Der Ortsteil Lichtenbergs war schon vor 5.000 Jahren besiedelt

Glückwunsch Malchow zum 675zigsten!

04.02.2019, Volkmar Eltzel

Fotos: Bezirksamt LIchtenberg (1,5), Birgitt Eltzel (2,3,6,7), Heinz Dreschkewitz (Malerei 4)

Malchow. Der 8. Februar vor 675 Jahren war ein Sonntag. An diesem Tag im Jahr 1344 wurde der Ort Malchow erstmalig in einer Schenkungsurkunde von Ludwig dem Älteren (Markgraf von Brandenburg) als „Malchowe“ erwähnt. Auch, wenn die Dorfbildung wahrscheinlich noch über 100 Jahre weiter zurückreicht, so gilt der 8.2.1344 seither als Gründungstag von Malchow. Wie archäologische Funde bezeugen, wurde der heutige Ortsteil im Bezirk Lichtenberg bereits um 5000 vor Christus von Jägern, Sammlern und Fischern genutzt und besiedelt.

Zwei Gründe zum Feiern

Neben dem 675. Geburtstag haben die heute hier lebenden 600 Malchowerinnen und Malchower gleich noch einen trefflichen Grund zum Feiern: Denn vor zehn Jahren auf den Tag genau trafen sich viele von ihnen im Wirtshaus des Dorfes, um zu beraten, wie ihren Interessen im Bezirk Lichtenberg und in Berlin künftig mehr Gewicht verliehen werden kann. Kurz darauf war der Bürgerverein: „Wir für Malchow e.V.“ geboren. Heute zählt er über 30 Stamm-Mitglieder. Der Verein fördert die Dorfgemeinschaft, organisiert Dorffeste, führt die Dorfchronik und setzt sich auch auf politischem Parkett für das Dorf ein. Die Protagonisten gestalten die Grünanlagen bei Frühjahrs- und Herbstaktionen, verbessern das Dorfbild und arbeiten unter anderem mit der Freiwilligen Feuerwehr Wartenberg/Malchow, dem Naturhof Malchow, der Stiftung Synanon sowie dem Reit- und Fahrverein Kleeblatt zusammen.

200 Jahre Theodor Fontane

Zu dem Doppeljubiläum am Freitag, 8. Februar, laden die Malchower ab 18 Uhr alle Lichtenbergerinnen und Lichtenberger zunächst in die Kirchenruine auf dem Friedhof herzlich ein. Dort wird Schauspieler Alexander Bandilla aus Theodor Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg – Kapitel 302 – Malchow – lesen. 2019 hat auch der große deutsche Schriftsteller ein Jubiläum. Er wäre 200 Jahre alt. Die frühgotische Dorfkirche, erbaut im 13. Jahrhundert, wurde im April 1945 noch in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges durch Wehrmachtsangehörige gesprengt. Vereinsmitglieder von „Wir für Malchow“ richteten den Ort, an dem der mittelalterliche Bau stand, 2015 als Mahnmal so weit her, dass dort in der warmen Jahreszeit Konzerte und Lesungen stattfinden können. Sie machten den Grundriss wieder sichtbar, füllten Boden und Steingabionen auf, säten Rasen und pflanzten zwei Stieleichen an der Stelle, wo der Kirchturm stand.

Nach dem Besuch der einstigen Kirche gibt es eine Feierstunde im Gemeindehaus Malchow, Dorfstraße 37A mit Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Linke), Dr. Torsten Wöhlert (Linke), Staatssekretär für Kultur, dem Historiker Prof. Dr. Jürgen Hofmann, dem ehemaliger Pfarrer in Malchow Albrecht Hoffmann und weiteren Gästen. Der Lazarus Posaunenchor der Stiftung Lazarus Diakonie mit Theo Dirks und Vincent Kiefer geben der Veranstaltung den musikalischen Rahmen. Alexander Bandilla liest Theodor Fontane.

Malchow gehört zu Lichtenberg

Noch nicht alles ist eitel Sonnenschein in Malchow. Denn der kleine Ortsteil im Norden Lichtenbergs muss täglich die Durchfahrt von über 26.000 Kraftfahrzeuge ertragen. Die Dorfstraße ist zugleich die Bundesstraße B2. Eigentlich sollte schon im Jahr 2013 die Straße erneuert und ausgebaut werden. Vier Jahre waren dafür eingeplant. „Wenn wir eine Umgehungsstraße hinbekommen, dann könnte die Dorfstraße bleiben wie sie ist“, sagt Vereinsvorsitzender Karsten Günther. Gerne würden die Malchower das Mahnmal der zerstörten Kirche weiter ausbauen. Den Aufwand beziffert Günther mit 66.000 Euro. Bürgermeister Michael Grunst sichert zu, entsprechende finanzielle Mittel für den Bezirkshaushalt 2020 anzumelden. Kleinere Bedarfe können über den Bürgerhaushalt beantragt werden.

Weitere Informationen: Karsten Günther, Wir für Malchow e. V., Dorfstraße 35,
wir-fuer-malchow@t-online.de

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