Zum 5. Mal Kunst: offen und zwei neue Ausstellungen im Schloss

Ein ganzer Tag voll Kultur

13.06.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Ulrich Uffrecht (1-3), Franziska Hauser (4-5), Birgitt Eltzel (6)

Marzahn-Hellersdorf. Wer an diesem Sonntag, 14. Juni, noch nichts vor hat, kann einen ganzen Tag voller Kunst im Bezirk genießen. Denn 27 Ateliers, Werkstätten, Galerien und andere Kunsträume laden zwischen 10 und 18 Uhr unter dem Motto „Kunst: offen“ zu einem Tag der offene Tür ein. Der Besuch ist kostenfrei. Natürlich können auch Kunstwerke käuflich erworben werden.

Mit Hygiene und Abstandsregeln

Bereits zum 5. Mal findet dieser Tag statt – in diesem Jahr allerdings etwas anders als üblich. Denn in Zeiten der Corona-Pandemie gelten natürlich die Hygiene- und Abstandsregeln. Die Gastgeber legen selbst fest, wie viele Besucher gleichzeitig ihr Grundstück bzw. ihre Räume betreten können. Marzahn-Hellersdorfs Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke): “Die Öffnung der Ateliers ist aktuell ein extrem wichtiges Signal. Künstlerinnen und Künstler haben in der ersten Phase der Pandemie viel Unterstützung erfahren. Sie wollen davon auch etwas zurückgeben und den Besuchern ihr Können und ihre Werke zeigen.“ Sie sei sicher, dass gerade dieser Sonntag zeigen werde, wie viel Farbe, Freude und Zuversicht in den Ateliers und auf den Staffeleien im Bezirk zu finden sind.

Auch die Gärten werden gezeigt

Es sind nicht immer nur geschlossene Räume, in denen man sich mit den Künstlern austauschen kann. Viele öffnen auch ihre Gärten wie der Maler Ulrich Uffrecht in Biesdorf oder das Atelier Döring in Mahlsdorf. Die Malerin und Illustratorin Antje Püpke in Kaulsdorf kann ebenfalls mit Kunst im Grünen aufwarten, zudem gibt es Musik mit Wolfgang Ohmer. Das gesamte Programm mit vielen weiteren Informationen finden Sie hier…

Ausstellung Ronald Paris im Schloss Biesdorf

Ein kulturelles Highlight dieses Tages findet sich in Schloss Biesdorf: Dort wird unter dem Titel „Bilder vom Sein“ eine Ausstellung des bekannten Malers Ronald Paris eröffnet – Bilder aus 60 Jahren, die beispielhaft für das Lebenswerk des renommierten Künstlers stehen. Paris war Meisterschüler bei Otto Nagel – eines seiner im Schloss präsentierten Bilder zeigt den Lehrmeister, der etliche Jahre in Biesdorf lebte. Andere Porträtierte waren der Sänger Ernst Busch, der Komponist Hanns Eisler, der Dramatiker Heiner Müller, der Regisseur Harry Kupfer und die Schauspielerin Inge Keller – der 1933 geborene Paris hatte schon immer eine große Nähe zum Theater.

Jugend im Zustand des Übergangs

Die Exposition wird im 1. Obergeschoss des Schlosses gezeigt. Im Erdgeschoss gibt es ebenfalls eine neue, spannende Ausstellung, die wie die Paris-Schau bis zum 14. August läuft. Mit „Land in Sonne – Porträt der Nachwendejungend Ostberlins“ stellt die Fotografin Christine Fenzl Jugendliche aus Hellersdorf, Marzahn, Lichtenberg und Hohenschönhausen vor, die in der Wendezeit oder danach zur Welt kamen. Sie spürt den Geschichten und Erwartungen der Protagonisten nach, zeigt die Menschen unverstellt, im richtigen Licht und in einem vertrauten Moment, heißt es im Ausstellungstext. „Die sich im Wandel befindlichen Orte, in denen insbesondere die Plattenbauarchitektur auf die Vergangenheit schließen lässt, spiegeln dabei auch die Jugend als einen Zustand des Übergangs wieder.“

Keine Vernissagen, dafür länger geöffnet

Beide Ausstellungen werden aufgrund der Hygienemaßnahmen nicht mit Vernissagen eröffnet. Am Sonntag wird das Schloss dafür, wie immer bei freiem Eintritt, von 10 bis 21 Uhr geöffnet sein.
Übrigens: Im Lesegarten von Schloss Biesdorf gibt es um 11 Uhr ein „Musikalisches Rendezvous mit Cello und Harfe“ (Dagmar Flemming, Harfe und Uta Hoyer, Cello), Eintritt: 3 Euro. Anmeldung unter Tel. 030-526 78 45 93 erbeten.

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden