Umbau des Elefantenhauses im Tierpark Berlin steht bevor

Erste Elefanten umgezogen

09.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-2), Tierpark Berlin (3-4) Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Friedrichsfelde. Gäste, die am heutigen Sonnabend, 9. Mai, einen Tierparkbesuch machen, werden zwei Elefanten weniger sehen. Denn Frosja (39) und Louise (45) sind in dieser Woche in den Zoo Augsburg gezogen. Bald werden auch die anderen Dickhäuter – sowohl die Asiatischen als auch die Afrikanischen Elefanten – folgen. Sie werden in verschiedenen Tiergärten untergebracht. Denn das aus den 1980er-Jahren stammende Dickhäuterhaus wird umgebaut. Dort soll das modernste Elefantenhaus Europas entstehen, Mittelpunkt einer großzügigen afrikanischen Savannenlandschaft. Wo es für die „Grauen Riesen“ hingeht und wann genau sie umziehen, wird derzeit eng mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) abgestimmt.

41 Millionen Euro für Afrika-Landschaft

„Das Dickhäuterhaus entsprach schon lange nicht mehr unseren Ansprüchen an eine moderne und artgerechte Tierhaltung“, macht Zoo- und Tierparkdirektor Dr. Andreas Knieriem deutlich. Von den 41,1 Millionen Euro aus sogenannten GRW-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur), die der Bau der neuen Afrikalandschaft insgesamt kosten wird, sind 35,4 Millionen Euro allein für den Umbau des Dickhäuterhauses vorgesehen. Dieses soll in zwei Jahren fertig sein.Dort werden dann Afrikanische Elefanten untergebracht, während Zebras, Antilopen und Giraffen sich am nahegelegenen Wasserloch einfinden. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen.

Zehnmal mehr Platz für die Tiere

Selbstverständlich schmerze der Abschied, sagt Andreas Knieriem. „Aber wir wissen unsere alten Damen bei den Augsburger Kollegen in guten Händen.“ Letztendlich überwiege aber die Freude: „Wir werden dieser faszinierenden Tierart zukünftig deutlich mehr Raum geben und unseren Besuchern den einzigartigen Lebensraum der Afrikanischen Elefanten näherbringen können.“ Nach dem Umbau wird sich der Platz für die Elefanten verzehnfachen. Asiatische Elefanten wird es dann im Tierpark allerdings nicht mehr geben.

Bis zum Sommer werden auch die restlichen Elefanten – der Familienverbund rund um Leitkuh Kewa (37), die Afrikanischen Elefantenkühe Lilak (48) und Kariba (14) sowie Elefantendame Pori (39) – den Tierpark Berlin verlassen.

Alfred-Brehm-Haus bereits umgebaut

Bereits geschafft ist der Umbau des Alfred-Brehm-Hauses zu einem südostasiatischen Regenwaldhaus, der Mitte 2018 begann (LiMa+ berichtete). “Die meisten Tiere sind auch schon eingezogen”, sagt eine Tierparksprecherin. Wegen der Coronakrise bleiben allerdings derzeit die Tierhäuser geschlossen, auch die geplante Wiedereröffnung des Brehm-Hauses in diesem Früjahr wurde verschoben. “Wir hoffen, das Haus schon bald für unsere Besucher zu öffnen.” Derzeit werde an einem Konzept mit Besucherlenkung gearbeitet, so die Sprecherin.

Seit 28. April können die Besucher wieder kommen

Seit dem 28. April können die Berliner nach sechswöchiger Schließzeit wieder den Zoo und den Tierpark besuchen. Dort gelten jetzt strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Zurzeit können Karten nur für je drei Zeitfenster (9 bis 13 Uhr, 11 bis 15 Uhr und 13 bis 17 Uhr) online gebucht werden, es gibt aktuell auch keine Ermäßigungen. Auch für Kinder unter 4 Jahren, für die der Besuch kostenfrei ist, muss ein Online-Ticket gebucht werden. Die Tickets müssen am Eingang ausgedruckt oder per Handy vorgezeigt werden.

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