Wahrscheinlich erst im Frühjahr E-Ladepunkte an Straßenlaternen

An die Lampe, fertig, los

04.02.2020, Linna Schererz

Foto: Linna Schererz

Marzahn-Hellersdorf. Es klingt gut: Wer die Batterie eines mit Elektroenergie fahrenden Autos aufladen will, soll künftig den Strom einfach vom Laternenmast ziehen können: An die Lampe, fertig, los. Weil es Ladesäulen für E-Autos bisher vorwiegend in der Innenstadt gibt, hatte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (UVK) im vergangenen Jahr für ein entsprechendes Pilotprojekt die Stadtrandbezirke Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf ausgewählt. In beiden Bezirken sollen in zwei Etappen bis 2022 je 500 Ladepunkte an Straßenlaternen eingerichtet werden.

Abgeordneter sammelt Vorschläge zu Standorten

Doch jetzt klemmt es besonders in Marzahn-Hellersdorf –  sowohl bei der Standortauswahl als auch bei der technischen Umsetzung, teilte der aus dem Bezirk stammende Abgeordnete Sven Kohlmeier (SPD) mit. Sollten ursprünglich in Marzahn-Hellersdorf die ersten Laternen-Ladepunkte bereits im Herbst 2019 eingeweiht werden, wird nun voraussichtlich erst in diesem Frühjahr der Aufbau der ersten Ladepunkte beginnen. Kohlmeier sammelt Vorschläge zu möglichen Standorten, die an sein Büro gesandt werden können. Er werde diese an das Bezirksamt weiterleiten. Zuständig für das Projekt sind die Bezirke in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung.

Bisher nur 17 Ladestationen in Marzahn-Hellersdorf

Mit Stand vom April 2019 gab es in der Hauptstadt laut der Senatsverwaltung für UVK rund 5.200 Fahrzeuge mit Elektroantrieb sowie fast 3.000 Kfz Hybrid Benzin/Elektro. Ihnen standen 249 Ladestationen in der Innenstadt und 176 außerhalb des S-Bahnrings zur Verfügung. In Marzahn-Hellersdorf existierten 17 Ladestationen. Die wenigsten Ladestationen hatte Reinickendorf mit nur 5. Das geht auf eine Antwort von Umwelt-Staatssekretär Ingmar Streese auf eine Anfrage von Kohlmeier hervor. Insgesamt verfüge Berlin derzeit über 730 Ladepunkte auf öffentlichem Straßenland. Angestrebt werde, die Anzahl auf mehr als 2.000 zu erhöhen. Bisher existieren in der Stadt laut Streese 61 Ladeeinrichtungen an Laternen. Die meisten gibt es mit 11 in Mitte, in Lichtenberg sind es 4, in Marzahn-Hellersdorf 3.

Ladepunkte preiswerter als Stationen

Das Pilotprojekt für die Schaffung von 1.000 Laternen-Ladepunkten in Marzahn-Hellersdorf und Steglitz-Zehlendorf gehört zum Programm „Neue Berliner Luft“. Entsprechende Forschungen haben bereits stattgefunden, nun geht es um die Realisierung der Ladepunkte. Um diese nutzen zu können, bedarf es nach der vom Anbieter ubitricity entwickelten Technik eines speziellen Ladekabels, eines SmartCable, sowie eines Mobilstromvertrages mit einem Energieanbieter. Die Umwandlung einer bereits ans Stromnetz angeschlossenen Laterne zur Zapfsäule kostet rund 1.000 Euro und ist damit weitaus preiswerter als die Errichtung einer Extra-Ladesäule (ca. 8.000 Euro).

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