Windobona – spektakuläre Freifallsimulation öffnet am 21. Oktober

Fliegen ohne Flugzeug und Fallschirm

20.10.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel (1-5; 7-11), Windobona (6). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Windobona heißt die neue Publikumsattraktion an der Landsberger Allee 268 auf dem Areal des denkmalgeschützten Wasserwerks. Deutschlands modernster vertikaler Windtunnel lädt zum Fliegen ein – ohne Flugzeug und Fallschirm, dafür mit Netz und so sicher, dass die Betreibergesellschaft das Erlebnis auch für Kinder ab vier Jahren freigegeben hat. So genannte „First Timer“ werden in jedem Fall von Coaches eingewiesen und während des gesamten Fluges begleitet.

Offiziell eröffnet wird die Anlage erst am kommenden Sonnabend, 21. Oktober, ab 17 Uhr mit einer großen Party, inklusive Laser-Flugshow, Drinks und Rock and Roll. „Neugierige sind herzlich willkommen, um mit uns zu feiern“, sagt Marketing- und Salesmanager Philip Gaßmann. Der Eintritt für die Zuschauer-Lounge ist frei.

Wie ein Sprung aus 4.000 Metern Höhe

LiMa+ durfte vorab für die Leser schon mal mehr als einen Blick hinein werfen. „Vier Axialventilatoren mit insgesamt 1.200 Kilowatt bei Volllast sorgen für einen gleichmäßigen Luftstrom von 250 Kubikmeter pro Sekunde im 32 Meter hohen Windtunnel“, berichtet Boris Nebe von der Indoor Skydiving Germany Group, verantwortlich für den Bau des Windtunnels. Die Flugkammer ist von dreischichtigem Sicherheitsglas umgeben. Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Kilometer pro Stunde lassen die Menschen in der Röhre mit 430 Zentimetern Durchmesser schweben oder Saltos und spektakuläre Flugmanöver auch in Formationen (bei Profis maximal acht Personen) vollführen. Letzteres erfordert jedoch schon reichlich Erfahrung. „Dann aber ist der Spaß grenzenlos dreidimensional“, meint Fabian Raidel, selbst „Pro Flyer“ und Fallschirmspringer mit über 12.000 Sprüngen. Er ist der Instructor, der den ersten First Timer, Bene Mayr, Gewinner eines RTL-Tanzwettbewerbs, einweist und in den farbig beleuchteten Zylinder begleitet. Schutzbrille, Helm, Ohrstöpsel und ein Overall sind Pflicht. Nach rund vier Minuten kommt Mayr begeistert aus der Schleuse. „Das war megacool“, meint er. „Man sieht so weit nach unten und hat das Gefühl eines wirklichen Fallschirmsprunges.“ Der Geschäftsführer von Windobona, Marvin Ruthenberg, bestätigt: das Erlebnis sei vergleichbar mit einem Fallschirmsprung aus 4.000 Metern Höhe.

Mit der TU Berlin entwickelt

„Schon seit zehn Jahren hatten wir überlegt, wie wir eine Freifallsimulation bauen können“, sagt der Windobona-Chef. In Partnerschaft mit der Technischen Universität Berlin habe man die deutsche Windkanaltechnik entwickelt, die eine verwirbelungsfreie, lineare Strömung biete. Heute gebe es ähnliche Anlagen in Wien und Madrid. Auch für Hamburg sei eine in Planung. „Im kommenden Jahr wollen wir Flüge mit einer Virtual-Reality-Brille ermöglichen, die den Teilnehmern einen Fallschirmsprung über Dubai vermittelt“, so Marvin Ruthenberg.

Nicht gerade billig

Geöffnet ist das Bodyflying für Anfänger, Sportflieger und Profis am Montag sowie Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr. Wenn die Nachfrage hoch ist, wolle man schnellstmöglich zum 7-Tage-Betrieb übergehen, erklärt Philip Gaßmann. Wer lange Wartezeiten vermeiden möchte, kann den Flugtermin online über die Webseite buchen. Auch vor Ort kann man Tickets erwerben. Der Spaß ist nicht ganz billig: zwei Flugminuten für eine Person kosten 49 Euro (für Kinder 45 Euro). Es gibt Angebote für vier und sechs Minuten und mehrere Personen. Bis zum Weihnachtsgeschäft gebe es einen Rabatt von 30 bis 34 Prozent, sagt der Sales-Manager Philip Gaßmann. Er hält die Preise für angemessen, koste doch ein realer Fallschirmsprung aus dem Flugzeug etwa das Vierfache. Dort sei man aber maximal nur 55 Sekunden im freien Fall und es brauche eine lange Vorlaufzeit. „Bei uns können Sie sofort loslegen“, so Gaßmann. Für den Bau der Anlage in Lichtenberg habe der Investor einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand genommen. Mit den Flugpreisen müssten außerdem auch die Stromkosten von anfangs 650.000 bis 700.000 Euro pro Jahr und die elf zertifizierten Coaches finanziert werden. Wer nur mal so vorbeikommen möchte, sei aber genauso willkommen – und fürs Zuschauen bezahle man nichts. Außer vielleicht für die kleinen Speisen und Getränke, die es in der Besucherlounge gibt.

 

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