Die Berliner strömen in den wieder geöffneten Tierpark

Hertha beim Spielen zusehen

30.04.2020, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern der Fotos das Aufmacherbild anklicken!

Friedrichsfelde. Seit Dienstag, 28. April, sind der Zoo und der Tierpark Berlin wieder geöffnet  – und die Berliner strömten schon am ersten Tag mit Kind und Kegel in die Tiergärten. Wir waren im Tierpark unterwegs und trafen viele gut gelaunte Menschen. Vor allem Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit, Elefanten, Bären und Giraffen zu besuchen. Viele versammelten sich vor der Eisbärenanlage, wo sich Jung-Eisbärin Hertha mal wieder so richtig vor Publikum produzieren konnte: Rauf auf die künstliche Eisscholle, runter, Schwimmen mit Eimer und ohne, Wälzen auf den durch viel Sonne angewärmte Steinen, alles unter den aufmerksamen Blicken von Mutter Tonja. Obwohl viele Menschen dem munteren Treiben zuschauten, kamen sie sich selten zu nahe. Denn auch für den Besuch in Europas größtem Landschaftstiergarten gelten jetzt strenge Regeln, LiMa+ berichtete.  Diese bestehen, kurz zusammengefasst, aus: Abstand halten, kein Gedränge vor den Gehegen und dem immer noch geltenden Kontaktverbot. Letzteres heißt: Nur in einem Haushalt lebende Familien sollen zusammen kommen, zu anderen Personen soll etwa 1,5 bis 2 Meter Distanz bleiben, siehe hier…

Online-Buchung erforderlich

Jeweils 3.000 Personen zugleich können zunächst in zwei Zeitfenstern (9 bis 13 Uhr und 13 bis 17 Uhr) auf der Anlage in Friedrichsfelde verweilen. Die Karten können aus organisatorischen Gründen – man will den Überblick über die Anzahl der Besucher behalten – nur online gebucht werden. Nachdem am Montagnachmittag, 27. April, erstmals Tickets auf diese Weise erstanden werden konnten, gab es zunächst lange Wartezeiten wegen Überlastung der Server. Bei unserem Versuch am Montagabend dauerte es dann allerdings nur knapp zehn Minuten bis wir das gewünschte Zeitfenster am Dienstagnachmittag gebucht und das Tagesticket für Erwachsene (14,50 Euro, es gibt derzeit keine Ermäßigungen) ausgedruckt hatten. Auch Jahreskartenbesitzer müssen, allerdings kostenlos, immer ein Zeitfenster online buchen. Wer Jahreskarten kaufen oder verlängern will, kann das am Tierpark-Eingang tun und bekommt auch gleich ein Ticket für das aktuelle Zeitfenster. Und Achtung: Auch für Kinder unter 4 Jahren, für die der Besuch kostenlos ist, muss ein Zeitfenster gebucht werden. Die Tickets müssen einzeln ausgedruckt bzw. auf dem Handy gespeichert sein.

Förderverein hilft Jahreskartenbesitzern ohne Internet

Jüngeren Menschen, die gut mit der modernen Technik und dem Internet vertraut sind, macht diese Art des Kartenkaufs wenige Probleme. Alte Leute allerdings sind damit oft überfordert. Dazu gehören viele Inhaber von Jahreskarten. Ihnen will nun der Verein Freunde Hauptstadtzoos helfen, die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark und Zoo Berlin. Er hat unter 030-51 53 14 07 eine telefonische Service-Hotline für Jahreskartenbesitzer ohne Internet geschaltet. In der Zeit von 10 bis 14 Uhr können unter dieser Rufnummer die Zeitfenster gebucht werden, die Bestätigung sendet der Verein dann kostenfrei zu. „Wir wollen der Generation, die maßgeblich den Zoo Berlin und den Tierpark Berlin nach dem Krieg aufgebaut hat, die Teilhabe an der Öffnung der Hauptstadtzoos ermöglichen“, so Vorsitzender Thomas Ziolko. Solidarität und Gemeinschaft zeigten sich auf viele Arten, sagt er: „Auch wenn wir Abstand halten müssen, rücken wir sinnbildlich weiter zusammen.“

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