Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Marzahn wird noch später fertig

„Unser kleiner BER“

12.07.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Die Inbetriebnahme der verlängerten Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Marzahn zwischen dem Einkaufszentrum Eastgate und dem Wiesenburger Weg verzögert sich weiter. Laut Antwort der Deutschen Bahn und des Senats auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Dr. Manuela Schmidt und Kristian Ronneburg soll das Bauwerk nun Ende 2019 fertiggestellt sein. Der Baubeginn war im Herbst 2017. Doch immer wieder wurden seitens der Bahn neue Termine für die Fertigstellung genannt. War es erst Sommer 2018, wurde dann auf April 2019 verschoben, später auf August 2019. Ob der nun genannte Termin auch wirklich eingehalten wird, erscheint Beobachtern noch unklar. Am gestrigen Mittwoch, 10. Juli, jedenfalls war von Arbeiten vor Ort wenig zu bemerken. Dafür drängten sich die Fahrgäste vor dem Fahrstuhl. Denn von der Eastgate-Brücke aus sind die Bahnsteige derzeit lediglich mit dem Aufzug zu erreichen.

Seit mehr als 15 Jahren gefordert

„Unser kleiner BER“ hatte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) bei einer Pressekonferenz im Mai dieses Jahres das Bauvorhaben etwas sarkastisch bezeichnet. Denn bereits in der Wahlperiode 2002 bis 2006 führte Dagmar Pohle, damals als zuständige Wirtschaftsstadträtin, Verhandlungen über die Verlängerung der Brücke. Dringlich wurde diese mit der Eröffnung des Eastgates im Jahr 2005. Nun soll auch auf dem ehemaligen Knorr-Bremse-Gelände am Wiesenburger Weg ein neues Quartier für Wohnen und Gewerbe entstehen – die Querung über die Märkische Allee und den Bahnhof ist somit mehr als nur wünschenswert. Denn sie bietet Fußgängern und S-Bahnnutzern nicht nur einen schnelleren und barrierefreien Weg zum Friedhof am Wiesenburger Weg, sondern auch ins bestehende Gewerbegebiet und in den vorgesehenen neuen Wohn- und Gewerbekomplex.

Erster Spatenstich 2017

Nach einer ersten Einigung mit der Bahn über die Brückenverlängerung im Jahr 2011 erfolgte endlich im September 2017 der erste Spatenstich. Zuvor hatte es Streit um die Übernahme der Kosten gegeben, die sich wegen neuer technischer Anforderungen verdoppelt hatten. 5,2 Millionen Euro fließen aus dem Bund-Länder-Programm „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ für das Projekt – Treppen, Rampen und Überdachung eingeschlossen.

Abriss und Neubau der Südbrücke ab 2021

Nachfolgend soll ab 2021 der Abriss und Rückbau der südlichen Fußgängerbrücke beginnen, die bereits jetzt zum Wiesenburger Weg führt. „Nach dem Abriss… erfolgt der Neubau vom ‚Bahnhofsvorplatz’ an der Märkischen Allee bis zum S-Bahnsteig. Ein barrierefreier Ausbau ist hier nicht geplant. Die Umsetzung und Finanzierung der Maßnahme werden durch die DB Netz AG in einem separaten Vorhaben vorgenommen. Die Realisierung des Neubaus erfolgt zeitnah nach dem Rückbau im Jahr 2022“, heißt es in der Antwort von Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese  auf die Anfrage der Abgeordneten. Ob ein Bedarf für eine barrierefreie Erneuerung der (Süd)Brücke gegenüber der DB durchgesetzt werden müsse, sei derzeit nicht absehbar.

Barrierefreiheit „ein Muss“

Schmidt und Ronneburg erklären, das sei nicht nachvollziehbar: „Jahrelang haben Bürgerinnen und Bürger in Marzahn für den barrierefreien Ausbau der nördlichen Brücke am Bahnhof gekämpft. Dass nun die südliche Brücke endlich auch erneuert, aber wiederum nicht barrierefrei ausgebaut werden soll, wäre ein Schildbürger-Streich sondergleichen. Wir rufen den Senat und die DB AG dazu auf, bei ihren Abstimmungen keine Zweifel daran zu lassen, dass vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in unserer Gesellschaft und den Zielen der Inklusion Barrierefreiheit an Brückenbauwerken ein Muss sein sollte.“

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