Nachtrag: Radfahren auf der Marzahner Brücke

Keine schnelle Lösung in Sicht

07.11.2018, Marcel Gäding

Foto: Marcel Gäding

Marzahn. Die Marzahner Brücke wird womöglich nicht so schnell fahrradfreundlich. Obwohl die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mehrheitlich beschloss, die Maßnahmen für die Verkehrssicherheit zu erhöhen, dürfte die Umsetzung auf sich warten lassen. Weder Senat noch Bezirk halten es derzeit für zielführend, an der Situation kurzfristig etwas zu ändern.

„Radweg kann nicht die Welt kosten“

Die Grünen hatten einen umfangreichen Forderungskatalog vorgelegt, LiMa+ berichtete kürzlich. Denn die Marzahner Brücke – über sie führt die Landsberger Allee – ist für Radfahrer gefährlich, weil es an Radwegen fehlt. Auch die Zufahrten von der Märkischen Allee auf die große Kreuzung stellt für Radfahrer ein Problem dar. Frühestens mit der grundhaften Sanierung der Marzahner Brücke könnten entsprechende Spuren für Fahrradfahrer angelegt werden. Allerdings wollen die Grünen nicht bis dahin warten. „Es kann nicht die Welt kosten, einen Radweg zu markieren“, sagt der Abgeordnete Stefan Ziller.

“Suggerierte Sicherheit birgt Gefahr”

„Der vorgelegte Forderungskatalog enthält leider keinen einzigen in den letzten Jahren nicht bereits hinreichend diskutierten Punkt“, sagt der für Verkehr zuständige Bezirksstadtrat Johannes Martin (CDU). Man sei sich mit allen Akteuren einig, dass die gefährlichsten Stellen im Bereich der Auf-/ Abfahrten bestehen. „Das heißt aber auch, dass es – bis zur baulichen Lösung – keinen durchgängigen Radfahrstreifen (durchgezogen) geben kann, sondern lediglich Schutzstreifen (unterbrochene Linie) und dies aufgrund der Fahrbahnbreiten nicht oder nur im begrenzten Umfang“, teilte Martin auf Nachfrage mit. Aus seiner Sicht würde durch eine solche Maßnahme eher noch eine Sicherheit suggeriert, die durch die Markierung nicht geschaffen werden kann. „Damit würde eher noch das Risiko steigen.“

48 Millionen Euro stehen bereit

Martin setzt daher auf den Umbau der Marzahner Brücke, für die bereits 48 Millionen Euro bereitstehen. Die Sicherheit des Radverkehrs könne nur in Form einer eigenen Fahrradspur und nur durch eine bauliche Veränderung erreicht werden, sagt Martin. „Dies sollte unser gemeinsames Ziel sein und nicht Maßnahmen, die eine Sicherheit vorgaukeln.“

Auch die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt hat mit provisorischen Radstreifen so ihre Probleme. „Im betroffenen Straßenraum ist die Anordnung von Schutzstreifen oder anderen Radverkehrsanlagen über den Bestand hinausgehend leider nicht möglich“, teilte Umweltstaatssekretär Stefan Tidow (Bündnis 90/ Die Grünen) bereits im Juni auf eine Anfrage des Abgeordneten Stefan Ziller mit.

„Insgesamt bleibt die Verkehrssicherheit gerade für Radfahrende auf der Marzahner Brücke angespannt“, stellt Bjoern Tielebein, der Chef der Linksfraktion in der BVV, mit. Letztlich könne nur durch die grundhafte Erneuerung der Brücke eine tatsächlich sichere Verkehrsführung ermöglicht werden. Dennoch fordert er: „Es sollte bis dahin jede Möglichkeit genutzt werden, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden zu verbessern.“

Radschnellweg entlang der U-Bahnlinie 5

Über den Vorwurf der Grünen, wenig Leidenschaft für den Radverkehr zu zeigen, schüttelt Johannes Martin den Kopf. Er setzt sich für „leistungsfähige Radverbindungen abseits der Verkehrsachsen“ ein. Dazu gehört auch, entlang der Trasse der U-Bahnlinie 5 eine „Radbahn“ zu bauen. Martin hofft, dass gemeinsam mit der Senatsverwaltung eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden kann.

 

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