Kreativität und Tempo bei Auswahl, Konzept und Umsetzung gefragt

Kunstwettbewerb für den Nöldnerplatz

06.02.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Auf dem Nöldnerplatz ist die Errichtung eines dauerhaften Kunstwerkes vorgesehen. Bis zu 119.500 Euro hat der Bezirk insgesamt dafür eingeplant. Und schnell muss es gehen: Schon bis zum 30. November 2019 soll alles fertig sein. Welche Dimensionen das Werk hat und wo genau es auf dem knapp vier Hektar großen Platz stehen, liegen oder schweben wird, ist indes noch völlig offen. „Das wird sich erst im Verlauf des Wettbewerbs, Kunst im Stadtraum – Künstlerische Gestaltung des Nöldnerplatzes‘ ergeben“, sagt Katrin Röseler-Soult, die Leiterin der Geschäftsstelle Kunst am Bau und im Stadtraum. Denn zunächst können sich bis zum 22. Februar professionelle Berliner Künstlerinnen, Künstler und Künstlergruppen, die sich das Projekt zutrauen, mit ihren Referenzen (noch nicht mit Vorschlägen!) bewerben. Die Unterlagen dazu sollen ausschließlich per E-Mail an: kunst.noeldnerplatz@lichtenberg.berlin.de gesandt werden. Als Referenzbeispiel gilt dabei ein geschaffenes Kunstwerk oder der Entwurf für ein noch nicht geschaffenes Werk. Im März entscheidet ein Auswahlgremium, welche acht Bewerber zum eigentlichen Wettbewerb antreten dürfen. Erst dann soll es an die Erarbeitung von Konzepten und Entwürfen gehen. Im Anschluss ist eine Präsentation vor Anwohnern und Anliegern geplant. Mitte des Jahres entscheidet eine Jury welches das Siegerkonzept ist. Für die Verwirklichung bleiben danach also gerade einmal etwas über fünf Monate. Auch das wird eine Herausforderung für die Sieger sein.

Der Wettbewerb für die Kunst im Stadtraum auf dem Nöldnerplatz geht auf einen Vorschlag aus dem Lichtenberger Bürgerhaushalt zurück. 2017 hatte ihn die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen.

Aufenthaltsqualität trotz Verkehrs

Der Nöldnerplatz, benannt nach dem 1944 hingerichteten Antifaschisten Erwin Nöldner, gelegen zwischen Victoriastadt und Weitlingkiez, wurde erst 2004 bis 2006 vom Büro Weidinger Landschaftsarchitekten neu gestaltet. Es gibt einen Spielplatz, Aufpflasterungen, große Rasenflächen, Sträucher, Stauden und zahlreiche alte Bäume. Bänke laden in der warmen Jahreszeit zum Verweilen ein. Und das, obwohl das grüne Areal von der Lückstraße, dem Archibaldweg, der Nöldnerstraße, der Schlichtallee und der Fischerstraße mit ihren Fahrzeug-Verkehren stark beeinflusst ist. Viele Passanten nutzen die neu gestalteten Wege als kürzeste Querung des Nöldnerplatzes zum gleichnamigen S-Bahnhof oder zu den Bushaltestellen. Neben Anwohnern sind es unter anderem Lernende von der Max-Taut-Schule sowie weiteren Bildungseinrichtungen, Beschäftigte aus Gewerbebetrieben und von der Polizeidirektion 6.

Ein geschichtsträchtiger Platz

„Das Ziel dieses Wettbewerbes ist es, den Nöldnerplatz sowie den historischen Hintergrund des Quartiers durch eine selbstbewusste künstlerische Aussage zu akzentuieren“, heißt es in den Unterlagen zum Bewerbungsverfahren. Ansatzpunkte dafür gibt es zur Genüge. In der Umgebung rund um den heutigen Nöldnerplatz war der Grafiker, Zeichner, Maler und Fotograf Heinrich Zille zu Hause. Hier wohnte und lebte er mit seiner Familie zwischen 1884 und 1892 unter anderem in der Pfarrstraße (damals Schillerstraße), in der Geusenstraße am Tuchollaplatz (damals Victoriaplatz), sowie in der heutigen Nöldner- und in der Fischerstraße.

Auf dem nördlichen Teil des Platzes, in der Nähe des Bahnhofs, weihte das Bezirksamt 2010 einen Gedenkstein zur Erinnerung an Rummelsburger Bürgerinnen und Bürger ein, die aus unterschiedlichen Überzeugungen von 1933 bis 45 Widerstand gegen die Nazidiktatur leisteten. Der vom Architekten Max Taut in der Zeit der Weimarer Republik entworfene Schulkomplex an der Südseite war seinerzeit einer der größten Schulneubauten.

Die Entscheidungskriterien

Beurteilungskriterien der Jury für die im Wettbewerb entwickelten Konzepte werden unter anderem die Entwurfsidee und der künstlerische Leitgedanke, die gestalterische Umsetzung, räumliche Einbindung, Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und technische Machbarkeit sein. Bei der Entscheidung für den Sieger-Entwurf finden ebenso die Wirtschaftlichkeit in der Erstellung und im Unterhalt Berücksichtigung. Die sieben Wettbewerbsteilnehmer, deren Konzepte und Entwürfe nicht gewinnen, erhalten eine Aufwandsentschädigung von jeweils 2.000 Euro.

Hier die PDF zum Bewerbungsverfahren. Weitere Informationen: Katrin Röseler-Soult, Leitung der Geschäftsstelle Kunst am Bau und im Stadtraum und bezirkliches Standortmarketing, Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin, Tel.: 030 90296 3301, katrin.roeseler-soult@lichtenberg.berlin.de

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