Spielplatzinitiative: Ein besonderes Gedenken an einen Freund

Käsekuchenparty für Klaus

22.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Seine Käsekuchen waren legendär. Der vor kurzem unerwartet verstorbene, beliebte Journalist Klaus Teßmann, wir berichteten, war den Genüssen des Lebens nicht abhold. Ihm zu Ehren veranstaltete die Spielplatzinitiative Marzahn e.V. deshalb am Himmelfahrtstag, 21. Mai, eine Käsekuchenparty auf dem Westplatz des Vereins an der Ahrensfelder Chaussee. Und sie hätte ihm bestimmt gefallen. Denn er selbst hatte bei dem Verein, in dem er ehrenamtlich tätig war, schon einmal einen Wettbewerb um die besten Käsekuchen und -torten initiiert. Und wenn er sich auf den Abenteuerspielplätzen ankündigte, wurde von den Frauen immer extra Quarkkuchen für ihn gebacken, erzählt Matthias Bielor, der Vereinsvorsitzende.

Petra Pau: Er fehlt uns allen

Zwar musste in Corona-Zeiten Abstand gehalten werden. Auch Mund- und Nasenschutz wurde am Donnerstag von vielen getragen, obwohl man unter freiem Himmel zusammenkam. Viele, die Klaus mochten und teilweise seit Jahrzehnten kannten, waren gekommen. Auch die Bundestagsabgeordnete der Linken und Vizepräsidentin des höchsten deutschen Parlaments, Petra Pau. Sie hatte zwar keinen Kuchen mitgebracht, dafür 20 Tomatenpflänzchen. Die gehörten zu insgesamt 1.500 Pflanzen der Sorte „Harzfeuer“, die sie am Dienstag und Mittwoch in Marzahn-Hellersdorf verteilt hatte. „Klaus Teßmann wäre bestimmt gern dabei gewesen“, sagte die im Bezirk direkt gewählte Abgeordnete. „Er war eigentlich immer präsent, in Marzahn-Hellersdorf und auch in Lichtenberg. Er fehlt uns allen.“ Selbst gebacken hatten die Berliner Abgeordneten Dr. Manuela Schmidt (Linke) und Stefan Ziller (Bündnis 90/Grüne). Während Manuela Schmidt ein sächsisches Rezept gewählt hatte, war der Käsekuchen von Stefan Ziller vegan. Ein Freund aus dem Pyramidengarten in Neukölln hatte eine Quarktorte nach spanischem Rezept mitgebracht, Susanne Gontard aus Marzahn eine italienische Variante beigesteuert. Insgesamt zwölf Kuchen standen auf der Tafel – Klaus hätte sich wohl gar nicht so leicht entscheiden können: Welchen probiert man nun zuerst? Mit kleinen Länderfähnchen aus Papier, analog solchen, wie sie auf den jeweiligen Kuchen steckten, konnten die Esser abstimmen. Allerdings waren nicht genug Fahnen von jeder Sorte da – so dass das Ergebnis ein klein wenig willkürlich wirkte. Egal, es ging ums Mitmachen – Klaus Teßmann hätte jedenfalls seine Freude an der ihm gewidmeten Party gehabt.

Freunde vom Gutshaus unterstützen Mutter

Klaus Teßmann, der keine Geschwister hat, hinterlässt seine 88-jährige, verwitwete Mutter. Helga Teßmann wird in dieser Zeit ganz besonders vom Verein Gutshaus Mahlsdorf unterstützt, in dem ihr Sohn seit mehr als 20 Jahren ein aktives Mitglied war. Monika Schulz-Pusch und ihr Mann Detlef kümmern sich in Berlin, so u.a. um die Auflösung der Wohnung und viele Formalitäten. Denn die betagte Mutter wohnt in Bergen auf Rügen und kann das nicht selbst erledigen. „Klaus war uns seit vielen Jahren ein guter Freund“, sagt Monika Schulz-Pusch. Da sei eine solche Unterstützung Ehrensache. Eine Gedenkfeier werde es im Gutshaus auch geben, aber erst später. Jetzt gehe die praktische Hilfe vor. „Wir geben den Termin bekannt, wenn er feststeht“, sagt sie. Zudem soll im Gründerzeitmuseum eine Tafel angebracht werden, die an Klaus Teßmann erinnert. Dieser hatte fast jede Woche Besucher durch das von Charlotte von Mahlsdorf gegründete Museum geführt. „Die Tafel für Klaus wird neben der für Charlotte hängen“, sagt Monika Schulz-Pusch.

Dank von Helga Teßmann

Helga Teßmann, der wir unseren Nachruf und die dazu auf Facebook veröffentlichten Kommentare von Freunden und Bekannten übermittelten, hat folgende Worte danach geschrieben und uns geschickt: „Liebe Freunde im Internet. Als Mutter von Klaus Teßmann danke ich Euch allen sehr herzlich für Eure Beileidsbekundungen. Ich bin überwältigt von Eurer Anteilnahme und kann meinen Dank gar nicht in Worte fassen. Ich kenne Euch jetzt mit Vornamen, aber ich wusste gar nicht, dass Klaus von so vielen lieben herzensguten Freunden umgeben war. Ihr kennt ihn aber gut – Mohnzopf, Käsekuchen, Hackepeterstullen –! Ich bin überwältigt. Eure Grüße helfen mir sehr durch diese schwere Zeit zu kommen. Ich danke und grüße Euch von der schönen Insel Rügen. Helga Teßmann

Beigesetzt wird Klaus Tessmann in seiner Heimatstadt Bergen. Die Trauerfeier soll im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.

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