Festschrift zum 90. Geburtstag des Strandbads in Vorbereitung

Geschichten vom Orankesee

12.04.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Alt-Hohenschönhausen. Die Sommer meiner Kindheit sind aufs Engste mit dem Strandbad Orankesee verbunden. Denn wo, wenn nicht dort, verbrachte man als Kind in Alt-Hohenschönhausen seine Freizeit in den warmen Monaten? Der Eintritt kostete mit 10 Pfennigen so gut wie nichts. (Und manchmal haben wir uns auch den gespart, indem wir einfach Knöpfe in die Zahlbox am Eingang steckten.) Im Orankesee habe ich als Erstklässlerin Schwimmen gelernt. Ganz allein, einfach mit einem kleinem Ball, den ich unter den Badeanzug steckte. Und los ging es, natürlich noch im Nichtschwimmerbereich. Meine Eltern hatten -zigmal vorher in der Schwimmhalle und an anderen Seen versucht, mir die Schwimmzüge beizubringen. Vergeblich. Erst am Orankesee klappte es. Vielleicht war das Wasser tragfähiger als anderswo. Denn ehrlich, seinerzeit war es nicht immer ganz so sauber. Was uns Kinder allerdings nicht davon abhielt, schon bei Wassertemperaturen um 13 Grad Celsius in den See zu springen. Auf der Liegewiese variierte der eingenommene Platz übrigens nach Alter – je erwachsener man sich wähnte, desto weiter hinten, Richtung Zaun, traf man sich. Meist mit Klassenkameraden. Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen im Ortsteil blieben damals übrigens ziemlich unter sich – dort die von der 2. Polytechnischen Oberschule (Pestalozzi-Schule), heute Manfred-von-Ardenne-Gymnasium, hier wir von der 9. POS (Nikolai Bersarin), heute Obersee-Grundschule. Und da die von der EOS Paul Oesterreich, die ich später besuchte, jetzt Primo-Levi-Gymnasium in Weißensee. Alt-Hohenschönhausen gehörte damals übrigens noch zum Ost-Berliner Stadtbezirk Weißensee.

Erinnerungen gefragt

Wer kennt noch ähnliche oder ganz andere Geschichten? Das möchte der rührige Förderverein Oberssee & Orankesee wissen. Denn das Strandbad wird 2019 schon 90 Jahre alt. Gefeiert wird das Jubiläum am 7. September beim traditionellen Seenfest. Aus diesem Anlass möchte der Verein eine Festschrift herausgeben. Dazu sucht er Erinnerung der Badegäste. Gebeten wird um die Einsendung von Fotos, alten Eintrittskarten, Plakaten oder kleinen Geschichten. Die Festschrift wird unter Leitung der Historikerin Bärbel Ruben von einem Team des Fördervereins koordiniert, eine Jury sichtet die Einsendungen und wird die Beiträge dafür auswählen. Das Heft soll zum Seenfest feierlich an die Pächterfamilie übergeben werden. Es wird zu einem Preis, der die Produktionskosten decken soll, für Interessenten zu haben sein. Kostenlos bereitgestellt wird eine digitale Version auf der Internetseite des Fördervereins.

Abi-Vorbereitung am Strand

Ich selber besitze leider weder Fotos noch sonstige materielle Erinnerungen aus meiner Jugendzeit am Orankesee. Im Gedächtnis ist sie mir aber bis heute geblieben. Denn wie sehr haben doch unsere Eltern geschimpft, dass wir uns zu den Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen fast jeden Tag im Strandbad getroffen haben. Aber warum auch nicht? War ein Supersommer damals, mit Sonne satt von Mai bis September. Und Baden gegangen sind wir auch nur im See, mit den Prüfungen hat es bei uns allen ganz gut geklappt.

Wer sich mit seinen Erinnerungen an der Festschrift beteiligen will, kann Fotos usw. direkt in der Geschäftsstelle des Fördervereins abgeben oder diese dorthin schicken: Förderverein Obersee & Orankesee, Gertrudstraße 5, 13053 Berlin. E-Mail: foo@obersee-orankesee.de


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