Heimatverein fordert Entschuldigung

29.01.2019, Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Das Stille Gedenken anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Parkfriedhof Marzahn am Sonnabend, 26. Januar, ist massiv von Vertretern der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes /Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BDA) e.V. behindert worden, kritisiert der Heimatverein Marzahn-Hellersdorf. „Der Heimatverein distanziert sich von diesem provokativen Auftreten und erwartet eine öffentliche Entschuldigung“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Vertreter des VVN/BDA waren mit Transparenten an der Stele auf dem Parkfriedhof erschienen und hatten sich AfD-Mitgliedern bei der Kranzniederlegung in den Weg gestellt. Vorausgegangen war dieser Aktion ein offener Brief der VVN/BDA, in dem die Vereinigung sich gegen die Teilnahme von AfD-Vertretern an öffentlichen Gedenkveranstaltungen aussprach. Darin hieß es u.a., dass die Alternative für Deutschland ihre Teilnahme lediglich nutze, um sich „als vermeintlich ganz normale demokratische Partei“ dazustellen. Und weiter: „Die AfD ist das größte parteiförmige Sammelbecken für Nationalist*innen, Rassist*innen und Antisemit*innen in Deutschland.“

Der Heimatverein verweist in seiner Erklärung darauf, dass er sich seit seinem Bestehen aktiv für das Gedenken an die NS-Opfer einsetzt. „Die Stele auf dem Parkfriedhof wurde vom Heimatverein, auch durch Spenden von Marzahn-Hellersdorfer Firmen, errichtet. Der Gedenkstein auf dem Hummelplatz, die Stelen zum Zwangsarbeiterlager Kaulsdorfer Straße 90 und weitere Orte des Gedenkens, aber auch unsere Publikations- und Vortragstätigkeit, zu deren Wesenskernen die antifaschistische Gedenkkultur gehört, sprechen eine deutliche Sprache.“ Die Ereignisse vom 26. Januar schadeten diesem Anliegen: „ Man soll eine gute Sache nicht mit schlechten Mitteln vertreten.“

An dem vom Heimatverein und der Bezirksverordnetenversammlung veranstaltetem Stillen Gedenken hatten Bürgerinnen und Bürger des Bezirks, die Vizepräsidentin des Deutschen Bundetages, Petra Pau, sowie die Vizepräsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Dr. Manuela Schmidt (beide Linke), die Vertreter des Bezirksamtes und Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung aller Parteien des Bezirksparlaments sowie Abgesandte der Botschaften der Russischen Föderation, der Vereinigten Staaten von Amerika, der Republik Belarus, der Republik Frankreich und der Republik Ungarn teilgenommen. Die Worte des Gedenkens sprach Henny Engels (Bündnis für Demokratie und Toleranz Marzahn-Hellersdorf).

Die AfD-Fraktion in der BVV Marzahn-Hellersdorf teilte mit, dass sie Strafanzeigen gegen Markus Tervooren, Geschäftsführer der VVN/BDA Berlin, und weitere, unbekannte Demonstranten stellt. Die Aktion erfülle den Straftatbestand der Nötigung, heißt es in einer Presseerklärung.

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