Die Ringelnatz-Siedlung wird komplettiert

Jetzt kommt der Süden dran

20.02.2016, Linna Schererz

Fotos: Linna Schererz

Biesdorf-Nord. Nachdem im Rahmen des Stadtumbau Ost von 2002 bis 2007 mehr als 4.300 Wohnungen sowie zahlreiche sogenannte Gesellschaftsbauten wie Kitas und Schulen mangels Bedarf abgerissen wurden, wächst jetzt auch in Marzahn-Hellersdorf die Bevölkerung wieder. Betrug der Wohnungsleerstand im Bezirk um 2002 mehr als 15 Prozent, sind es jetzt nur noch zwischen 1 und 2 Prozent. Deshalb wird wieder gebaut. Drei größere Quartiere (Hasenholzer Allee, Ortskern Biesdorf (LiMa+ berichtete) und die Ringelnatz-Siedlung Süd) mit mehr als 1.000 Wohnungen werden in den nächsten zwei Jahren errichtet, weitere sollen folgen.

Brache verschwindet
299 Wohnungen wird die degewo ab diesem Sommer bis Ende 2018 in der Ringelnatz-Siedlung Süd errichten. Das Gelände, auf dem bis in die 1990er-Jahre hinein Kleingärtner ihre Parzellen hatten, ist seit Jahren nur eine umzäunte grüne Brache. Denn angesichts des massiven Wohnungsleerstandes in der Vergangenheit hatte das landeseigene Unternehmen auf eine geplante Komplettierung der 1995 bezogenen Ringelnatz-Siedlung (369 Wohnungen) verzichtet. Das wird jetzt nachgeholt, erste Vorbereitungsarbeiten wie das Fällen von Bäumen an der Cecilienstraße sind schon gelaufen. Am Donnerstagabend, 18. Februar, informierte die Degewo die Siedlungsbewohner von den Anbau-Plänen in einer Mieterversammlung in der Turnhalle der Johann-Strauß-Grundschule.

Grüne Mittelachse wird fortgeführt
Sieben neue Wohngebäude (4- bis 6-geschossig) sollen auf dem rund 18.000 Quadratmeter großen Areal entstehen, der Baubeginn ist für Sommer dieses Jahres geplant. Nach Plänen des Büros Dahm Architekten und Ingenieure, das sich in einem Wettbewerb unter 34 Teilnehmern durchsetzte, werden die Häuser so angeordnet, dass sich drei grüne Innenhöfe, auf denen auch Platz zum Spielen vorgesehen ist, ergeben. Die niedrigere Bebauung ist an der Ringelnatzstraße gegenüber den schon vorhandenen Häusern vorgesehen, Sechsgeschosser sollen an der Cecilienstraße platziert werden. Der Großteil der Bäume an der Cecilienstraße (bis auf jene, die jetzt wegen der Vorbereitung der Baustelle gefällt werden mussten) bleibt erhalten und soll auch als Schallschutz dienen. Weitergeführt wird die als Spazierweg beliebte Mittelachse der Ringelnatz-Siedlung – im geplanten südlichen Teil wird diese bis zur Cecilienstraße über ein begrüntes Parkdeck geführt, auf dem auch noch einige oberirdische Parkplätze angeordnet werden.

Ein Drittel geförderte Wohnungen
Geplant sind 35 Ein-Zimmerwohnungen und 74 Zwei-Zimmerwohnungen, 153 Wohnungen werden drei Zimmer haben und 37 vier Zimmer. Wie Dirk Enzesberger, Leiter des degewo-Kundenzentrums Marzahn informierte, wird ein Drittel der Wohnungen öffentlich gefördert und ist daher nur mit Wohnberechtigungsschein zu bekommen. 80 Prozent aller Wohnungen werden zu Quadratmeterpreisen von 6,50 Euro bis 10,50 Euro vermietet (bruttokalt). Beispiele laut degewo: Eine 72 Quadratmeter große, geförderte Wohnung soll rund 690 Euro warm kosten, eine frei finanzierte Drei-Zimmerwohnung etwa 874 Euro warm. Alle Wohnungen bekommen Balkon oder Terrasse, nicht jede jedoch einen Keller. Dafür sind Abstellkammern in den Wohnungen vorgesehen – nur derjenige, dessen Kammer kleiner als 2,5 Quadratmeter ist, erhält auch einen Keller. Für Fahrräder und Kinderwagen sollen in den Häusern extra Abstellmöglichkeiten geschaffen werden.

Wenig Parkmöglichkeiten
Während 526 Abstellplätze für Fahrräder geplant sind (263 überdacht), sind bisher lediglich 108 Pkw-Stellplätze vorgesehen (davon 70 überdacht). Dafür gab es während der Mieterversammlung Kritik, denn schon jetzt reichen besonders am südlichen Ende der Siedlung die Parkplätze längst nicht aus. Marzahn-Hellersdorfs Stadtentwicklungs-Stadtrat Christian Gräff (CDU) sagte: „Wir sind in der Diskussion, wo Möglichkeiten bestehen, noch zusätzliche Parkplätze anzuordnen.“ Angesprochen durch Mieter wurde auch eine befürchtete Verschattung der Häuser in der Ringelnatzstraße durch die gegenüberliegenden Neubauten, die teilweise bis an den jetzigen Zaun heranreichen sollen. Allerdings können die Alt-Bewohner sich dagegen kaum wehren, wenn die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Gebaut werden soll zu den üblichen Zeiten werktags, ab 7 Uhr, die Baustellenzufuhr ist an der Cecilienstraße geplant. Laut Enzesberger sind weder Sperrungen noch die Einrichtung von Baustellenteilen auf den vorhandenen Straßen vorgesehen.

 

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