Bürgerhaushalt: Wunsch nach Kunstpfad durch Marzahn-Hellersdorf

Kultur beim Spazierengehen

05.11.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Michael Wiedemann hat den Wunsch nach einem Kunstpfad durch den Bezirk in die Diskussion zum Bürgerhaushalt eingebracht. Der Kunstsammler und Geschäftsmann aus Mahlsdorf, der mit seinem Kreis „Kunstfreunde für Marzahn-Hellersdorf“ regelmäßig Ausstellungen im alten Rathaus Marzahn veranstaltet, findet, dass der Bezirk mit seinen Pfunden wuchern sollte. Denn zwischen Mahlsdorf-Süd und Marzahn-Nord gibt es viele kulturelle Einrichtungen, Marzahn-Hellersdorf gilt zudem als der Berliner Bezirk mit den meisten Kunstwerken im öffentlichen Raum. Das müsse man bekannter machen, findet Wiedemann, auch um die teilweise falsche Wahrnehmung von Marzahn-Hellersdorf in der Öffentlichkeit zu ändern.

Bereits 2013 gab es ein gefördertes Projekt

Allerdings: Die Idee eines solchen Kunstpfades gab es schon einmal, seinerzeit ebenfalls angeregt von Wiedemann und seinen Kunstfreunden. Und sogar Geld für ein solches Projekt. 30.000 Euro waren für eine 2013 gestartete Machbarkeitsstudie der Akademie für Berufsförderung und Umschulung gGmbH (ABU) ausgegeben worden, die 2015 vorgelegt wurde. Das Geld kam aus Fördermitteln des Bezirklichen Bündnisses für Arbeit (BBWA) und wurde somit für eine Arbeitsförderungsmaßnahme verwandt. Ein Jahr lang wurden Ideen und Möglichkeiten, Potenziale, Kosten und Risiken in Workshops und einer Projektgruppe diskutiert und geprüft. Doch wie die Wahrnehmung der durchaus beachtlichen Kunstwerke in Marzahn-Hellersdorf konkret verbessert werden soll, blieb letztlich offen. Es geschah – nichts.

Kulturstadträtin bedauert

Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) hält das für bedauerlich: „Ich halte die Realisierung für wünschenswert.“ Im Rahmen des neuen Berliner Tourismuskonzeptes, das die Besucherströme aus der City auch in die Außenbezirke lenken will, sei das auch landesweit erstrebenswert. Sie sagt, sie habe einen solchen Kunstpfad schon 2013 für realistisch gehalten. Man hätte mit einer oder zwei Tafeln starten können, ähnlich wie bei den „Stolpersteinen“, die nach und nach gesetzt werden, um an jüdische Opfer der NS-Diktatur zu erinnern. „Es gab ja schon einen Vorschlag, mit dem Sandmann-Haus zu beginnen. Warum aus dem einfachen Projekt Infotafeln an Kunstobjekten dann ein Riesenprojekt mit Segway-Touren und ähnlichem geworden ist, kann ich nicht mehr gut nachvollziehen“, sagt die Stadträtin. „Mein Vorschlag ist immer noch: Mit fünf Tafeln anfangen, dann merken die Leute: gutes Projekt.“ Oder die Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin investiere einmal in ein wirklich berlinweites System.

Abstimmung ab Mitte Januar

Jetzt liegt der Vorschlag erneut auf dem Tisch– gemeinsam mit 281 anderen, die bis zum 15. Oktober für die Mittelvergabe im Rahmen des Bürgerhaushaltes 2020/21 eingereicht wurden. Vom 14. Januar bis 1. Februar 2019 können die Einwohner dann darüber abstimmen. Im Rahmen des sogenannten Bürgerbudgets von jeweils 200.000 Euro können kleinere Projekte mit Kosten bis 20.000 Euro verwirklicht werden, wenn sie bei der Abstimmung entsprechende Mehrheiten gefunden haben. Mal sehen, ob in diesem Rahmen Marzahn-Hellersdorf doch noch zu seinem Kunstpfad kommt. Beginnen könnte man mit 20.000 Euro durchaus.

 

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