Kein Rest bleibt

Galerie M ist weg

04.02.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Volkmar Eltzel

Marzahn. Trümmer liegen dort, wo noch Anfang Januar das Gebäude der “Galerie M” stand. Die Degewo hatte Mitte des Monats mit dem Abriss des Hauses, das von Architekt Wolf R. Eisentraut entworfen wurde, begonnen. Neben der Kunsthalle Rostock war es eines von lediglich zwei Gebäuden, die in der DDR für die Bildende Kunst errichtet worden waren. Ein Eilantrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Abriss ist laut dem Sprecher des Kammergerichts, Ulrich Wimmer, noch nicht beschieden worden. Jetzt ist er auch nicht mehr sinnvoll.

“Es werden Fakten geschaffen. Sowohl kultur- als auch stadtentwicklungspolitisch ist das verheerend”, erklärten der kulturpolitische Sprecher und Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung, Olaf Michael Ostertag, und der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Marzahn-Hellersdorf, Christian Schwinge. Die Linke habe in der BVV beantragt, sich beim Eigentümer für ein Abrissmoratorium einzusetzen. So sollte die erneute Möglichkeit einer Konzeptentwicklung für den stadträumlichen Angelpunkt geschaffen werden. Leider habe die Zählgemeinschaft dem Vorgang keine Dringlichkeit eingeräumt, so dass der Antrag im Januar nicht mehr abschließend behandelt werden konnte. “Jetzt ist es zu spät. Das ist Gebäudestürmerei”, betonten beide.

Das Haus hatte, wie berichtet, nach einem Wasserschaden seit Ende 2011 leergestanden. In den Jahren zuvor hatte der Bezirk teilweise keine Miete gezahlt, später nicht einmal die vollen Betriebskosten. Die Abrisspläne des Eigentümers Degewo waren lange bekannt, auch die Linke hat erst Ende vergangenen Jahres dagegen in der BVV protestiert. Laut Degewo-Sprecher Lutz Ackermann soll das Grundstück bis April völlig beräumt sein. Über einen Neubau an dieser Stelle, der für das Bürgeramt Marzahner Promenade genutzt werden soll, werde noch mit dem Bezirk verhandelt.

 

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