Verein „Helle Hunde“ richtet sich sein neues Gelände her

Ein Hundeplatz zieht um

17.06.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern bitte auf das Startfoto klicken!

Hellersdorf. Am Montagnachmittag, 15. Juli, erhielt der Verein „Helle Hunde“ aus den Händen von Stadträtin Nadja Zivkovic (CDU) die Schlüssel zur neuen Hundeauslauffläche an der Riesaer Straße 119. Bereits am darauffolgenden Dienstag begann der Umzug vom bisher genutzten Areal an der Weißenfelser Straße/Naumburger Ring. Obwohl es ein Arbeitstag war, packten viele Vereinsmitglieder schon ab den Morgenstunden mit an. Etliche hatten sich von der Arbeit freigenommen, andere hatten Urlaub oder sind sowieso zu Hause. Mehrfach fuhren sie mit eigenen Autos und einem Miet-Lkw hin und her, um Sachen vom alten Platz auf den neuen zu bringen. Ein großer Überseecontainer wird zum Einlagern genutzt. Das 12.000 Quadratmeter große Gelände an der Riesaer Straße (hinter der HEM-Tankstelle) will sich der erste Hellersdorfer Hundeverein bereits bis zum Herbst herrichten, zumindest teilweise.

Ziel: Im Herbst das erste Fest für die Nachbarschaft

Der 2016 gegründete Verein muss den erst im Mai 2017 eröffneten, selbst aufgebauten Platz an der Weißenfelser Straße räumen, weil dort eine Schule gebaut werden soll. Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf unterstützte die „Hellen Hunde“ mit einem einstimmig gefassten Beschluss bei der Suche nach einem neuen, dauerhaft nutzbaren Gelände. Denn in dem Verein geht es um viel mehr als nur um Hundesport oder -auslauf. Nicht umsonst hat er sich das Motto „Sozial für Hund und Mensch“ gegeben. Es wirken viele Frauen und Männer unterschiedlicher Berufe mit, ALG II-Empfänger sind genauso dabei wie Pensionäre mit wenig Rente. Ehrenamtlich wird nicht nur Arbeit auf dem Hundeplatz geleistet, wie zum Beispiel die Absicherung von betreuten Gästezeiten. Auch Feste, zu denen immer die Nachbarschaft eingeladen war und auch kam, wurden organisiert. „Wir haben uns das Ziel gesetzt, auf dem neuen Platz schon in diesem Jahr wieder ein Herbstfest anzubieten“, sagt die Vereinsvorsitzende Ramona Steffin.

Marzahn-Hellersdorf hat die meisten Hunde

Rund 10.000 angemeldete Hunde gibt es in Marzahn-Hellersdorf, mehr als in allen anderen Berliner Bezirken. „Es freut mich sehr“, so Stadträtin Zivkovic, „dass wir hier eine gute Möglichkeit schaffen konnten, die den Hunden im Bezirk einen artgerechten Auslauf bietet, umliegende Flächen entlastet und die Freude mit dem besten Freund des Menschen auch in unserem Bezirk verbessert.“ 100.000 Euro hatte das Amt veranschlagt, um das Gelände, auf dem es vor Jahren einen Abenteuerspielplatz gab, herrichten zu lassen. „Die Summe ist dann doch etwas höher geworden“, sagte Nadja Zivkovic. Denn auf dem jahrelang brachliegenden, bezirkseigenem Areal gab es nicht nur Gerümpel, sondern auch Bauschutt, z.B. von einer abgerissenen und geschredderten Kita. Ein großer Schuttberg liegt nun neben dem künftigen Hundeplatz und muss entsorgt werden.

Zweiter Teil des Areals wird im Herbst beräumt

Der Zaun auf der ersten, von Firmen unter der Leitung des bezirklichen Straßen- und Grünflächenamtes fertiggestellten Fläche ist noch nicht vollständig geschlossen. „Das wird in den nächsten Tagen passieren“, versicherte Bauleiter Matthias Jedeck bei der Übergabe des Platzes an den Verein. Wichtig, denn sonst können Hunde nicht ohne Leine dort laufen. Auch unter den Vereinshunden gibt es schließlich Neugierige, die ohne dichten Zaun bestimmt mal auf eigene Faust die Umgebung erkunden würden. Noch nicht beräumt ist zudem der zweite Teil des Areals, zur Tankstelle hin. Das passiere, so Bauleiter Jedeck, nach dem 30. September, wenn wieder Baumfällungen und Rodungen erlaubt sind.

Auf altem Platz ist eine Schule geplant

Ohnehin ist bis dahin auch auf dem ersten Teil des Geländes noch viel zu tun – vom Aufbau eines einfachen Vereinsheims bis hin zum Parcours für das Agility, den Hundesport. Und bis spätestens Mitte Juli soll der alte Platz an der Weißenfelser Straße an das Bezirksamt übergeben werden. Dort wird dann eine vierzügige Grundschule gebaut, die bereits 2022 fertig sein soll. „Ordentlich Arbeit wartet noch auf uns“, sagt Vereinsvorsitzende Ramona Steffin. Viele der rund 100 Mitglieder legen mit Hand an. Am aktivsten sind die Mitglieder der Arbeitsgruppe Umzug. Etwa 25 Leute engagieren sich darin, manche sind fast jeden Tag dabei. „Ihnen gebührt ein ganz besonderer Dank“, sagt Ramona Steffin.

Grün wird es noch werden

Beim neuen Platz müssen die „Hellen Hunde“ nicht bangen, dass später dort vielleicht auch wieder gebaut werden soll. „Er ist planungsrechtlich eine Vorhaltefläche Grün“, erklärte Nadja Zivkovic bei der Übergabe. Und grün wird es auf dem Platz bestimmt werden. Jetzt sieht dieser allerdings noch ganz schön braun aus, weil noch kein Rasen vorhanden ist. In der Nachbarschaft sollen laut Zivkovic noch eine Kita und ein Spielplatz gebaut werden. Zudem bekommt die Jugendfreizeiteinrichtung „Nische“ Platz zur Erweiterung.

Geld für Nutzungsgebühr muss erwirtschaftet werden

Der Verein hat mit dem Bezirksamt einen Nutzungsvertrag geschlossen. Die Nutzungsgebühr, in der auch Kosten wie Straßenreinigung enthalten sind, beträgt 380 Euro pro Monat. Strom, Wasser, Müll und die regelmäßige Wartung der mobilen Toilettenhäuschen müssen ebenfalls bezahlt werden. Das ist nicht wenig Geld. „Helle Hunde“ finanziert sich vor allem aus Mitgliedsbeiträgen. Zurzeit beträgt der Mitgliedsbeitrag pro Person 10 Euro im Monat, für Eheleute oder Paare mit gemeinsamen Haushalt 7,50 Euro je Person und für Inhaber eines gültigen Berlin-Passes 5 Euro pro Person. Zum Nachlesen hier… .Vor der Corona-Pandemie gab es zweimal wöchentlich betreute Gästezeiten, für die sich Besucher Karten kaufen konnten. „Wir hoffen, bald wieder so etwas anbieten zu können“, sagt die Vereinsvorsitzende. „Aber erst einmal müssen wir jetzt unseren neuen Platz aufbauen.“ Helfende Hände und neue Mitglieder sind übrigens gern gesehen.

Weitere Informationen über den Verein „Helle Hunde“…

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