Ringelnatzsiedlung: Aufwändige Erneuerung der Fernwärmeleitung

Im Dauereinsatz nicht bewährt

08.02.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Die vor knapp 24 Jahren bezogene Joachim-Ringelnatz-Siedlung in Biesdorf-Nord gilt als eine der hübschesten Siedlungen in Ost-Berlin, die in den 1990er-Jahren entstanden. Mit ihren Tonnendächern und den Mietergärten vor allen Häusern, besonders aber mit ihren großzügigen und schön bepflanzten Innenhöfen, durch die sogar ein künstlich angelegter Bach verläuft, ist sie ein Hingucker. Doch jetzt ist bereits mehr als ein Drittel der Grünanlage aufgewühlt, tiefe Gräben und Erdhaufen bestimmen das Bild. Denn der Energieversorger Vattenfall erneuert aufwändig die erst vor 25 Jahren verlegte Fernwärmeleitung.

Kein Zusammenhang mit neuem Siedlungsteil

In der Siedlung geht das Gerücht um, das hänge mit dem Bau der sogenannten Ringelnatz-Siedlung Süd zusammen, neuen Wohnhäusern zwischen Cecilien- und Joachim-Ringelnatz-Straße. Das Bauprojekt, über das wir u.a. hier berichteten, ist teilweise bereits fertiggestellt. Die letzten Mieter sollen im Frühjahr in die 299 Wohnungen einziehen können. Sowohl von Vattenfall als auch vom Vermieter Degewo erhielt LiMa+ auf entsprechende Anfragen die Antwort, der Austausch der Fernwärmeleitung habe nichts mit dem Bau des neuen Siedlungsteils zu tun.

Rohrleitungen werden komplett ausgetauscht

Laut Vattenfall-Sprecher Olaf Weidner wurden bei der Errichtung der Ringelnatzsiedlung 1993 neuartige Materialien für die Wärmeversorgung eingesetzt, „die sich danach im Dauereinsatz nicht bewährt haben“. Den Hersteller gebe es mittlerweile nicht mehr. Wegen inzwischen immer häufiger auftretenden, zeit- und kostenintensiven Reparaturen sei beschlossen worden, die vorhandenen Rohrleitungen komplett auszutauschen. Beim damals verbauten Material handelte es sich um eine sogenannte Aquawarm-Rohrleitung (Kupferrohr), für die es heute keine Ersatzteile mehr gibt. In Berlin wurde dieses Material nur an einigen Punkten, wo entweder Neuanschlüsse oder Sanierungen stattfanden, eingesetzt. „Heute wird standardmäßig ein ‚Kunststoff-Mantelrohr’ verbaut – ein Stahlrohr, das mit Dämmmaterial umwickelt ist und zusätzlich eine komplette Kunststoffummantelung als zusätzliche Wärmedämmung erhält. Dieses Rohr ist seit langem im Einsatz und hat sich in der Fernwärmeversorgung deutschlandweit bewährt,“ so der Vattenfall-Sprecher. Zu den Kosten der Baumaßnahme wollte sich Vattenfall aus Wettbewerbsgründen nicht äußern.

Fertigstellung voraussichtlich im August

Die Bauarbeiten haben im November 2018 begonnen. Laut Weidner sollen sie voraussichtlich im August 2019 abgeschlossen sein. Betroffen sind davon alle Grünanlagen auf der Fläche zwischen Joachim-Ringelnatz-Straße und dem Bolzplatz am nördlichen Siedlungsende sowie drei der Stadtvillen an der Hans-Fallada-Straße. „Die Grünanlagen werden nach Abschluss der Arbeiten wieder hergestellt. Die Trassenführung wurde extra so gewählt, dass fast keine Sträucher/Büsche/Bäume entfernt werden müssen“, erklärt Olaf Weidner. Angeschlossen an die Hausanschlüsse werde die neue Wärmeleitung erst nach Abschluss der Heizperiode im Juni. Die alten Leitungen blieben laut Absprache mit der Degewo im Boden, so Weidner.

Nach Mitteilung von Sabrina Gohlisch aus der Degewo-Unternehmenskommunikation trägt Vattenfall vollumfänglich die Kosten für die Leitungsneuverlegung und die Wiederherstellung der Grünanlagen.

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