Das passende Outfit im Homeoffice

Immer „Tag der Jogginghose“?

29.03.2020, Birgitt Eltzel

Zeichnung: Birgitt Eltzel

„Passen Sie gut auf, dass Sie nicht nackt durch die Wohnung laufen, während Ihr Mann in einer Bildschirmkonferenz ist“, lautete ein Rat bei Twitter zum Homeoffice. Tausende Menschen in Deutschland, deren Beruf das gestattet, arbeiten derzeit in den eigenen vier Wänden. Und weil das nicht immer ersprießlich ist, kursieren eben auch schon Witze darüber. Wie dieser: „Was machst Du da?“ „Homeoffice.“ „Du spielst Siedler.“ „Führungskräfteseminar.“ Oder: „Drei Tage nicht duschen, Ravioli essen, Musik hören und immer leicht einen sitzen haben. Andere gehen dafür auf Festivals, ich mach’ Homeoffice.“

Wenn dann noch Kinder betreut werden müssen…

Aber Spaß beiseite, gar so lustig ist das nicht, wenn plötzlich der Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände verlegt ist. Das können Leute, die schon länger zu Hause arbeiten, bestätigen. Denn es braucht nicht nur Disziplin, sich nicht ablenken zu lassen („Schatz, die Wäsche ist heute dran und das Wohnzimmer könnte auch mal gründlich geputzt werden!“), sondern auch eine strikte Trennung von Arbeits- und Freizeit. Das kann man erlernen, aber auf die Schnelle ist das schwer. Wenn dann noch Kinder, deren Schulen oder Kitas geschlossen sind, betreut werden müssen – Hochachtung vor jenen, die das jetzt alles unter einen Hut bringen.

Es geht schnell, ein wenig zu verschlampen

Wer wie ich schon länger im Homeoffice arbeitet, weiß aus eigener Erfahrung wie schnell es möglich ist, dabei ein wenig zu verschlampen. Plötzlich ist immer „Tag der Jogginghose“. Es sieht einen ja keiner, da kann man es sich daheim schon bequem machen. Das T-Shirt ist auch ausgeleiert und verwaschen. Na und? Wenn man zum Termin geht, macht man sich fein, vielleicht auch noch etwas für die Videoschaltung mit dem Chef oder den Kollegen. Oder auch für die Partnerin oder den Partner, wenn sie oder er abends nach Hause kommt. Und was, wenn die jetzt auch im Heimbüro arbeiten müssen?

Umkleiden für die Höhepunkte der Woche

Bei uns jedenfalls geht es derzeit etwas leger zu – Mann und Frau tragen auch werktags ihren Freizeitdress. Selbst beim Spaziergang mit dem Hund wird der nicht abgelegt. Wozu auch? Chic machen wir uns nur noch für die Höhepunkte der Woche: Wenn einer von uns zum Einkaufen fährt. Schließlich möchte man wenigstens ordentlich gekleidet sein, wenn man Schlange steht. Bei den erforderlichen 1,50 bis 2 Meter Abstand fällt nämlich Schlampigkeit viel eher auf als in einer dicht gedrängten Masse.

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