Künstler erfreuen Menschen in Pflege- und Senioreneinrichtungen

Hofkultur bringt Abwechslung

15.05.2020, Volkmar Eltzel

Fotos: Bezirksamt Lichtenberg Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Lichtenberg/Marzahn-Hellersdorf. Ältere und pflegebedürftige Menschen leiden am meisten unter den Auswirkungen der Corona-Beschränkungen. Denn obwohl die Bestimmungen der Kontaktbeschränkungen inzwischen gelockert wurden, können sie doch Pflegeheime und Seniorenwohnstätten nicht verlassen, auch kaum Besuch empfangen. Deshalb gibt es Initiativen, etwas Freude und Abwechslung in ihr Leben zu bringen. So zum Beispiel durch Kultur.

Volkslieder zum Mitsingen

In Lichtenberg begann in der vergangenen Woche eine neue Veranstaltungsreihe. Künstlerinnen und Künstler kommen unter dem Motto “Hofkultur” bis Mitte Juni in die Einrichtungen – ohne direkten Kontakt zu den Bewohner, allerdings deutlich zu sehen und zu hören in Vorgärten und Innenhöfen. Den Auftakt machten am 7. Mai Daniela Steidle mit ihrer Tochter Liselotte vor der Senioreneinrichtung im Siegfriedshof. Mit Block- und Querflöte stimmten sie traditionelle Volkslieder an und animierten zum Mitsingen.

Viele Künstler und Künstlerinnen beteiligen sich

Ins Leben gerufen haben die Reihe Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) und die Beauftragte des Bezirksamtes für Menschen mit Behinderungen. Daniela Kaup, die das Amt von der in den Ruhestand gegangenen Birgit Herlitze übernahm, ist seit 16. April in dieser Funktion. Das von ihr zusammengestellte Programm wird ständig erweitert – viele Künstlerinnen und Künstler aus dem Bezirk, darunter Akteure aus der Musik- und der Volkshochschule, beteiligen sich. Auch der Generationenchor FRöSi (Fröhlich sein und Singen) sowie die Geschichtenerzählerin Marie werden dabei sein. Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Bezirksamtes.

Auch Trucks mit Musik

Dass Kultur zu den zuhause Gebliebenen kommt, ist in den Zeiten der Pandemie häufiger. So kreuzte am 1. Mai ein Truck mit dem US-amerikanischen Organisten Cameron Carpenter durch Lichtenberg, der Stücke von Johann Sebastian Bach spielte, LiMa+ berichtete. Den Auftakt für solche Aktionen gab jedoch der Bezirk Marzahn-Hellersdorf, wo schon am 17. und 18. April ein Truck unter dem Motto „Viva Balkonia“ durch die Wohnviertel rollte und das Publikum mit Livemusik erfreute, dargebracht von „Pianoman“ Thomas Krüger und dem Sänger Sebastian Raetzel. Nicht nur von den Balkonen und Fenstern konnte man das Spektakel verfolgen, es wurde auch gestreamt. Berichte darüber erschienen sogar in namhaften US-Medien. Thomas Krüger bringt übrigens ebenfalls Musik zu Bewohnern in Pflegeheimen: Er spielte erst kürzlich im Garten des Marzahner Kursana Domizils. Marzahn-Hellersdorfs Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) schrieb darüber auf Facebook: “Ein wunderbares Medley von Volksliedern bis Karat, das den Seniorinnen und Senioren, aber auch dem Personal, den Pflegerinnen und Betreuern, viel Freude machte. Besonders schön: auch Familienangehörige, die am Zaun stehen, und gemeinsam mit ihrer Großmama nahe beieinander, doch getrennt, der Musik lauschen.“

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