Neustart einer Kampagne für demokratische Entwicklung des Bezirks

Bunter Wind für Lichtenberg

13.04.2019, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann

Lichtenberg.  „Bunter Wind für Lichtenberg“ heißt eine Kampagne, die am Donnerstag, 11. April,  mit einer Aktion auf dem Vorplatz des Bahnhofs Lichtenberg gestartet wurde. Sie steht für Solidarität und Menschenrechte im Bezirk. Damit wollen engagierte Lichtenberger ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierungen setzen.

121 Erstunterzeichner

„Bunter Wind für Lichtenberg“ hieß es erstmals 2014. Die Aktion wurde damals vom Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz im Rahmen der Proteste gegen einen damaligen extrem rechten Treffpunkt in der Lückstrasse ins Leben gerufen. Daran erinnerte auch Bürgermeister Michael Grunst (Linke). „Der Kiez weiß inzwischen, wie man mit der Szene umgehen muss“, sagte Grunst. Er betonte, dass das Bündnis eine breite Basis habe, die demokratischen Parteien aus der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung sind mit dabei, ebenfalls die Kirchen. So wie vor fünf Jahren wollen die Organisatoren deutlich machen, dass rechtsextreme und rechtspopulistische Anschauungen im Bezirk keine Chancen haben. Der Aufruf für ein buntes und tolerantes Lichtenberg wurde bis zum offiziellen Start am Donnerstag von 121 Unterstützern aus der Zivilgesellschaft sowie aus Initiativen, Vereinen und Politik unterzeichnet.

Neuauflage der Aktion von 2014

Die 2014er-Kampagane hatte in klaren Grundsätzen formuliert, wofür viele Engagierte im Bezirk stehen. Es gab danach viele Aktionen, Veranstaltungen und auch Protestkundgebungen gegen extrem rechte Aufmärsche oder gegen rassistische Proteste gegen Geflüchtetenunterkünfte. In den letzten Jahren ist viel passiert: Die gesellschaftliche Debatten haben sich verändert, 101 (von 209 Vorfällen gesamt) rassistische oder antimuslimische Vorfälle zählt das Lichtenberger Register für 2018. Zudem sind viele neue Bewohner in den Bezirk gezogen, neue Projekte und Initiativen entstanden. Daher hat sich das Lichtenberger Bündnis entschieden, die 2014 formulierten Grundsätze zu überarbeiten und die Kampagne neu aufzulegen.

Demokratischer Widerstand gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

Ziele ist es, Vielfalt, Solidarität, demokratische Kultur und Menschenrechte im Bezirk zu fördern. Es soll deutlich sichtbar gemacht werden, dass der Bezirk Lichtenberg für viele unterschiedliche Identitäten und Lebensentwürfe steht. Daher heißt es in der Präambel der aktuellen Grundsätze auch: „Die Qualität einer demokratischen Gesellschaft bemisst sich an ihrem gleichwertigen Umgang mit Menschen und Gruppen. Mit diesen Artikeln des Grundgesetzes sollen Menschen vor (struktureller) Diskriminierung und Benachteiligung geschützt werden. Dieser Rechtsanspruch auf Gleichheit ist unteilbar. Er setzt aber auch Grenzen. Und zwar da, wo Menschengruppen herabgewürdigt, Geschichte geleugnet oder wo diskriminiert wird.“  Bezirksbürgermeister Michael Grunst: „Wer Menschen auf Grund von Unterschieden diskriminiert oder ausgrenzt, trifft in Lichtenberg auf demokratischen Widerstand. Wir wollen zeigen, dass es viele sind, die diese Ideale teilen.“

Alle neuen Lichtenberger willkommen heißen

Das Bündnis wehrt sich dagegen, dass rechte oder rechtspopulistische Akteure vermeintliche Sicherheit und einfache Lösungen versprechen. Es setzt sich für eine Vielfalt an Ideen und Lebensweisen im Bezirk ein. Jeder Mensch müsse die Möglichkeit haben, das eigene Lebensumfeld aktiv mitzugestalten, heißt es in den Grundsätzen. Das Bündnis will die politische Entwicklungen vor Ort aktiv gestalten und begleiten. Alle Menschen, die neu nach Lichtenberg kommen, sollen dort willkommen sein und respektvoll behandelt werden.

Weitere Informationen unter www.bunterwind-lichtenberg.org


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