S-Bahnhof Ahrensfelde: Grundreinigung ist keine Verschönerung

Fußgängerbrücke noch unansehnlich

17.08.2019, Helene Heimbold

Fotos: Helene Heimbold

Marzahn. Weil sich Beschwerden der Bürger aus Marzahn Nord und West über den Zustand der Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Ahrensfelde häuften, hat die Deutsche Bahn in den zurückliegenden Wochen dort eine Grundreinigung unternommen. Doch viele Anwohner und Fahrgäste stellt das nicht zufrieden. Im sozialen Netzwerk Facebook wurden Flickschusterei und Aktionismus beklagt. Denn der Allgemeinzustand des rund 150 Meter langem Bauwerks, das über die sechsspurige Märkische Allee und die Trassen von S- und Regionalbahn bis vor die Häuser der Ahrensfelder Chausee in Marzahn-West führt, hat sich nicht wesentlich verbessert. Nach wie vor gibt es Schmierereien an den Wänden und kaputte bzw. blinde Fenster, in vielen Ecken stinkt es nach Urin. Zudem wurde nur ein halbherziger Versuch unternommen, Wände mit frischer Farbe zu versehen. Die neue Schicht wurde nicht einmal halbhoch aufgetragen, an manchen Stellen blättert die Farbe ab oder schlägt Blasen.

Wände sollen künstlerische Graffiti bekommen

Am Freitagvormittag, 16. August, wurden Bahnmitarbeiter vor Ort angetroffen, die sich den Zustand ansahen. Es werde weiter gehen mit den Arbeiten, beantwortete ein Mitarbeiter die Frage von LiMa+. So sollen die zerschlagenen Fenster repariert werden, es werde auch „einige Nacharbeiten“ an den Wänden geben. Zudem sollen diese in Kürze auch noch künstlerisch gestaltet werden durch die Gruppe 0815 industries, die bereits andere Orte im Bezirk durch künstlerische Graffitis verschönerte. Eine Grundinstandsetzung, wie von vielen Bürgern und auch Kommunalpolitikern gefordert, hat die Deutsche Bahn jedoch nicht vor.

Keine Grundinstandsetzung geplant

Letzteres war schon im März dem aus Marzahn-Hellersdorf stammenden SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier in einer Antwort auf eine Schriftliche Anfrage im Parlament mitgeteilt worden. Denn die Brücke, gebaut 1986-1988 und über die Fernbahn verlängert 1991, ist nach Angaben der Bahn „technisch in einem sicheren Zustand“. Die Standsicherheit sei zu keiner Zeit gefährdet. Allerdings ist das Bauwerk, das sich im Eigentum der DB Netz AG befindet, „sehr hohem Vandalismus ausgesetzt“. Aufgrund dessen seien schon in den vergangenen Jahren Instandsetzungsmaßnahmen vorgenommen worden. Dabei wurden u.a. Scheiben und Einfassungen, Deckenpaneele und integrierte Lampenkörbe neu errichtet. Nach Bahnangaben wird die Brücke täglich durch die DB Service GmbH gereinigt.

Werden Dreck und Vandalismus verschwinden?

Anfang Mai hatten Mitglieder des Aussiedlervereins Vision e.V. gemeinsam mit Vertretern des Quartiersmanagements und anderen engagierten Bürgern aus dem Kiez sowie Kommunalpolitikern einen Subbotnik zur Reinigung der Brücke unternommen. Damit sollte auf Dreck und Gestank dort aufmerksam gemacht werden. Das hat zumindest so weit  gewirkt, dass nun wenigstens vom Eigentümer Bahn eine Grundreinigung durchgeführt wurde. Abzuwarten bleibt, welche Auswirkungen die geplante künstlerische Neugestaltung der langen Brücken-Gänge haben wird. Wird das Vandalen und Schmutzfinken wirklich abhalten? Zu hoffen wäre es jedenfalls.

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