Das Grün im Kienbergpark atmet bei regnerischem Wetter auf

Eisheilige als Naturschützer

12.05.2020, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel Zum Vergrößern bitte auf das Startbild klicken!

Marzahn-Hellersdorf. Das schöne, warme Wetter mit Sonnenschein ist erst einmal vorbei. Der Regen am Sonntag, 10. Mai, und Montag, 11. Mai, brachte nicht nur das ersehnte Nass fürs Grün, sondern ebenfalls ein Aufatmen für die Natur. So auch im Kienbergpark. Denn dieser Volkspark wird gerade in der Coronakrise durch viele Menschen stark genutzt, die dort joggen, radeln, spazieren gehen und Picknicks veranstalten. Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass es sich am Fuße des Kienbergs gut erholen lässt – längst kommen nicht mehr nur die Marzahner und Hellersdorfer dorthin. Bei Regen und Kühle allerdings sind nur noch wenige Menschen zu sehen.

Immer wieder Vandalismusschäden

Immer wieder kommt es jedoch im beliebten Park zu Schäden. Zwar verhält sich die übergroße Mehrzahl der Besucher rücksichtsvoll. Leider aber nicht alle. Bereits seit der Eröffnung im Frühjahr 2018 wurde immer wieder Vandalismus verzeichnet wie die mutwillige Zerstörung des Schau-Weinbergs am Südhang des Kienbergs im Januar 2019, LiMa+ berichtete… Am vergangenen Sonntag, 10. Mai, sahen Spaziergänger eine abgeknickte Laterne nahe dem Südeingang zu den „Gärten der Welt“.

Lautstarke Feiern in Abend- und Nachtstunden

Häufig feiern auch Unbekannte in den Abend- und Nachstunden am und auf dem Kienberg. Beliebt sind insbesondere die Nächte zum Sonntag oder vor einem Feiertag. Lautstarkes Gegröhle ist bis nach Mitternacht bis hin zur nahen Ringelnatz-Siedlung und den benachbarten Eigenheimen zu hören. Oft werden auch Silvesterknaller und andere Böller abgeschossen. Die Reste davon findet man morgens auf den Wegen oder im Wald, erzählt eine Frau, die täglich im Park joggt.

Obwohl es verboten ist, wird im Park gegrillt

Auch Reste von Feuerstellen sind im Park zu sehen – unerlaubte Grillpartys finden auf dem eigentlich abends verschlossenen Wolkenhainplateau oder im Naturerfahrungsraum Kienberg statt. Selbst in Zeiten höchster Waldbrandgefahr. Darauf machte Nadja Zivkovic (CDU), die fürs Grün zuständige Marzahn-Hellersdorfer Stadträtin, bereits Ende April aufmerksam. Sie appellierte: „Helfen Sie mit, die grünen Schätze in Marzahn-Hellersdorf zu bewahren. Sie sind unsere klimawirksamen Ressourcen und wichtig für Mensch, Natur und Stadt gleichermaßen.“ Christina Brock, Parkmanagerin der für den Kienberg verantwortlichen Grün Berlin GmbH, erklärte: „Wir bitten die Bevölkerung dringend, das Grill- und Rauchverbot in Grünanlagen unbedingt zu beachten. Wir möchten den Kienberg, der sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt hat, erhalten.“

Noch immer gelten Kontaktbeschränkungen

Die pünktlich eingetroffenen Eisheiligen tragen jetzt erst einmal zur Entspannung bei. Denn bei 10 Grad und Regen grillt und feiert niemand. Doch in absehbarer Zeit wird es wieder wärmer. Die mahnenden Worte Zivkovics und Brocks werden dann sicherlich erneut aktuell. Vielleicht sollte die Polizei an den Wochenenden öfter nachts durch den Park streifen, um Leute, die sich nicht an die Regeln halten, zu erwischen. Denn offenes Feuer und Grillen ist dort gemäß dem Berliner Grünanlagengesetz verboten. Zudem gelten noch immer auch die inzwischen modifizierten Kontaktverbote im Infektionsschutzgesetz wegen des Coronavirus. Feiern in Gruppen, auch unter freiem Himmel, sind danach weiterhin nicht zulässig.

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