Q 218: Ein neuer Wohnturm wird am Bahnhof Lichtenberg gebaut

Hoch hinaus

27.11.2018, Pamela Schmuhl

Fotos: BE berlin GmbH Prof. Dr. Jaeger (1), Volkmar Eltzel (2-3)

Mit einer Höhe von 64 Metern soll an der Frankfurter Allee, gleich neben dem Bahnhof Lichtenberg, ein neuer Wohnturm errichtet werden, das Q 218. Das 22-geschossige Haus, das mehr als 390 Mietwohnungen bieten wird, entsteht auf einem 4.600 Quadratmeter großen Grundstück. Der Name ähnelt dem des Nachbarn – dem Q 216. Das ehemalige Bürohaus hatten die Privatinvestoren Arndt Ulrich und Lutz Lakomski im Jahr 2012 saniert und dort fast 500 Single-Wohnungen errichtet. Von den Geschäftsleuten aus dem Westerwald, die auch einen OBI-Baumarkt auf dem Gelände gebaut haben, stammt die ursprüngliche Idee für das Q 218. Doch im Jahr 2016 verkauften sie das Grundstück an die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge.

Innovative Partnerschaft

Diese kooperiert nun mit dem Baukonzern Porr im Rahmen einer sogenannten Innovationspartnerschaft. Die Zusammenarbeit zwischen der Howoge und der Porr AG als Generalübernehmer verläuft in zwei Phasen: Zunächst wird ein erstes Konzept auf der Basis von Minimalanforderungen geplant, die Kosten werden mit einer Obergrenze kalkuliert. Im zweiten Schritt wird dann das Bauvorhaben von Howoge und Porr gemeinsam weiterentwickelt und optimiert sowie ein Festpreis ermittelt. „Das ermöglicht uns eine maximale Flexibilität, die ein übliches Vergabeverfahren nicht vorsieht“, teilt Howoge-Sprecherin Annemarie Rosenfeld mit. Zum Einsatz kommt eine digitale Planungsmethode, bei der alle Beteiligten das Projekt schon in der Planungsphase virtuell besuchen können. Fachleute sprechen von „Building Information Modeling“.

Neue Wege beim Wohnungsbau

Ziel sei es, Wohnungssuchenden zukünftig auch bezahlbare und praktische Wohnungen anzubieten, erklärt Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch: „Mit dem Abschluss der ersten Innovationspartnerschaft im sozial verpflichteten und städtischen Wohnungsbau gehen wir bewusst neue Wege, um auch in Zukunft kostengünstigen, flächeneffizienten Wohnraum in hoher entwurflicher Qualität realisieren zu können.“ Die Porr AG freut sich auf die Zusammenarbeit. „Es gelingt uns damit, auf einem schwierigen Grundstück nachhaltigen und innovativen Wohnraum zu schaffen“, sagt Marko Lehman, Leiter der Berliner Niederlassung des Unternehmens.

Baustart Mitte 2019

Der Baustart ist Mitte 2019 geplant, ein positiver Bauvorbescheid des Bezirks liegt vor. Fertiggestellt werden soll das Wohnhochaus Anfang 2021. Dort werden dann rund 22.000 Quadratmeter Wohnraum geschaffen, davon rund 2.000 Quadratmeter für betreutes Wohnen, Studentenwohnen oder Co-Working Spaces. Mehr als drei Viertel der Wohnungen werden Ein- bis Zweizimmerwohnungen mit einer Größe zwischen 35 und 54 Quadratmeter sein. Die Hälfte der 390 Wohnungen wird gefördert. Dort werden dann Einstiegsmieten ab 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. Das Q218 gehört künftig zu den höchsten Wohnhäusern Lichtenbergs. Derzeit ist es der höchste geplante Neubau einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft in Berlin. Die Lage des Grundstücks ist für die Planer eine Herausforderung – es ist von drei Seiten durch Straßen- und Bahnlärm belastet. (mit el.)

 

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