Ohne Bienen keine Menschen

Film & Diskussion in der UmweltKontaktstelle

18.01.2014, Klaus Tessmann

Foto: Klaus Tessmann

Wie steht es um die Bienen in unserem Land? Welche Beziehung haben die Bewohner zu den possierlichen Wildtieren? Was würde passieren, wenn es keine Bienen mehr gäbe?
Am Dienstag, 21. Januar, stehen ab 19 Uhr diese Fragen in der UmweltKontaktstelle, Liebenwalder Straße 12, im Mittelpunkt einer Veranstaltung. In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule wird der Film „More than honey“ von Markus Imhoff gezeigt. Der Dokumentarfilm beginnt in den Schweizer Bergen und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise um die ganze Welt. Da¬bei erfährt der Zuschauer viel über die aktuelle Situation der Bienen auf der ganzen Welt, über die Gefahren des Bienensterbens und über sehr spezielle Aspekte rund um die Bienenhaltung.

Der Mitbegründer der Initiative „Berlin summt!“ Cornelis Hemmer möchte nach dem Film mit den Besuchern ins Gespräch kommen. Er hat in den letzten Jahren den größten Teil seiner Freizeit damit verbracht, auf die Situation der Bienen und Wildbienen insbesondere in den deutschen Großstädten aufmerksam zu machen.
Im Interkulturellen Garten Lichtenberg gibt es seit dem vergangenen Jahr einen Bienenlehrpfad. Besucher können einem Bienenvolk bei der Arbeit zusehen und viel Wissenswertes anschaulich erfahren. Seit drei Jahren summen die Bienen durch den Interkulturellen Garten in der Liebenwalder Straße 12. „Wir sind seit 2011 am Projekt „Berlin summt“ beteiligt“, erzählt Anne Haertel. Das Interesse an den Bienen ist groß. Im Interkulturellen Garten stehen vier Bienenstöcke. In einem Schaukasten können die Besucher einen Blick in das Leben eines Bienevolkes werfen. Deutlich ist die Bienenkönigin zu erkennen. Sie trägt einen farbigen Punkt auf dem Rücken.

„Wir haben vor zwei Jahren den Imker Holger Piper gefunden, der mit seinen Bienenvölkern in den Garten gekommen ist.“ Den Interkulturellen Garten, des Vereins Sozialdiakonische Jugendarbeit gibt es nun schon seit acht Jahren. Auf 34 kleinen Gartenflächen bauen Hobby-Gärtner Gemüse an, züchten Blumen und verbringen ihre Freizeit. „Bei uns arbeiten Menschen aus 14 Nationen“, erklärt die Leiterin der Einrichtung. Das ist ein buntes Gemisch aus unterschiedlichen Kulturen, Lebensgewohnheiten und Gartenkulturen. Für die Bienen ist das bunte Blütenmeer eine wichtige Nahrungsgrundlage.
„Wir haben beobachtet, dass viele Besucher nichts über die Bienen wissen“, sagte Anne Haertel. So entstand im Sommer 2013 die Idee, den ersten Bienenlehrpfad im Bezirk aufzubauen. In einem Schaukasten und auf drei Informationstafeln können sich die Besucher über die Bienen und ihre Lebensweise informieren. Solche Tafeln sollen auch noch an anderen Stellen im Bezirk aufgestellt werden, beispielsweise vor großen Grünflächen oder Kleingartenanlagen. „Vor allem viele Schulklassen und Kita-Gruppen kommen zu uns in den Garten“, sagte Anne Haertel. „Jetzt können wir anschaulich erklären, welche Rolle die Bienen in der Natur spielen.“

Seit zwei Jahren kommt auch ein Schüler regelmäßig in den Garten, um sich speziell mit den Bienen zu beschäftigen. Der 15-jährige Nico war mit seiner Klasse zu Besuch im Garten. Er hat sich besonders für die Bienen und die Arbeit des Imkers interessiert. Nico hat sich viel Wissen über die Bienen angeeignet und führt inzwischen schon Schulklassen zu den Bienenstöcken. Am Schaukasten erklärt er die Arbeitsverteilung im Bienenvolk. Deutlich sichtbar sitzt am Einflugsloch zum Schaukasten eine Biene. „Sie passt auf, dass keine fremden Bienen in den Stock einfliegen – es ist eine Wächterbiene“, erklärt Nico. Dann gibt es noch die Arbeitsbienen und die Bienen, die durch die Landschaft fliegen, um den Honig einzusammeln.

Wer sich für die Arbeit des Interkultureller Gartens interessiert, kann sich dort für Führungen, Projekttage oder für ein Schülerpraktikum anmelden.
Interkultureller Garten Lichtenberg, Liebenwalder Straße 12-18, Telefon: 81 85 90 98, www.interkulturellergarten.de.

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