Fußgängerbrücke am S-Bahnhof Marzahn wird noch später fertig

Fertigstellungstermin verschoben

11.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn. Seit drei Jahren werkeln Bauarbeiter an der Fußgängerbrücke, die künftig vom S-Bahnhof Marzahn auch zum Wiesenburger Weg führen soll. Eigentlich sollte das Bauwerk, über das der Bezirk bereits in der Wahlperiode 2002-2006 mit der Deutschen Bahn (DB) verhandelte, im April 2019 fertig sein. So steht es auch auf dem Bauschild neben der Betonkonstruktion. Doch immer wieder wurde seitens der DB der Fertigstellungstermin verschoben. Im Mai 2020 ist das Bauwerk immer noch von einem Zaun umgeben. Denn erneut kommt es zu einer Terminverschiebung. Nun soll die Brücke im Juli endlich fertig sein.

Bahn gibt diverse Gründe an

Das erfuhren die Wahlkreisabgeordnete Dr. Manuela Schmidt (Linke) und der verkehrspolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Kristian Ronneburg. Auf eine entsprechende Anfrage der beiden Politiker nannte die Bahn nun den Juli 2020 als neue Zielsetzung für die Eröffnung. Aktuell würden noch Arbeiten am Schleppdach sowie zur Pflasterung des Vorplatzes und zur Fertigstellung der Treppe ausgeführt. Als Grund für die weiteren Verzögerungen gab die Deutsche Bahn diverse Gründe an: So seien bei Sanierungsarbeiten an der Bahnsteigtreppe erhebliche Korrosionsschäden festgestellt worden. Infolgedessen musste die Treppenanlage vollständig erneuert werden, was umfangreiche Neuplanungen erforderte. Außerdem habe es Probleme im Baugrund sowie Leitungsquerungen in unerwartetem Ausmaß gegeben.

Endlich barrierefreien Zugang schaffen

Schmidt und Ronneburg betonen: „Wir erwarten von der Deutschen Bahn, dass der neue Zeitraum für die Fertigstellung diesmal eingehalten wird. Die Bürgerinnen und Bürger verdienen nach jahrelangen Ankündigungen und baulich bedingten Einschränkungen endlich einen barrierefreien Zugang zum Parkfriedhof und zum Eastgate.”

“Unser kleiner BER”

Mit der Eröffnung des Einkaufscenters Eastgate im Jahr 2005 wurde die Verlängerung der Brücke dringlich. 2011 gab es eine Einigung mit der Bahn über das Projekt, sechs Jahre später den ersten Spatenstich. Nun soll auf ehemaligen Gelände der Knorr-Bremse ein neues Wohn- und Gewerbequartier am Wiesenburger Weg entstehen – die Querung über die Märkische Allee und die S-Bahngleise ist also mehr als nur wünschenswert. Weil es damit so lange dauerte, hatte Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) die Fußgängerbrücke schon mal „unser kleiner BER“ genannt, LiMa+ berichtete. Nun hat der Flughafen Berlin-Brandenburg endlich die Nutzungserlaubnis erhalten und soll im Oktober 2020 öffnen. Mal sehen, ob die kleine Brücke am S-Bahnhof Marzahn tatsächlich vorher in Betrieb geht.

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Leserkommentare

  1. Zwei "kleine BER" im Bezirk Lichtenberg
  2. Beim Lesen des Artikels fielen mir gleich zwei “kleine BER” in meinem Bezirk Lichtenberg ein:

    1) die Baustelle in der Treskowallee rings um den S-Bf. Karlshorst. Nach Jahren des Stillstands und politischen Ränkespielen scheint die Baustelle endlich ihrem Ende zuzugehen. Die neue Bahnbrücke wurde bereits Ende 2014 fertiggestellt. Danach gab es politische Streitigkeiten darüber, an welcher Stelle die Straßenbahnhaltestellen angeordnet werden. Zum Glück haben sich die Befürworter einer Seitenlage durchgesetzt, so dass die Fahrgäste direkt in den S-Bahnhof gelangen können.

    2) der Neubau des S-Bahnsteigs in Karlshorst. Während die Deutsche Bahn in einem Mega-Tempo die Regionalbahnsteige stilllegte und abriss, dümpelt der Neubau des S-Bahnsteigs nun das 3. Jahr vor sich her. Die im S-Bahnhof angebrachten Plakate mit dem Zeitplan 2020 dürften auch schon wieder Makulatur sein. So ist die für Ende des 1. Quartals 2020 angekündigte Wiedereröffnung des östlichen Bahnsteigzugangs (Tunnel) ist bis heute nicht erfolgt. Auf dem S-Bahnsteig rührt sich auch nichts. Da wäre ich mal auf die vielfältigen Begründungen der DB gespannt.

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