Ein Ort für die Gemeinschaft

Gärtnern in der Stadt

11.03.2014, Klaus Tessmann

Foto: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Hellersdorf. Mitten im Hellersdorfer Zentrum, zwischen dem Jugendklub Eastend und der U-Bahn Trasse, ist in den vergangenen Monaten mit der „Hellen Oase“ aus einer Brache ein neuer Treffpunkt für Jung und Alt entstanden – mit Bänken für Senioren, Spielgeräten für Kinder und Hängematten. Auch gesät und gepflanzt wird dort in einem Bürgergarten.

Gartensaison beginnt
Am Mittwoch, 13. März, geht es wieder los. Dann startet offiziell die Gartensaison 2014. „Die Idee für die ‚Helle Oase’ entstand 2011 aus einer Diskussion im Quartiersmanagement“, berichtet Anna Juhnke. Sie ist beim Trägerverein Kids & Co verantwortlich für diesen Treffpunkt im Grünen. „Der Gemeinschaftsgarten wurde im Rahmen einer Ideenwerkstatt entwickelt“, erklärt sie. Viele Nachbarn machten Vorschläge, es entstanden Modelle und es wurde geprüft was machbar und finanzierbar ist.

Mit einem feierlichen ersten Spatenstich starteten am 17. Oktober 2012 die Arbeiten zur Gestaltung der Gemeinschaftsfläche „Helle Oase“. Auf einer Brachfläche am Südende der Tangermünder Straße wurden ein Spielbereich für Kleinkinder, Weiden-Iglus und eine Hängematte zum „Chillen“, ein Öko-Bürgergarten, zwei Boule-Bahnen sowie eine Streetsoccer-Anlage mit Zuschauerplätzen gebaut. Anwohner hatten in Workshops geplant, Ideen entwickelt und vor allem in Arbeitseinsätzen die verwahrloste Fläche gesäubert. Daraus ist die Stadtteilinitiative „Schaff Dir Platz!“ entstanden.

Hochbeete und Spielplatz
Die ehemalige Brache ist in gut 15 Monaten ein Ort der Gemeinschaft geworden. Anwohner haben die Möglichkeit bekommen in Hochbeeten als Kleingärtner zu wirken. Daneben ist Platz für Sport und Spiel. Mitgeplant hat Nancy Zosel, eine junge Mutter aus der Nachbarschaft. Sie hat die Idee für einen Kinderspielplatz für kleinere Kinder entwickelt. „Es gibt Spielplätze im Wohngebiet,“ sagte Anna Juhnke, „doch die sind eher etwas für größere Kinder und Jugendliche.“ Jetzt im Frühjahr kann Nancy Zosels kleine Tochter Charlotte die Spielgeräte in der „Hellen Oase“ benutzen. „Hier können jung und Alt und die verschiedensten Partner zusammenwirken“, erklärte Anna Juhnke. In der Umgebung leben sowohl viele Senioren als auch junge Familien mit kleinen Kindern.

Jugendliche machen mit
Sport- und Spielgeräte wurden von Jugendlichen gebaut, die in den unterschiedlichen Werkstätten bei Kids & Co arbeiten. In zehn Berufsfeldern werden dort Jugendliche auf eine Berufsausbildung vorbereitet. Mehr als 100 von Ihnen haben sich bei den Projekten für die „Helle Oase“ beteiligt. Die Designer haben die Spielgeräte entworfen, die Tischler haben sie gebaut, die Gärtner haben die Weidenhecken gepflanzt und einen Weiden-Iglu gebaut. Bänke für die Senioren wurden ebenfalls entworfen und aufgestellt.

Deutscher Naturschutzpreis
Im Herbst 2012 wurden die ersten Hochbeete für den Gemeinschaftsgarten angelegt. „Für das Projekt haben wir den Deutschen Naturschutzpreis bekommen“, erklärt Anna Juhnke. Bereits  eine Saison haben die Gärtner gearbeitet, die Kerngruppe besteht aus sieben Leuten. Dazu gehören Studenten, Künstler und Senioren. „Genau das wollten wir ja auch erreichen“, sagt Anna Juhnke, „Menschen aus verschiedenen sozialen Gruppen und verschiedenen Altergruppen sollen zusammenkommen.“ 13 Hochbeete gibt es schon, außerdem eine Kräuterspirale. In diesem Jahr sollen noch mehr Hochbeete angelegt werden. Dazu gibt es schon konkrete Vorstellungen. So möchten Kinder aus dem Kindergarten ihr Hochbeet haben und ein Rollstuhlfahrer hat sich schon mal erkundigt, ob ein Beet nicht so angelegt werden könne, dass er es aus dem Rollstuhl erreichen kann. Jeder kann kommen, der Lust an Gartenarbeit hat. Alles wird gemeinsam gemacht. Die Aussaat im Frühjahr, die Pflege und schließlich auch die Ernte. Die Arbeit wird respektiert, es gibt keinen Vandalismus. „Wir wollen in diesem Frühjahr eine Pergola bauen“, erklärt Anna Juhnke. Dort können die Eltern sitzen, während die Kinder spielen. Es wird auch noch ein Pavillon errichtet, auf dessen Dach Solarelemente installiert werden. Mit dem gewonnenen Strom wird dann der Platz beleuchtet.

Es klappt auch mit den Nachbarn
„Wir arbeiten gut mit unseren Nachbarn zusammen“, sagt Anna Juhnke. Dazu gehören das Oberstufenzentrum und der Jugendklub Eastend. Dort können die Besucher die sanitären Einrichtungen benutzen. „Im Eastend können wir uns auch Kaffee kochen.“ Am 1. März war schon die Auftaktveranstaltung für das Oasen-Jahr 2014. Doch nun geht es richtig los.

Bürgergärten gibt es in allen Teilen der Stadt. Sie wurden und werden auf Brachflächen angelegt und gemeinschaftlich genutzt. In den Randbezirken sind sie nur sehr spärlich vorhanden, in den Innenstadtbezirken gibt es mehr. Die bekanntesten in Berlin sind die Prinzessinnengärten am Moritzplatz in Kreuzberg und der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor auf dem Tempelhofer Feld.

Weitere Informationen: http://www.helle-oase.de, Telefon: 030 / 54 37 68 12

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden