Gut besuchter Infomarkt im Bezirklichen Informationszentrum

Kienbergpark ist ein Jahr alt

22.03.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Die Plattform am Wuhleteich vor dem Umweltbildungszentrum (UBZ)  am Kienberg ist ein Highlight des neuen Kienbergparks, der nach dem Abschluss der IGA Berlin 2017 entstand. Der neue Volkspark, der sich nach vollständiger Öffnung aller Flächen im Frühling vergangenen Jahres über 60 Hektar erstreckt, wurde jetzt ein Jahr alt. Über seine weitere Entwicklung und verschiedene Angebote wurde am Mittwochabend, 20. März, im Bezirklichen Informationszentrum (BIZ) an der Hellersdorfer Straße 159 informiert. Mehr als 100 Besucher waren gekommen.

Art und Weise der Information ließ zu wünschen übrig

Allerdings ließ die Art und Weise der Information doch Wünsche offen. Denn es fand ein sogenannter Infomarkt statt – an Ständen präsentierten sich Vertreter verschiedener Einrichtungen. Wer Fragen hatte, musste sich mit anderen Wissbegierigen drängen. Und oftmals wurden an den verschiedenen Infopunkten dann auch dieselben Fragen gestellt. Nicht auf alle gab es (und konnte es geben!) konkrete Antworten wie beispielsweise zum Verbleib der Seilbahn. Bekannt ist, dass der Betreiber, die aus Südtirol stammende Leitner AG einen Vertrag für den Betrieb bis 2020 hat sowie eine Option auf weitere 10 Jahre. Geprüft wird derzeit mit dem Entwurf des Berliner Nahverkehrsplan bis 2023 eine Einbindung in das ÖPNV-Netz der Hauptstadt. Doch was, wenn das nicht gelingt? Eine Antwort darauf gab es an diesem Abend nicht.

Konkreter Start der Beweidung unklar

Offen blieb bei der Infoveranstaltung auch der konkrete Start der vorgesehenen Beweidung von verschiedenen Grünflächen im Wuhletal. Auf Schautafeln konnten sich die Interessierten jedoch schon mal die Areale ansehen. Wann aber die bisher noch in den „Gärten der Welt“ untergebrachten Schafe und Kühe zu den bereits dort grasenden Pferden der Rasse Dülmener ziehen werden, steht noch nicht genau fest. Frank Wasem, der für die Tiere verantwortlich ist, verwies auf Vandalismus. Immer wieder werden Weidezäune kaputt gemacht. Im vergangenen Jahr wurde die Pferdekoppel sogar teilweise zerstört und die Tiere hinausgetrieben. In den letzten Wochen tauchten Flugblätter mit den Bildern von Pferden, Rindern und Schafen auf, die mit dem Tod der Tiere drohten. Wir berichteten über den Vandalismus, bei dem auch der Schauweinberg am Kienberg vernichtet wurde. Wie Parkmanager Arne Dainz sagte, wurden bei den bereits im vergangenen Jahr vorgestellten Weideflächen im Wuhletal gemäß Wünschen von Anwohnern Veränderungen vorgenommen. So sollen sich die Zäune nicht direkt an der Wegrändern befinden, sondern etwas von diesen zurückgesetzt. Am 14. Mai führt die Diplombiologin Beate Kitzmann von der Naturschutzstation Malchow um 9 und 11 Uhr Kita- und Schulkinder durch das geplante Weidegebiet (rechtzeitig beim Umweltbildungszentrum anmelden!), am 17. September um 17 Uhr gibt es eine solche Führung noch einmal für Erwachsene.

Nachträgliche Info der Grün Berlin GmbH

Von der Pressestelle der Grün Berlin GmbH erhielt LIMA+ auf Nachfrage jetzt folgende Stellungnahme zur Beweidung: “Im Jahr 2019 sind einige Aktivitäten in der Beweidung geplant. Im Zentrum steht eine erste Erweiterung der Beweidungsflächen im Kienbergpark. Voraussichtlich ab dem Sommer 2019 wird mit der Zaunerrichtung auf den zwei südlichen Flächen des Arche-Parks begonnen. In Abstimmung mit der ökologischen Baubegleitung soll der Bau nach Beendigung der Brutsaison der Wiesenbrüter beginnen. Anschließend können die Kühe, die aktuell noch in den Gärten der Welt grasen, auf diese Flächen umziehen und ihre Arbeit in der Landschaftspflege beginnen. Wir erwarten uns dadurch eine große Verbesserung in der Pflegequalität hinsichtlich ökologischer Gesichtspunkte. Durch die tierischen Landschaftspfleger können sich die beweideten Flächen deutlich vielfältiger und ökologisch hochwertiger entwickeln, als es sich bei einer maschinellen Mahd oder bei einem Ausbleiben einer Pflege darstellt. Die Erweiterung der Beweidungsflächen ermöglicht es uns zudem mit einer Rotation der zwei Herden (Pferde und Rinder) zu beginnen und unsere geplante Multispeziesbeweidung einzusetzen. Zudem wird voraussichtlich bei unserer zweiten Schafrasse, den Coburger Füchsen, mit der Zucht begonnen. Die zwei Schafe dieser Rasse werden im Herbst durch einen Bock gedeckt und dann im Frühjahr 2020 das erste Mal ablammen.”

Sitzmöglichkeiten am Wuhleteich

Geplant ist, auf der beliebten Plattform am Wuhleteich im Sommer Sitzmöglichkeiten und möglichst auch eine Gastronomie anzubieten. Verträge dazu gibt es allerdings noch nicht, Gespräche laufen, erklärte Eike Friederici vom Umweltbildungszentrum. Dieses wird von der landeseigenen Grün Berlin GmbH betrieben, die auch den gesamten Kienbergpark pflegt.

Zahlreiche Veranstaltungen

Auch weitere interessante Veranstaltungen werden im Kienbergpark und in den „Gärten der Welt“ angeboten. Schon am kommenden Sonntag gibt es dort im Rahmen des Aktionstages „Erlebe Deine Region“ zwei Gratis-Führungen durch die internationale Gartenwelt (11 Uhr: durch den chinesischen Garten „Die Harmonie der sieben Dinge“; 14 Uhr: zu Kunst in der zeitgenössischen Landschaftsarchitektur). Treffpunkt ist im Besucherzentrum am Haupteingang Blumberger Damm. (Eintritt in die „Gärten der Welt“ ist kostenpflichtig!) Die Festsaison in der Anlage startet am 14. April mit dem beliebten Kischblütenfest (12-17 Uhr). Bei schönem Wetter kommen dazu immer mehr als 20.000 Besucher, viele von ihnen in phantasievollen Kostümen. Eine kostenlose, naturschutzfachliche Führung im Kienbergpark mit Stefan Braatz vom Planungsbüro Förster und dem Parkmanagement findet am 25. Juli von 17 bis 18.30 Uhr statt, Treffpunkt ist vor dem Umweltbildungszentrum.

Informationen zu den “Gärten der Welt” hier, zum Kienbergpark dort…

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