Köstliche Feinschmecker-Saucen für Salat und Fleisch selbst gemacht

Im Haus der feinen Kost

30.01.2020, Angelika Giorgis

Fotos: Angelika Giorgis. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hohenschönhausen. Adam Mikusch kam nach seinem Studium des Kommunikationsdesigns in Trier der Liebe wegen nach Berlin. Und er ist geblieben, auch wenn er heute in einem völlig anderen Metier arbeitet, als er anfangs dachte. Aber er hat seine Profession gefunden – im Haus der feinen Kost.

Und das kam so: Zweieinhalb Jahre arbeitete der heute 39-Jährige als Mediendesigner. Richtig glücklich im Büro aber war er nur einmal im Monat, wenn er das Frühstück für seine Kollegen ausrichten sollte. Bei ihm gab es keine belegten Brötchen. Schon morgens um 4 Uhr stand er in seiner Küche und bereitete ein „dickes Catering“ vor. Die Kollegen waren begeistert davon und meinten: „Du musst unbedingt etwas mit Essen machen“. Aber er hatte ja keine Ahnung von Selbstständigkeit. Als es Veränderungen in der Agentur gab, versuchte er es schließlich doch. Heute sagt er: „Hätte ich gewusst, was da alles auf mich zukommt, hätte ich es vielleicht gelassen. Wenn mir aber jemand gesagt hätte, diesen Weg musst Du gehen, um glücklich und zufrieden zu werden, wäre ich gleich losmarschiert.“

Freunde und Familie kosteten ein Jahr lang

Zunächst aber saß er in Gründerseminaren, beschäftigte sich mit Buchhaltung und suchte nach einer Marktlücke. Da stellte er fest, dass fertige Salatdressings einfach nach Nullachtfünfzehn schmeckten. Das wollte er ändern. Freunde und Familie mussten fast ein Jahr lang jeden Abend seine neueste Schöpfung kosten. Im Jahr 2011 hatte er seine erste Sauce entwickelt. Er nannte sie „Blattgold-Dressing“, weil sie die Salatblätter „vergolden“ sollte, was aber manche etwas verwirrte.

Jemanden kennen, der jemanden kennt

Mikusch fuhr mit seinem Piaggio-Dreiradwagen auf Wochenmärkte und verkaufte dort seine Saucen. Er produzierte sie in einer vier Quadratmeter großen Küche in seinem 40 Quadratmeter großen Unternehmen. „Die Mieten waren damals super im Wedding“, erinnert er sich. Aber er kam mit den Paletten voller Flaschen und Kartons gar nicht durch die Tür des Lagerraums. Zur warmen Jahreszeit waren seine Saucen gefragt. Wenn es jedoch fror, wollte sie niemand auf dem Markt probieren. Es musste etwas passieren, denn schließlich waren Rechnungen zu bezahlen. Durch Zufall machte ihn ein Freund mit dem Inhaber eines Edeka-Ladens bekannt. Und damit begann der Erfolg.

Keine künstlichen Zusatzstoffe

2016 fand Adam Mikusch für seine Firma in der Plauener Straße eine neue Bleibe. Seitdem rührt er dort mit seinem Mitarbeiter Andreas Kubacki per Hand die Saucen an, die nun „Berliner Manufaktur Dressing“ heißen. Es gibt sie in den Geschmacksvarianten Feldkräuter, Senfblüte und Wilder Balsamico. Die Zutaten, die Flaschen und das Verpackungsmaterial kommen nach Möglichkeit aus der Region, Balsamicoessig wird aus Griechenland geliefert. „Und auch der Pfeffer ist nicht in Prenzlauer Berg gewachsen“, sagt der Saucen-Koch lachend. Die Dressings haben keinerlei künstliche Zusatzstoffe. Qualität geht vor Haltbarkeit. Darum werden die Vertriebswege besonders kurz gehalten.

„Eat Berlin“ in den Hackeschen Höfen

„Können Sie nicht auch mal etwas für Fleisch kreieren? Ich habe Männer zu Hause und die halte ich nicht nur mit Salat bei Laune“, fragte eines Tages eine Kundin. Darum entstand – wieder nach etwa einem Jahr Entwicklungszeit – die Berliner Senfsauce. Vor kurzem kam die Berliner Curry-Sauce ins Programm. „Ich will unvergleichbare Produkte herstellen“, sagt der Saucen-Chef.

Irgendwann rief der Verwalter der Hackeschen Höfe an, ob er dort nicht einen Laden eröffnen wolle. Damals klebte Mikusch noch die Etiketten per Hand auf die Flaschen. Er vertröstete aufs kommende Jahr. Nach zwölf Monaten stellte man ihm die Frage wieder. „Ich bin echt kein Zocker“, sagt Mikusch. So entstand für den Hof 4 in den Hackeschen Höfen die Idee von „Eat Berlin“, einem Laden mit verschiedenen Berliner Köstlichkeiten. Seit 2014 bieten hier mehr als 60 verschiedene Manufakturen ihre Waren an, unter anderem den Brandstifter Gin. Dieser enthält Holunder, zarte Malven und Waldmeister und soll an einen sorglosen Sommertag in der Stadt erinnern. Man kann ihn und auch die anderen Produkte dort kosten. Im Erdgeschoss der East Side Mall in Friedrichshain ist „Eat Berlin“ ebenfalls zu finden. Mikusch hofft, dass nun, seit die große Tür der Mall endlich geöffnet ist, noch mehr Kunden dorthin kommen.

Mundpropaganda im wahrsten Sinne

In den Läden sind neun Angestellte beschäftigt. Die Saucen findet man auch im KaDeWe, bei Galeria Kaufhof, Kaufland, Rewe, HIT, in Karls Erlebnishöfen und in über 120 Edeka-Läden der Region. „Es ist alles noch gut überschaubar“, meint Mikusch. Er setzt nicht auf Werbung, sondern auf Mundpropaganda. „Dass unsere Saucen wie selbstgemacht schmecken, wird sich herumsprechen“, glaubt er. Und das bei Preisen zwischen 2,99 und 3,99 Euro pro Flasche.

Haus der feinen Kost, Plauener Straße 163-165, Gebäude 11/L
www.haus-der-feinen-kost.de
Tel. 23 94 67 04


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