Neue Feuerwachen sollen gebaut und alte modernisiert werden

Millionen für die Feuerwehr

05.02.2020, Marcel Gäding

Fotos: Volkmar Eltzel (1), Marcel Gäding (2-3). Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg/ Marzahn-Hellersdorf. Noch ist das Grundstück an der Pablo-Picasso-Straße fest im Griff der Natur: Bäume, Sträucher und Wildwiesen prägen das Bild der Immobilie im Lichtenberger Stadtteil Neu-Hohenschönhausen. Schon in zwei Jahren aber ist es mit der Ruhe vorbei. Dann sollen Bagger das rund 6.000 Quadratmeter große Gelände für den Bau einer neuen Feuerwache vorbereiten. Gut 15 Millionen Euro investiert das Land Berlin in den Standort der Feuerwehr, der wegen wachsender Einsatzzahlen dringend notwendig ist.

Neue Feuerwache Pablo-Picasso-Straße

Allein im Bezirk Lichtenberg sollen in den kommenden Jahren fast 55 Millionen Euro in den Bau neuer Feuerwachen beziehungsweise in die Sanierung und Erweiterung bestehender Standorte investiert werden. Das geht aus Zahlen der Senatsinnenverwaltung hervor, die LiMa+ vorliegen. Am weitesten ist man mit der Planung des Standortes Neu-Hohenschönhausen: Wenn alles klappt, wird die neue Feuerwache Ende 2023 bezugsfertig sein und von dort rücken dann die ersten Löschfahrzeuge und Drehleitern zu Einsätzen aus.

Bereits in diesem Frühjahr soll beim Bezirk der Bauantrag eingereicht werden. Baubeginn ist der Innenverwaltung zufolge im ersten Quartal 2022. Künftig werden in der Pablo-Picasso-Straße 145 Einsatzkräfte ihren Dienst versehen. Außerdem ist die Rede davon, dass dort Platz für neun Fahrzeuge (fünf Rettungswagen, drei Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge, eine Drehleiter) sein soll.

Feuerwache Josef-Orlopp-Straße 2025 saniert

Konkret sind inzwischen auch die Pläne für die Sanierung der Wache in der Lichtenberger Josef-Orlopp-Straße: In dem früheren Stasi-Objekt teilen sich Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr Gebäude und Technik. Doch der Platz ist knapp, die Gebäude in einem schlechten Zustand. „Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen“, sagt ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung. Mit der Fertigstellung der Feuerwache Hohenschönhausen sollen die Lichtenberger Kollegen zunächst in die Pablo-Picasso-Straße umziehen, während ihre Wache modernisiert und um eine Fahrzeughalle erweitert wird. „Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im dritten Quartal 2025 beendet sein“, teilt der Sprecher mit.

Neue Feuerwache Treskowallee

Noch unklar ist, wann Karlshorst eine neue Feuerwache bekommt. Sie soll an der Treskowallee 160 gegenüber der Trabrennbahn entstehen. Der bisherige Standort in der Dönhoffstraße ist als Rettungswache in der Planung. Voraussichtlich 2023 beginnt zudem der Bau einer Feuerwache in der Straße Alt-Friedrichsfelde 60, die 2026 in Betrieb gehen könnte.

Ersatzstandort für Donizettistraße gesucht

Ganz anders stellt sich die Situation in Marzahn-Hellersdorf dar. Für Schlagzeilen sorgt fast wöchentlich die Freiwillige Feuerwehr Mahlsdorf – allerdings unfreiwillig. Seit Jahren ringen Bezirk und Land um einen Ersatzstandort für die viel zu kleine und marode Wache an der Donizettistraße 4. Gern würden die Kameraden in die Straße An der Schule 84 umziehen. „Das Grundstück wurde von der Berliner Feuerwehr bisher einsatztaktisch am geeignetsten bewertet“, sagt der Sprecher der Senatsinnenverwaltung. Das Problem: Die Gewerbe-Immobilie ist Eigentum der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft mbH. Die würde das Grundstück an das Land Berlin verkaufen, wenn sie im Gegenzug die Genehmigung erhält, auf diesem und einem weiteren Areal Wohnungen zu bauen. Das ist nach derzeitigem Planungsrecht jedoch nicht möglich, da die Flächen ausschließlich für Gewerbe vorgesehen sind. Ein alternatives Grundstück in der Straße Alt-Mahlsdorf 104 hingegen scheidet zumindest aus der Sicht der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Mahlsdorf aus, vor allem wegen der zu hohen „Ein- und Ausrückezeiten“.

Gebäude der Feuerwehr wegen Schimmel gesperrt

Etliche Gespräche zwischen Feuerwehr, Bezirks- und Landespolitikern blieben bislang ohne Erfolg. Zusätzlicher Druck entsteht nun auch, weil kürzlich gesundheitsgefährlicher Schimmel in der Wache an der Donizettistraße nachgewiesen wurde – und Teile des Gebäudes seither nicht mehr betreten werden dürfen (LiMa+ berichtete). Auch der Bau einer neuen Rettungswache mit dem Namen „Kienberg“ ist noch mit vielen Fragezeichen verbunden. Aktuell gibt es dafür noch nicht einmal ein geeignetes Grundstück. Mit der Suche sei nun die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) beauftragt, teilte Innenstaatssekretär Torsten Akmann auf eine Anfrage des Abgeordneten Kristian Ronneburg (Die Linke) mit. Demnach soll die Grundstückssuche bis August abgeschlossen sein, „damit eine Anmeldung im Rahmen der nächsten Finanzplanung 2020 bis 2024 erfolgen kann“.

Feuerwehr in Zahlen

Berlinweit gibt es 35 Berufsfeuerwachen und 58 Freiwillige Feuerwehren, in der sich 1.530 Kameradinnen und Kameraden ehrenamtlich engagieren. In den drei Direktionen der Berliner Feuerwehr leisten rund 3.200 hauptamtliche Kräfte ihren Dienst. 2018 meldete die Feuerwehr in Berlin 470.000 Einsätze, wovon 352.000 Einsätze der Notfallrettung galten.

Lichtenberg verfügt über zwei Berufsfeuerwachen (Josef-Orlopp-Straße und Dönhoffstraße) sowie fünf Freiwillige Feuerwehren (Karlshorst, Wartenberg, Alt-Hohenschönhausen, Falkenberg und Lichtenberg).

Marzahn-Hellersdorf ist ebenfalls Sitz von zwei Berufsfeuerwachen (Märkische Allee und Kummerower Ring) sowie von fünf Freiwilligen Feuerwehren (Mahlsdorf, Marzahn, Biesdorf, Kaulsdorf und Hellersdorf).


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