Puristische Leuchten Start-up: Designwerkstatt LJ Lamps

Erleuchtung aus Beton

29.09.2018, Angelika Giorgis

Fotos: Designwerkstatt LJ Lamps. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Hohenschönhausen. Mit einem Eimer Beton und einer Probeleuchte experimentierten Frank Lenhart und Sascha Janowsky-Lenhart in ihrer heimischen Küche. Weil die erste gemeinsame Wohnung etwas Besonderes werden sollte, entwarfen die Beiden ihre Möbel selbst. Freunden und Bekannten gefiel, was sie da sahen, und sie ermutigten die Kreativen, daraus mehr zu machen.

Einzelstücke aus Draht, Zement und Kies

Beton dient längst nicht nur dem Hausbau. Auch als Werkstoff für Möbel hat er Einzug in unsere Wohnungen gehalten. Mit ihm lässt sich gut experimentieren. Das beweist der Designer Janowsky-Lenhart an der Hängeleuchte Delta. Sie kommt mit einem völlig intakten Lampenschirm zum neuen Eigentümer und der entscheidet, ob sie so an der Decke hängen soll. Er kann nämlich auch zum Hammer greifen und mit einigen Schlägen das Drahtgeflecht darunter freilegen. So entsteht ein sehr individuelles Einzelstück.

Einmalige Lampen und Kerzenständer

Der Betonfuß der 2.200 Gramm schweren würfelförmigen Leuchte Alpha kann zwar Industriecharme versprühen, aber auch – je nach Geschmack – in Rot, Gelb, Blau, Grün oder Grau gefärbt werden. Eine dicke Filzschicht darunter ermöglicht ein kratzfreies Schieben auf den Möbeln. Auf die handgefertigten Einzelstücke wird eine 40 Watt starke Edison-Schmucklampe gesetzt. Diese gibt es mittlerweile auch als LED (Light Emitting Diodes). Sie wirken aber noch nicht ganz so schön wie die bisher eingesetzten. Da die beiden Jungunternehmer keine Elektriker sind, werden die Kabel in unterschiedlichen Farben eingekauft. „Wichtig ist uns, dass wir so wenig wie möglich Plastik verwenden“, sagt Frank Lenhart. Die Kerzenständer Kappa entstehen quasi als Nebenprodukt aus Betonresten, die die Hersteller nicht wegwerfen wollen. Ein schönes Geschenk für Betonliebhaber. Das Paar kostet 20 Euro.

Ahornfurnier für Gemütlichkeit

Für die Holzlampen wird meistens Ahornfurnier verwendet. Das kommt auf Rollen in die Werkstatt. Dort hängt bereits ein Einzelstück mit einem Durchmesser von etwa einem Meter. 200 Meter Furnierband bilden den Schirm, der ein unverwechselbares, gemütliches Licht erzeugt. Das Unikat wartet noch auf einen Käufer. Die Lampen gibt es in verschiedenen Größen, denn die Kunden haben sehr unterschiedliche Ansprüche. Sie kaufen für Hotels, Kantinen, Firmengebäude. Auch viele Händler sind darunter.

Nur Online-Vertrieb

Die Lampen, Kerzenhalter und andere Accessoires werden nur online vertrieben. Auch bei Amazon findet man die Unikate. Bis nach Neuseeland reicht die Käuferschaft. Die meisten Bestellungen kommen jedoch aus Deutschland. 90 bis 160 Euro zahlt man für die Betonleuchten, etwa 220 Euro für die Holzleuchten. Das Prädikat „handgemacht“ steht bei allen Produkten für Qualität, Individualität und zeitgemäße Gestaltung.

Seit 2014 gibt es die Firma. Die ersten Produktionsräume fanden sich im früheren Rundfunkgebäude an der Nalepastraße. Dort trafen die jungen Designer auf viele Ateliers und andere Werkstätten. Doch ein Eigentümerwechsel brachte die Kündigung. „Für ein nicht stilles Gewerbe wie unseres ist es heute schwer, Produktionsräume zu finden“, erzählt Lenhart. „Hinzu kommt die mäßige finanzielle Ausstattung von Jungunternehmern.“ Ein neues Domizil bot sich ihnen 2015 im econopark Plauener Straße, einem Gewerbepark  der GSG in Berlin-Lichtenberg. Ihre Nachbarn kommen aus den unterschiedlichsten Branchen: Es sind Online-Händler, Tischler, Schlosser, Architekten, Physiotherapeuten, Autoreparaturwerkstätten, ein Handelsunternehmen und eine Versandapotheke.

Freunde helfen beim Betongießen

Der Betriebswirtschafter Frank Lenhart kümmert sich um den reibungslosen Ablauf der Bestellungen bei LJLamps und Sascha Janowski-Lenhart, der studierte Restaurator und kreative Handwerker, entwickelt und fertigt neue Produkte. „In der Werkstatt zu prüfen, wie sich meine Ideen umsetzen lassen, bereitet mir die meiste Freude und kostet auch die meiste Zeit“ erzählt Janowski. Lenhart ist dann erster und wichtigster Kritiker der neuen Entwürfe. Er überprüft sie auf Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Regelmäßig helfen auch Freunde und Kommilitonen beim Betongießen und Bearbeiten der Werkstoffe. Die beiden Jungunternehmer träumen davon, dass sie sich mit wachsendem Erfolg zunehmend mehr auf die Produktentwicklung und das Design konzentrieren können und nicht mehr regelmäßig in den Baumarkt fahren müssen, um neuen Beton einzukaufen.
Weitere Infos unter: www.ljlamps.de

 

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