Jetzt wird auch in Marzahn-Hellersdorf mehr für Radfahrer getan

Sechs neue Projekte in Planung

07.05.2019, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Rund 700.000 Euro wurden im vergangenen Jahr in Marzahn-Hellersdorf für die Entwicklung der Fahrradinfrastruktur eingesetzt. Die Angabe geht zurück auf die Beantwortung einer schriftlichen Anfrage im Abgeordnetenhaus, die von Mario Czaja und Maik Penn (beide CDU) gestellt wurde. Das sind rund 200.000 Euro mehr als noch 2017 und fast das Doppelte von 2012. Das schlechteste Jahr war nach diesen Angaben 2013: Damals wurden lediglich ca. 34.000 Euro für den Bau von Fahrradwegen, Abstellanlagen etc. im Bezirk ausgegeben.

Aktuell werden zwei Vorhaben ausgeschrieben

2017 wurden die Radverkehrsprojekte Zossener Straße (von der Landsberger Allee bis zur Luckenwalder Straße) und Alte Hellersdorfer Straße Nr. 3 bis zur Wuhle realisiert. 2018 wurde das Radverkehrsprojekt Bitterfelder Straße – Klettwitzer Straße vollendet, heißt es in einer weiteren Antwort auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Kristian Ronneburg. Nach Angaben des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf werden aktuell zwei Radverkehrsprojekte ausgeschrieben (ZR1 Hoyerswerdaer Straße und Wuhlewanderweg Teil B). Sechs Projekte befinden sich in Planung (Radprojekt TR7 Borkheimer Straße, Radprojekt TR6 – TR7 Brücke Bitterfelder Straße, Radprojekt Köpenicker Straße Ecke Wulkower Straße, Radprojekt Wuhlewanderweg Teil A, Radprojekt Münsterberger Weg Abschnitt 1 und 2, Radprojekt ZR1 Abschnitt Ludwigsluster Straße). Das Radprojekt Bitterfelder Straße Ecke Klettwitzer Straße sei im April abgeschlossen worden.

Forderung: Sicherer Radweg an Märkischer Allee

Nach einem Antrag der Bündnisgrünen in der BVV soll das Radfahren in der Märkischen Allee erleichtert werden. Sie fordern einen durchgängigen, gesicherten Radweg in der Magistrale. Wo nötig, soll dieser durch den Verzicht auf den Parkstreifen realisiert werden. Dazu wird dem Bezirksamt empfohlen, wenn nötig mit dem Ziel zu vermitteln, dem Bedarf an Parkraum für Lastkraftwagen in den Nachtzeiten z.B. in Zusammenarbeit mit Einzelhändlern gerecht zu werden. Deren Parkplätze sollten dann möglicherweise für die Lkw genutzt werden können. Über die Schaffung des gesicherten Radwegs soll sich der Bezirk mit dem Senat verständigen. Eine entsprechende Beschlussempfehlung hat Ende April der Ausschuss für Umwelt, Natur, Verkehr und Lokale Agenda gegeben. Das Bezirksparlament wird nun in einer der nächsten Sitzungen darüber abstimmen.

Bisher keine weiteren Fahrradstraßen

In der Diskussion ist auch die Widmung weiterer Fahrradstraßen. Die Alberichstraße in Biesdorf war die erste in Berlin, die im Jahr 2000 als solche ausgeschildert wurde. Dort haben Fahrräder Vorrang vor Autos, es darf auch nebeneinander geradelt werden. Die Strecke ist etwa 1,4 Kilometer lang. Im Rahmen des Bürgerhaushaltes im Bezirk gab es immer wieder Vorschläge, neue Fahrradstraßen insbesondere in den Siedlungsgebieten auszuweisen. Laut Mitteilung des Bezirksamtes gibt es bisher allerdings keine Planungen dazu. „Aufgrund einer Anfrage des Fahr-Rats wird im Bereich der Hohensaatener Straße geprüft, ob eine Fahrradstraße hier möglich ist“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage von Kristian Ronneburg.

Bürgerbeteiligung zu Radschnellweg 9

Mit den Ergebnissen der Machbarkeitsuntersuchung für den Trassenkorridor Landsberger Allee Marzahn/Ost-Route (RSV 9) sei voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte 2019 zu rechnen. Es soll auch für diese Radschnellverbindungs-Route 9 eine öffentliche Bürgerveranstaltung stattfinden, bei der die ersten Ergebnisse vorgestellt werden.

„TVO-Planungen schreiten voran“

Laut Senatsangaben  schreiten die Planungen der Tangentialverbindung Ost und der dazugehörigen Radschnellverbindung voran: „Derzeit werden die notwendigen Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren vorbereitet. Dazu wurde Anfang 2019 mit der Entwurfsplanung begonnen. Darin enthalten sind zum Beispiel Vorgaben für den Querschnitt der Radschnellverbindung, Anbindungspunkte, Neigungs-, Steigungsvorgaben und alle weiteren wichtigen Entwurfsparameter.“

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