räumlichkeiten bereit

„In den kommenden Wochen steht aber die Vorbereitung auf den Einzug in die Büro- und Veranstaltungsräume an der Dolgenseestraße ganz oben auf der Prioritätenliste“. Erst vor einigen Tagen hatte sich die Howoge bei Constanze Körner gemeldet und die 60 Quadratmeter zur Miete angeboten. „Das ist perfekt“, sagt die Vereinschefin. „Gleich schräg gegenüber befindet sich das Familienzentrum des Berliner Familienfreunde e.V.“

Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) freut sich sehr, „dass wir behilflich sein konnten den Verein in Lichtenberg zu beheimaten. Ein echter Gewinn für unseren familienfreundlichen Bezirk.“

Sach- und Geldspenden gebraucht

Damit die Eröffnung pünktlich erfolgen kann, werden noch viele Einrichtungs- und Alltagsgegenstände gebraucht. „Wir freuen uns über jede Spende, seien es Teller, Tassen, Besteck, Spielzeug, Schränke oder gar ein Schreibtisch.“ Auch Geld ist noch vonnöten. Um den konkreten Bedarf zu erfahren, ist eine vorherige Kontaktaufnahme sinnvoll. E-Mail: info@leslefam.de oder Tel. 030 43 92 15 85. „Und selbstverständlich sind alle Leute herzlich willkommen, die bei uns mitmachen und sich engagieren wollen“, sagt Constanze Körner.
Weitere Informationen unter: www.leslefam.de

P.S.
After CSD Brunch für Regenbogenfamilien am Sonntag, 28. Juli, im JuFaZ, Eitelstraße 19, Weitlingkiez, zum Kennenlernen, Austauschen, Spielen, Beratung


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