Freiwillige Feuerwehr ausgesperrt

31.01.2020, Linna Schererz

Foto: Birgitt Eltzel

Mahlsdorf. Jahrelang wird bereits über einen Neubau für die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Mahlsdorf diskutiert – bisher ergebnislos. Das rächt sich nun: Wegen Schimmelbefalls musste am Mittwoch, 29. Januar, die Feuerwache an der Donizettistraße gesperrt werden. Das Gebäude darf nicht mehr betreten werden, die Fahrzeuge können bis auf weiteres nicht mehr benutzt werden. Damit fällt eine komplette Wache für den Rettungsdienst in Berlin aus.

Schon seit langer Zeit ist das Domizil der FFW Mahlsdorf schadhaft. Doch die Diskussion um einen neuen Standort dauert an. Denn ein Grundstück südlich der Bundesstraße 1/5, das von Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) vorgeschlagen wurde, LiMa+ berichtete, lehnte die FFW mit der Begründung ab, die meisten ihrer Mitglieder wohnten im Norden. Bei Alarmen dauere es deshalb zu lange bis sie vor Ort wären. Die FFW favorisiert ein Grundstück im Gewerbegebiet An der Schule, das der TLG Immobilien AG gehört. Diese will jedoch nur verkaufen, wenn auch der Bebauungsplan geändert wird – vom Gewerbe- zum Mischgebiet. Dann kann das Unternehmen dort auch Wohnungen errichten – und damit größere Gewinne erzielen. Das lehnt Pohle, die auch das Stadtentwicklungsressort leitet, bisher ab.

Nach der Sperrung der Wache Donizettistraße wächst nun der Druck auf Pohle und Innensenator Andreas Geisel (SPD). „Das Bezirksamt muss … schnellstmöglich die Blockadehaltung bei den Verhandlungen zu einem geeigneten Ausweichstandort in der Straße An der Schule aufgeben. Außerdem müssen kurzfristig die entsprechenden Gelder für den Neubau der Wache durch die Innenverwaltung freigeben werden“, forderten Mario Czaja (CDU), in Mahlsdorf/Kaulsdorf direkt gewählter Abgeordneter, und der Fraktionsvorsitzende der Christdemokraten in der Bezirksverordnetenversammlung, Alexander J. Herrmann. Die aktuelle Sperrung wegen Schimmelbefall führe hoffentlich zur Einsicht, dass schnellstmöglich ein Neubau in der Straße An der Schule realisiert werden muss. Die Grundstückseigentümerin (TLG) habe der CDU gegenüber Gesprächsbereitschaft signalisiert. Auch die SPD-Abgeordnete Iris Spranger forderte „zum sofortigen Handeln“ auf. „Die notwendige Änderung des B-Plans mit einer Änderung zu einem Mischgebiet ist dringender denn je und jeder weitere Aufschub ist nicht hinnehmbar!“ Bei einem von ihr organisierten Akteurstreffen am 19. November 2019 seien sich alle über „den idealen Standort eines Neubaus in der Straße An der Schule“ einig gewesen, betonte Spranger. „Nun ist das Fass übergelaufen und es muss schnell etwas passieren, da die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Gefahr ist!“

Update 18 Uhr:
Die Fraktion der Linken in der BVV fordert in einer Pressemitteilung unter der Überschrift “Innensenat muss handeln” die rasche Sanierung des Feuerwehrgebäudes. Denn selbst wenn ein Ankauf des TLG-Geländes gelingt, werde es noch Jahre dauern bis eine neue Feuerwache errichtet und einsatzbereit ist, erklärte Fraktionsvorsitzender Bjoern Tielebein. Er verwies auf einen von seiner Fraktion initiierten Beschluss der BVV vom Mai 2019, dem SPD und CDU beigetreten waren. Darin heißt es, dass der Bezirk gegenüber dem Senat Verhandlungen zwischen dem Land und der TLG anregen soll. Ebenfalls im Beschluss finde sich eine mögliche Änderung des Bebauungsplans.

Die u.a. für Facility Management zuständige Stadträtin Juliane Witt (Linke) teilte inzwischen im sozialen Netzwerk Facebook mit, dass es am 4. Februar einen Vor-Ort-Termin mit der Berliner Immobilien Management GmbH gibt, dem Eigentümer der Feuerwache an der Donizettistraße. Sie schrieb: “Es wurde sofort ein Planer beauftragt, das Büro, die Feuerwehr und die beauftragte WISAG werden im Auftrag der BIM das weitere Vorgehen klären und die Schritte besprechen. Gute Zusammenarbeit und hoffentlich der Einstieg in eine schnelle Lösung der Problems und auch in die Perspektive eines Neubaus.”

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