Jugendkunstschule Lichtenberg wurde bei laufendem Betrieb saniert

Kurse nun ohne Krach und Baulärm

10.11.2018, Steffi Bey

Fotos: Steffi Bey. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Neu-Hohenschönhausen. Schon die Fassade ist ein echter Hingucker geworden: Breite, rot abgesetzte Streifen gehen in blaue und ockerfarbige Bereiche über. Wie ein bunter Rahmen wurde das „Gesicht“ der Jugendkunstschule (JuKs) Lichtenberg an der Demminer Straße in Szene gesetzt. „Wow – es ist ein schönes Gefühl, das alte Haus in seinem neuen Gewand zu sehen“, sagt Christina Schulz und lächelt. In diesen Tagen kann sie das erste Mal seit ungefähr drei Jahren ein bisschen durchatmen. Denn hinter der Leiterin und ihrem engagierten Team liegen besonders kraftaufwendige, an den Nerven zehrende Monate. Bei laufendem Betrieb wurde das gesamte Ensemble auf dem Grundstück an der Demminer Straße in Neu-Hohenschönhausen umgebaut.

Zwei Jahre lang ständig umgezogen

In einem ersten Abschnitt entstand aus dem einstigen Gartenhaus im hinteren Teil des Geländes eine moderne Kunst-Kita. Die Werkstätten und Ateliers, die sich dort befanden, mussten in das vordere Gebäude – einen typischen DDR-Kitabau von 1985 ziehen. Klingt erst einmal logisch, war aber mit logistischen Höchstleistungen verbunden und nur durch viel Verständnis der Kursteilnehmer sowie dem Tatendrang der Künstler und Pädagogen möglich. „Umgezogen wurde innerhalb des neuen JuKs-Hauptgebäudes während der zweijährigen Bauphase eigentlich ständig“, berichtet Christina Schulz. „Mit einer Menge Provisorien und unter Lärm war es oft schwierig die Angebote aufrecht zu erhalten“, sagt der Diplom-Künstler Gregor Kalin. Und auch die Malerin und Grafikerin Saskia Wenzel, Vorstandsvorsitzende vom Verein Albus, dem Träger der Jugendkunstschule, betont: „Wir haben wirklich alle eine Menge Idealismus, Eigeninitiative und eine riesige Portion Optimismus an den Tag gelegt.“ Zudem lobt sie die gute Zusammenarbeit mit den Buddensieg Ockert Architekten (BOA) und den Baufirmen.

Kreativ-Räume, PC-Kabinett und Fotolabor

Die neue Kunstkita ARTKI wurde bereits im Frühjahr 2016 eröffnet. 60 Mädchen und Jungen genießen dort eine ganz besondere Förderung: Jedes drei- bis fünfjährige Kind kann sich einmal wöchentlich in einer Werkstatt der Jugendkunstschule ausprobieren. „Wir gehen dabei auf spezielle Kita-Themen, wie beispielsweise Wasser, ein“, sagt Saskia Wenzel.

Nun wird sich der tägliche Betrieb in der sanierten Jugendkunstschule systematischer und für alle Beteiligten einfacher gestalten. „Ich gehe davon aus, dass jetzt sämtliche Werkstätten an ihrem richtigen Ort untergebracht sind“, sagt die JuKs-Chefin. Im ehemaligen Keller – ab sofort wird es Untergeschoss genannt – stehen vier neue Kreativ-Räume zur Verfügung: ein PC-Kabinett, eine Druckwerkstatt, ein Mehrzweck- und Tanzraum sowie ein Fotolabor. Große Fenster lassen viel Licht hinein und erinnern nicht mehr an den einstigen Lager-Bereich.

Auch die beiden oberen Etagen sind hell, modern, mit Holzverzierungen und vor allem großzügig gestaltet. Es gibt unter anderem eine Filz-, Textil-, Bau-, Plastik-, Graffiti- und Bildhauerwerkstatt sowie einen Keramikbereich und die Möglichkeit zum Töpfern.

Dach, Fenster, Heizung – alles neu

Das gesamte Gebäude wurde energetisch saniert: Dazu gehören neue Fenster, neues Dach sowie das Aufbringen eines   Wärmedämmverbundsystems an der Fassade. Im Zuge des Kitaausbaus wurde bereits die Heizungsanlage erneuert. Außerdem ist die Jugendkunstschule jetzt durch die Installation eines Aufzuges behindertengerecht. Zu den Highlights gehört die Neugestaltung des Eingangs. An dieser Stelle wurde die Fassade verglast und bis ins Obergeschoss erweitert. Entstanden ist ein Lichthof, der künftig als Eingang und Ausstellungsfläche dient. Mehr Platz steht nun ebenso für das „Team Schule“ bereit. „Seit Herbstbeginn können bei uns jeden Mittwoch gleichzeitig zwei Schulklassen praktischen Kunstunterricht durchführen.“ Für die umfangreiche Sanierung der JuKs standen rund 1,9 Millionen Euro, davon 1,697 Millionen aus dem Programm Stadtumbau Ost, zur Verfügung.

Eine offizielle Einweihungsfeier soll voraussichtlich im Frühjahr 2019 stattfinden, wenn die Außenanlagen fertig sind. Und auch ein Jubiläum gibt es nächstes Jahr. Dann wird die Jugendkunstschule 25 Jahre alt. „Das feiern wir im Herbst“, kündigt Christina Schulz an.

 

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