Erste Tramstrecke wird 35

21.03.2014, Birgitt Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Als erste Straßenbahnstrecke im neuen Bezirk Marzahn ging am 6. April 1979 der 3,2 Kilometer umfassende Abschnitt von der Allee der Kosmonauten bis zur Wendeschleife Elisabethstraße in Betrieb, vier Monate nach der Gründung des eigenständigen Bezirks Marzahn. Dessen Territorium gehörte bekanntlich davor zu Lichtenberg.

Waren für die innerstädtischen Verbindungen der neuen Großsiedlungen im Berliner Nordosten – Marzahn, Hohenschönhausen und Hellersdorf – S-Bahntrassen ausgebaut und die U-Bahn bis Hönow verlängert  worden, wurde die innere  Erschließung der Wohngebiete vor allem durch die Straßenbahn gesichert. Insgesamt wurde bis 1989 in Marzahn, Hellersdorf und Hohenschönhausen eine Neubaustrecke von etwa 30 Kilometer Länge für die Straßenbahn gebaut. Dafür wurde auch zwischen 1981 bis 1988 der Straßenbahnhof an der Landsberger Allee errichtet, der nach Modernisierung in den 1990er-Jahren als einer der modernsten Betriebshöfe Europas gilt. An das umfangreichste Tramstrecken-Neubauprogramm der Berliner Nachkriegsgeschichte erinnert Klaus-Dietrich Matschke, erster Leiter des Straßenbahnbetriebshofes Marzahn, im 10. Band der Beiträge zur Regionalgeschichte.

B1/5 war einst nur ein Sandweg
Diese Reihe wird vom Heimatverein Marzahn-Hellersdorf herausgegeben. Das zehnte Buch beschäftigt sich mit der Verkehrsgeschichte der Region unter dem Titel “Mit Postkutsche, Bus und Bahn…”. Enthalten sind acht verschiedene, illustrierte Beiträge vom Tag der Regional- und Heimatgeschichte 2012. Darin geht es nicht nur um Straßen-, U- und S-Bahn sowie Busse, sondern auch um den Ausbau der Frankfurter Chaussee, eines einstigen Sandweges für Pferde und Postkutschen, zur Frankfurter Straße, der heutigen, vielbefahrenen Bundesstraße B 1/5. Diese verlor allerdings mit dem Bau der “Königlichen Ostbahn” ab 1842, die von Berlin nach Königsberg (Kaliningrad) führte, vorübergehend an Bedeutung.

Wolfgang Brauer, der Vorsitzende des Heimatvereins, selbst Autor im 142 Seiten umfassenden Heft, sagt, dass mit den Forschungen der Hobbyhistoriker die bisher umfassendste Abhandlung über die Verkehrsgeschichte des Territoriums vorgelegt wurde. In diesem Jahr wird der Verein zur Sportgeschichte Marzahn-Hellersdorfs forschen.

“Mit Postkutsche, Bus und Bahn…” kann an folgenden Orten zum Preis von 6 Euro erworben werden: Buchhandlung von Thiele, Oberfeldstr. 2-3; Kaulsdorfer Buchhandlung, Heinrich-Grüber-Str. 9, Buchhandlung Petras, Fritz-Reuter-Str. 12, sowie im Bezirksmuseum, Alt-Marzahn 51.

 

 

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