Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge erweitert

Neubau bietet Platz für 65 Betten

20.12.2018, Marcel Gäding

So geht Krankenhaus heute: Blick in den Empfangsbereich der Neurologie im KEH. Foto: Marcel Gäding (Zum Vergrößern und für weitere Fotos bitte auf das Bild klicken)

Lichtenberg. Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) hat nach zwei Jahren Bauzeit ein neues Haus in Betrieb genommen: Vor wenigen Tagen überreichten Planer und Bauleute den symbolischen Schlüssel für den Dreigeschosser.

Gut 20 Millionen Euro kostete der Neubau, der sich zurückhaltend in das Gesamtensemble des KEH einfügt: Auf dem 125 Jahre alten Klinikareal dominieren Klinkerbauten aus der Entstehungszeit der einstigen, so genannten Irrenanstalt. Entworfen wurden sie vom berlinweit bekannten Architekten und Stadtbaurat Hermann W. A. Blankenstein (1829–1910). Daher war klar, dass ein Neubau zur Gegend passen muss – sowohl von der Gebäudehöhe als auch von der äußeren Gestaltung.

Atrien sorgen für Licht im Klinikneubau

Das ist den Planern unter der Leitung von Architekt Thomas Linne bestens gelungen. Der Dreigeschosser wurde quasi etwas im Boden versenkt, um nicht die Nachbargebäude zu überragen. Für ausreichend Licht in den unteren Etagen sorgen Atrien und großzügig angelegte Fensterflächen zu allen Seiten. Bei der Innengestaltung setzte das KEH auf schon bewährte Farbakzente an Wänden und Fluren.

Bereits der Eingangsbereich erinnert wenig an eine sterile Klinik. Besucher werden an einem Tresen in Holzoptik empfangen, der Wartebereich ähnelt einer Hotellobby. Auf jeder Etage findet sich ein Bezug zum christlichen Träger des KEH, dem Evangelischen Diakoniewerk Königin Elisabeth: schlichte Kreuze aus dunklem Holz. Wer das Haus betritt, sieht zudem einen Leitsatz des Theologen und Pastoren Friedrich von Bodelschwingh: „…dass ihr mir niemanden abweist“. Das KEH ist Teil der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel mit Sitz in Bielefeld. Zur symbolischen Schlüsselübergabe folgte auch die theologische Weihe durch Pastorin Hella Thorbahn: „Christus, segne dieses Haus.“

Der Neubau bietet zwei Stationen mit insgesamt 65 Betten Platz: Dort befinden sich nun das Diabeteszentrum mit eigener Pflegestation sowie die neurologische Abteilung, die unter anderem auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten spezialisiert ist. Auch das Medizinische Versorgungszentrum konnte im neuen Haus 100 untergebracht werden. Über eine verglaste Brücke gibt es einen Anschluss an Haus 3, in dem weitere Fachabteilungen des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge beheimatet sind.

Neubau ergänzt medizinische Versorgung in Lichtenberg

„Der Neubau ist ein weiterer, wichtiger Mosaikstein in der gesundheitlichen Versorgung von Lichtenberg und darüber hinaus“, sagt KEH-Geschäftsführer Michael Mielke. Unterstützung gab es vom Land Berlin, das künftig stärker in den Ausbau und die Erweiterung der Krankenhauslandschaft investieren will. „Die Gesundheitsverwaltung setzt sich dafür ein, dass wir noch mehr Geld für die pauschale Förderung in Investitionen zur Verfügung stellen“; erklärt Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD). Ein Ziel sei unter anderem ein zukünftiges Krankenhausinvestitionsprogramm für Berlin. Für Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) ist der Neubau eine gute Antwort auf den wachsenden Zuzug in den Bezirk. Dadurch entstünde auch ein höherer Bedarf in Sachen medizinische Versorgung. „Das KEH ist ein gut aufgestelltes Krankenhaus“, sagt Grunst.

Das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge wurde einst als Irrenanstalt gegründet, war lange Zeit auf die Behandlung psychischer Erkrankungen spezialisiert. Nach der Wende wurde das Krankenhaus erweitert und zu einem modernen Klinikstandort ausgebaut. Mehr als 1.000 Beschäftigte kümmern sich jedes Jahr um mehr als 25.000 Patienten. Das KEH ist nicht nur auf Notfallversorgung, Geriatrie und die Versorgung Demenzerkrankter, Neurologie und Schlaganfallversorgung spezialisiert. Zu den Schwerpunkten gehören auch Orthopädie und Unfallchirurgie, Gefäßmedizin, tumormedizinische Behandlungen, Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie sowie Psychiatrie und Psychotherapie und Psychosomatik.

 

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