Engagiert für Tierpark und Zoo

Förderverein wächst

10.02.2014, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Friedrichsfelde. Im Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes des Tierparks stapeln sich Zeitungen, die noch zu den verschiedenen Auslagestellen in der Stadt gebracht werden müssen, in Bibliotheken, Bürgerämter und Klubhäusern. “Berliner Tiere” heißt das kostenlose Blatt, das gemeinsam vom Berliner Wochenblatt Verlag und der Fördergemeinschaft der Hauptstadtzoos herausgegeben wird. Wer Neuigkeiten aus Zoo und Tierpark erfahren will, ist nach der Lektüre immer auf dem Laufenden – egal, ob es sich um den Nachwuchs bei den Turkmenischen Halbeseln handelt, um seltene kleine Eulen, die moderne Wasseraufbereitungstechnik im Zoo-Aquarium oder die Fischfütterung in der Cafeteria im Tierpark.

Über 100 Neuaufnahmen im Januar
Bereits seit 1956 gibt es den Förderverein für den Tierpark in Friedrichsfelde, der anfangs noch Förderkreis hieß. Bis zur Wende hatte dieser etwa 1.200 Mitglieder, später sank diese Zahl auf rund 400. Erst als der Lichtenberger Thomas Ziolko, ein studierter Betriebswirt und Tierpark-Fan, im Jahr 2004 den Vorsitz übernahm, ging es wieder aufwärts. Besonders, als sich der Förderverein 2007 auch noch des Berliner Zoos annahm – und seitdem für beide Einrichtungen wirkt. Motto: Eine Hauptstadt, zwei Zoos. Inzwischen sind es rund 2.100 Mitglieder – Tendenz steigend. “Allein im Januar haben wir mehr als 100 Neuaufnahmen gehabt”, sagt Ziolko. Und es seien längst nicht mehr nur vor allem ältere Menschen, die sich im Verein engagieren wollten, auch jüngere kämen jetzt dazu. Unter den neu aufgenommenen Mitgliedern im Januar, so Ziolko, seien übrigens 90 Prozent aus Lichtenberg gewesen. “Das zeigt, dass es hier eine ganz enge Bindung zum Tierpark gibt.”

Neuer Chef kommt im April
Der ist seit vielen Jahren als modernisierungsbedürftig im Gespräch, mehr Besucher sollen die Bilanz verbessern. Erstmals seit vielen Jahren ist Geld für Investitionen vom Land vorgesehen – fünf Millionen Euro will die rot-schwarze Koalition für erste Moderinisierungsmaßnahmen ausgeben. Auch die noch nicht konkretisierte und sehr umstrittene Idee eines Spaßbades im Tierpark geistert bei den Koalitionären herum, insbesondere SPD-Fraktionschef Raed Saleh macht sich dafür stark. Was davon verwirklicht werden wird, wird wohl vor allem von einem Mann abhängen, der am 1. April seinen Dienst antritt. Andreas Knieriem, bisher noch Vorstand des Tierparks Hellabrunn in München, soll dann bekanntlich den umstrittenen Berliner Zoo-und Tierparkchef Bernhard Blaszkiewitz ablösen.

Geld für Investitionen
Doch nur auf Ideen “von oben” zu warten, liegt Ziolko nicht. Denn schon in den vergangenen Jahren ist ihm mit seinem Förderverein und der Stiftung für die Hauptstadtzoos das gelungen, was die Zoo-Leitung versäumte: Geld für beide Einrichtungen zu erwirtschaften und einzuwerben. Das kommt aus vielen Veranstaltungen im Schloss Friedrichsfelde, aus Aktionen in Tierpark und Zoo, aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. “Es ist immer in Investitionen geflossen”, sagt Ziolko. Für den Zoo wurde so beispielsweise im Jahr 2013 der Umbau des Koi- und Goldfischbeckens (65.000 Euro) finanziert, der Tierpark bekam ein neues mobiles Röntgengerät (50.000 Euro). 175.000 Euro werden bis 2015 als zusätzliche Summe für den Umbau des Alfred-Brehm-Hauses im Tierpark zur Verfügung gestellt, weitere Spendenprojekte sollen im Frühjahr beschlossen werden.

Viele ehrenamtliche Projekte
Doch nicht nur Geld wird vom Verein bereit gestellt. Ehrenamtler betreiben beispielsweise die beiden Souvenirgeschäfte im Tierpark und ebenfalls Info- und Lotteriestände. Mehr als 30 Scouts weisen Besuchern den Weg durch die 160 Hektar große Anlage in Friedrichsfelde, andere Helfer sichern den Musuems- und Veranstaltungsbetrieb im Schloss ab. “Für alleinstehende Senioren haben wir zudem ein soziales Projekt entwickelt”, sagt Ziolko. “Diese werden von Vereinsmitgliedern zu Hause abgeholt und durch den Park begleitet.” Auch eine große Veranstaltung zum 60. Jubiläum der Grundsteinlegung für den Tierpark, das im Herbst begangen werden soll, bereitet der Verein vor. Für eine Ausstellung sucht er noch Fotos der Aufbauhelfer – rund 30 Menschen, die damals dabei waren, haben schon Dokumente und Bilder eingesandt.

Kontakt: Freunde Hauptstadtzoos, Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo Berlin e.V, Am Tierpark 125, 10319 Berlin,
Tel. 51 53 14 07. Mindest-Mitgliedsbeitrag pro Jahr: 30 Euro.
www.freunde-hauptstadtzoos.de

 

 

 

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