Über unsere Lieblings-Mahlzeiten lässt es sich trefflich streiten

Guten Appetit!

08.12.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Katzenbilder gehen immer. Auch lustige Videos von Hunden und anderen Tieren sind im sozialen Netzwerk Facebook ein Renner. Wohl kaum weniger werden Bilder von gefüllten Tellern gepostet. Tenor: Ich schlemme gerade. Und Ihr so? Einer unserer Freunde hat das besonders drauf. Immer wenn ich gerade Kohldampf schiebe, erscheinen Fotos davon, was er sich gerade zum Mittag gekocht oder gebrutzelt hat. Lecker. So entsteht Neid.

“Tote Oma” und Rosenkohl

Heftig werden die Diskussionen, wenn Fragen danach gestellt werden, was man als Kind gern gegessen oder verabscheut hat. Erst vor kurzem ging’s in einer Facebook-Gruppe hoch her. War nun das „Tote Oma“ genannte Gericht, also Grützwurst, schmackhaft oder einfach widerlich, insbesondere, wenn man sich an seine Erfahrungen mit der Schulspeisung erinnert? Ist Rosenkohl, eines der typischen Wintergemüse in Deutschland, nun ekelhaft bitter oder nur fein herb? Und wie bereitet man ihn zu? Kauft man ihn frisch und putzt selber oder greift man in die Tiefkühltruhe?

Am Spinat scheiden sich die Geister

Auch am Spinat scheiden sich die Geister. Selbst in meinem Französisch-Lehrbuch ist les épinards ein Lehrbeispiel. Nämlich für die Vergangenheitsform der Verben: Als ich ein Kind war, habe ich Spinat verabscheut (Quand j’étais enfant, j’ai détesté les épinards.) Ich gebe zu, um das einigermaßen fehlerfrei zu schreiben, musste ich noch einmal nachschauen. Vielleicht, weil ich, ebenso wie später mein Sohn, Spinat immer gemocht habe. Ebenso wie andere Dinge, bei denen die meisten in der diskutierenden Facebook-Gruppe das kalte Grausen kriegen: Leber und andere Innereien wie Rinderherz oder süßsaure Nierchen beispielsweise. In der Kindheit war mein Lieblingsgericht Flecke nach sächsischer Art, auch Kutteln oder Kaldaunen genannt. Das sind die in Streifen geschnittenen Pansen (also Magenbestandteile) von Wiederkäuern. In diesem Frühjahr habe ich das wieder einmal probiert – la trippa alla romana in einem kleinen Restaurant in Rom. Mir hat’s super geschmeckt. Meine Nachbarn allerdings rückten von mir ab. Das, was auf meinem Teller lag, war ihnen zu eklig.

Jägerschnitzel und Falscher Hase

Dafür mag ich vieles nicht, was andere lieben. Typische DDR-Gerichte beispielsweise wie Jägerschnitzel – eine panierte und gebratene Jagdwurstscheibe mit Nudeln und Tomatensoße. Damit kann man mich im wahrsten Sinne des Wortes jagen. Oder Milchnudeln, pfui Teufel. Auch Falscher Hase, also Hackbraten, kommt bei mir nicht auf den Tisch.

Wie schön, dass die Geschmäcker so unterschiedlich sind. In diesem Sinne: Allzeit guten Appetit! Ich habe mir übrigens gerade eine Portion Hähnchenleber zubereitet. Ist gesund, nicht teuer und für mich sooo lecker.

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