Gebrannte Mandeln sind teuer – aber nur auf den Weihnachtsmärkten

Ab in den Wok!

22.12.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Das große Kind hat sich auch dieses Jahr wieder einen bunten Teller zu Weihnachten gewünscht. Doch schon beim vergangenen Fest hatte der längst erwachsene Sohn mitgeteilt, dass eigentlich nur gebrannte Mandeln darauf liegen sollten. Die nasche er nun mal am liebsten. Je nach Größe des Tellers kann das ein teures Geschäft werden. Denn gebrannte Mandeln haben nun mal ihren Preis – und der scheint auf den Weihnachtsmärkten von Jahr zu Jahr zu steigen. Inzwischen ist man dort bei 4,50 Euro je 100 Gramm angekommen (Test auf zwei Märkten – in Kaulsdorf und auf dem Alexanderplatz). Der Erinnerung nach kosteten diese Süßwaren vor 20 Jahren je 100 Gramm noch 2,50 D-Mark.

Selbermachen ist einfach

4,50 Euro, das sind 9 D-Mark, rechnet der Gatte um. „In DDR-Mark sogar 49!“ „Und wie viele Tüten willst Du jetzt kaufen?“, fragt er. Eigentlich hatte ich an mindestens sechs gedacht. Aber teuer kommen die schon. Der Gatte schnaubt – und recherchiert im Internet. Schließlich haben wir diesmal wieder Plätzchen selbst gebacken, weil uns das ewige Einerlei, das der Handel bietet, langsam zu den Ohren herauskommt. Warum also nicht auch nach einer Anleitung suchen, wie gebrannte Mandeln selbst fabriziert werden können. Und siehe da, es gibt etliche Rezepte. Wir finden ein YouTube-Video, wo alles ganz einfach erklärt wird: Man nehme einen Wok, Mandeln, Zucker, Vanillezucker und Wasser (wer mag auch noch Zimt) – und lasse alles fein auf dem Ofen köcheln. Bloß Rühren muss man: Am Anfang noch wenig, dann emsiger und kraftvoll.

Es riecht nach Weihnachtsbäckerei

Nach exakt einer Stunde und 5 Minuten haben wir 700 Gramm gebrannte Mandeln – Kostenpunkt um die 5 Euro (Zutaten und Energieeinsatz mitgerechnet). Dafür hätten wir auf dem Weihnachtsmarkt um die 30 Euro bezahlt. Klar müssen die Zuckerwarenhersteller auch Standgebühren und Personal finanzieren, aber erklärt das die gewaltige Differenz? Ist ja auch egal, uns haben die Mandel- und Nussstände nun als Kunden verloren. Wir wissen jetzt, dass Selbermachen einfach ist – und in der Küche keineswegs Chaos entsteht. Allein: Es riecht dort noch eine längere Zeit wie in der Weihnachtsbäckerei. Doch es gibt schlimmere Gerüche, oder?

Einfach mal ausprobieren

Wir bedenken jedenfalls zum Fest nicht nur die Verwandschaft, sondern auch Freunde mit kleinen Mandeltüten. Und wer Lust hat, es selbst auch einmal auszuprobieren, hier ist der Link zum YouTube-Video…

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