Desolate Überführung auf der Märkischen Allee wird total gesperrt

Galgenfrist für die Wuhletalbrücke

28.11.2018, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Was Viele befürchtet haben ist nun Gewissheit: Die Wuhletalbrücke ist in so schlechtem Zustand, dass sie komplett für den Verkehr gesperrt werden muss. Wie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf LiMa+ Anfrage mitteilt, ist damit aber erst ab Januar/Februar 2019 zu rechnen. „Darüber wird rechtzeitig informiert“, erklärte Senatssprecherin Dorothee Winden. „Eine Sperrung der Wuhletalbrücke ist aufgrund der Schäden unvermeidlich, für den Verkehr wird eine Umfahrung eingerichtet“, sagte sie. Eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung habe ergeben, dass ein Ersatzneubau die einzig sinnvolle Variante sei. Der Verkehr werde dann über die seitlich an der Brücke vorbeiführenden Auf- bzw. Abfahrten geleitet. Derzeit werden die für die Umfahrung nötigen Ampeln eingerichtet, insbesondere für die Einmündungen auf die Wuhletalstraße. Auf den Umfahrungen sollen in jeder Fahrtrichtung zwei Fahrspuren zur Verfügung stehen, also genauso viele wie bisher. Wo genau die Umleitungen in beiden Richtungen entlangführen und wo sie wieder auf die Märkische Allee münden steht noch nicht hundertprozentig fest.

Fest steht laut Senatsangaben hingegen, dass die Linienführungen der BVG Busse X69 und 197 nicht betroffen sind. Befürchtungen im Bezirk, dass eine Totalsperrung mit Verkehrskollaps im Dezember 2018 bevorsteht, scheinen sich also nicht zu bewahrheiten.

Neubau ab 2022

„Mit dem Ersatzneubau ist aktuell ab 2022, mit einer Bauzeit von etwas mehr als zwei Jahren, zu rechnen“, so Dorothee Winden. Die Abbrucharbeiten könnten erst nach Abschluss der entsprechenden Planungen und der öffentlichen Vergabe der Bauleistungen erfolgen. In der Regel würden die Leistungen für den Abbruch gleichzeitig mit jenen für den Neubau vergeben. „In der aktuellen Anmeldung der Investitionsplanung sind 15 Millionen Euro für Abriss und Neubau veranschlagt.“ Im September war von einem Baubeginn „nicht vor 2021“ und einer Neubausumme im Investitionsplan von 8.364.000 Euro ausgegangen worden.

Hätte eine schnellere Instandsetzung in den vergangenen ein bis zwei Jahren den Totalschaden verhindern können? – „Nein“, so die Senatssprecherin, „ein Fortschreiten der Bauwerksschäden hätte nicht aufgehalten werden können. Ein Ersatzneubau war bereits in Planung, erfährt jedoch durch die aktuelle Schadensentwicklung eine höhere Priorität.“

Senat sieht Ursachen in Baumaterialien

Die vierspurige Überführung auf der Märkischen Allee über die Wuhletalstraße im Marzahner Norden sollte eigentlich 2017 instandgesetzt werden. Es kam zu Verzögerungen. Seit April 2018 sind die zwei stadtauswärts führenden, östlichen Fahrbahnen aus Sicherheitsgründen bereits gesperrt. Dann ergaben Gutachten: Die Brücke ist nicht mehr zu retten. Große Risse an den Auflegern, Schäden an den Stützpfeilern und ätzende Betonbrühe, die auf die Wuhletalstraße tropft (LiMa+ berichtete). Die alte Brücke muss weg – ein Ersatzneubau her.

2014 befuhren die Brücke täglich 21.600 Fahrzeuge. Laut Senat spielt jedoch bei den festgestellten Bauwerksschäden das gestiegene Verkehrsaufkommen eine untergeordnete Rolle. Die Ursachen lägen vielmehr in den beim Bau, Mitte der 1970er Jahre, verwendeten Materialien, vom Spannstahl bis zu den Betonausgangsstoffen. Derartige Schäden wie bei der Wuhletalbrücke würden in unterschiedlicher Ausprägung bundesweit auftreten.

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden