Kristina Schrandt organisiert eine Galerie im Hausflur

Kunst im Doppelhochhaus

26.09.2018, Steffi Bey

Fotos: Steffi Bey (1), Birgitt Eltzel (2)

Marzahn. Das Doppelhochhaus an der Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 ist schon etwas Besonderes: Auf dem Dach befindet sich der berlinweit einmalige Skywalk – die degewo-Plattform mit einem tollen Blick auf Berlin. Und im Foyer gibt es einen wunderbaren Ausstellungsort: die Galerie im Hausflur.

Abwechslung für Mieter und Besucher

Für Mieter und Besucher wird der Weg zum Fahrstuhl zu einer kunstvollen Abwechslung. In 28 Rahmen hängen verschiedene Werke und peppen die Wände ein bisschen auf. Wer sich die Zeit nimmt und intensiv die Ausstellungsstücke betrachtet, kann für einen Moment in eine andere Welt eintauchen: Die farbenfrohen Landschaften genießen, historische Gebäude in Brandenburger Dörfern entdecken oder einen weit verzweigten Kletterbaum betrachten.

Heidrun Kaiser gestaltete diese Aquarelle. Sie gehört zu den „Montagsmalern“, die sich einmal pro Woche in Biesdorf zum gemeinsamen Zeichnen und Malen treffen. Dass sie seit einem Vierteljahr einen Teil ihre Bilder in der Hausflur-Galerie zeigt, hat sie Kristina Schrandt zu verdanken.

Originale an der Wand

Denn die Seniorin hat seit gut einem Jahr den Hut für die Schau im Hochhaus auf. „Ich wurde von der degewo gefragt, ob ich diese Aufgabe übernehmen möchte“, sagt die agile Marzahnerin. Kunst-Erfahrungen sammelte sie bereits in den vergangenen Jahren mit dem sogenannten Kiezschaufenster in Marzahn. Auch dort kümmert sie sich um eine abwechslungsreiche Gestaltung, spricht Hobbykünstler an, die ihre Arbeiten präsentieren möchten.

So ähnlich läuft das auch bei der Galerie im Hausflur. Mit dem Unterschied, dass dort Originale ausgestellt werden. Im Schaufenster hängen dagegen die von Kristina Schrandt abfotografierten Werke. „Das ist einfach eine Vorsichtsmaßnahme“, betont die 72-Jährige, die sich selbst „schon lange für Kunst interessiert“. „Ich bin jemand, der sich einmischt im Kiez und gerne mitgestaltet und vor allem möchte, dass es noch lebenswerter wird“, sagt sie. Deshalb war sie beispielsweise Sprecherin im Quartiersrat.

Liste mit 50 Interessenten

Wenn sie etwas anpackt, dann macht sie es richtig: Mitunter ohne auf die Uhr zu schauen, dafür immer auf der Suche nach spannenden, neuen Dingen. Um Hobbykünstler für die Galerie zu finden, besuchte sie wochenlang viele Ausstellungen. Sie ging zu Vernissagen, knüpfte Kontakte zu Freizeit-Künstlern und hat inzwischen eine lange Liste auf der 50 Interessenten stehen. „Die wird nun nach und nach abgearbeitet“, sagt sie.

Fest steht: Jeweils ein Vierteljahr bleiben die Kunstwerke der Hobbymaler oder –fotografen hängen. Abwechslungsreich sollen die Ausstellungen sein: Nach farbenfrohen Bildern können Schwarz-Weiß-Werke folgen oder welche mit einer ganz anderen Technik. Damit Mieter und Besucher wissen, wessen Handschrift sich dahinter verbirgt, gibt es jedes Mal einen Aufsteller mit Informationen zum Künstler. Für die degewo ist Kristina Schrandt ein Glücksfall. „Wir sind sehr froh, so eine engagierte Mieterin zu haben, die die Ausstellungen organisiert“, erklärt Hannah Rottkord vom Quartiersmanagement der degewo.

Eine fast 20-jährige Tradition

Initiiert wurde die ungewöhnliche Plattform zur Präsentation in der Raoul-Wallenberg-Straße 40/42 schon 1999. Anfangs gab es noch Vernissagen. Zwischenzeitlich war das Interesse sowohl von Künstlern als auch Besuchern zurückgegangen. Seit dem Kristina Schrandt die Sache leitet, sind jedenfalls immer alle 28 Rahmen gefüllt.

Weitere Informationen zur Galerie im Hausflur bei Hannah Rottkord unter Tel. 264 85 26 12.

 

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